Ratgeber

Feuer-Inferno kann teuer werden Wer zahlt für brennendes Affenhaus?

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Auf die Brandverursacher dürften erhebliche Zahlungsforderungen zukommen.

(Foto: imago images/Revierfoto)

Das Affenhaus im Krefelder Zoo brennt lichterloh. Mehr als 30 Tiere, darunter viele Menschenaffen, sterben. Ausgelöst worden sein soll das Inferno durch eine hierzulande verbotene Himmelslaterne. Stellt sich die Frage, was den möglichen Verursachern für Strafen und Zahlungen drohen.

Ein Feuer ist schnell entflammt, auch in einem Zoo, wie in der Silvesternacht in Krefeld geschehen. Gerät dieses außer Kontrolle, kann nur noch und sollte auch unbedingt nur die Feuerwehr helfen, den Brand zu löschen. Dann gilt es, vor allem Personen- oder wie im konkreten Fall Tierschäden, aber auch größere Sachschäden zu verhindern. Ist dies geschafft, bleiben neben den rauchenden Trümmern auch die Fragen, wer für das Fiasko aufkommt, welche Strafe den Verursachern droht, wer den Feuerwehreinsatz bezahlen muss und was dieser kostet.

Aber der Reihe nach. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Brandstiftung gegen drei Frauen aus Krefeld, denn möglicherweise wurde das Feuer im Affenhaus des Krefelder Zoos durch eine in weiten Teilen Deutschlands verbotene Himmelslaterne ausgelöst. Damit liegt der Tatbestand der Fahrlässigkeit vor. Denn fahrlässig handelt, wer die objektiv in dieser Situation angemessene Sorgfalt außer Acht lässt. Aber immerhin: Im Gegensatz zu vorsätzlichem Handeln wird sie nicht willentlich herbeigeführt. Wer hingegen grob fahrlässig handelt, lässt die Sorgfalt in hohem Grade vermissen, agiert unbekümmert und leichtfertig oder unterlässt es, einfachste Überlegungen anzustellen - lässt sozusagen komplett den gesunden Menschenverstand vermissen. Bleiben wir nur bei Fahrlässigkeit. Hierfür droht den Delinquenten eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe.

Kann sich Versicherung bei Schadensregulierung verweigern?

Hinzukommen eventuell noch die Schadensersatzansprüche des Inhabers des beschädigten Zoos. Hier dürfte entscheidend sein, welcher Straftatbestand von einem Gericht festgestellt wird. Bei Fahrlässigkeit darf sich die private Haftpflichtversicherung der Leuchtkörper-Besitzer - wenn vorhanden - nicht der Schadensregulierung verweigern. Im Gegensatz zum Vorsatz, wie der Gesamtverband der Versicherungen auf ntv-Anfrage mitteilt. 

Bleibt noch die Frage, wer für den Feuerwehreinsatz aufkommt. Eine Nachfrage bei der Berliner Feuerwehr hilft bei der Beantwortung weiter. Und die Auskunft beruhigt - zunächst. Denn die Brandbekämpfung dient dem Gemeinwohl und ist grundsätzlich kostenlos. Genauso wie die Rettung von Menschenleben. Im Einzelnen regeln den Kostenersatz die jeweiligen Feuerwehrgesetze der Bundesländer. Diese unterscheiden sich von Land zu Land leicht. 

Auch Feuerwehr kann Rechnung stellen

Grundsätzlich gilt aber: Muss die Feuerwehr wegen eines Brandes ausrücken, zahlt den Einsatz der Steuerzahler. Es sei denn, das Feuer geht auf Vorsatz (beispielsweise Brandstiftung) oder grobe Fahrlässigkeit zurück. Dann kann der Verursacher persönlich haftbar gemacht werden, sprich, er muss die Rechnung für den Einsatz zahlen. Allerdings nur dann, wenn dies auch ein Richter mit seinem Urteil so verfügt hat. Es ist davon auszugehen, dass in diesem Fall auch keine Versicherung für den Löscheinsatz aufkommt. Aber ohne entsprechendes Gerichtsurteil stellt die Feuerwehr im Brandfall keine Rechnung.

Aber zurück zum Brandeinsatz. Wird der Verursacher des Feuers tatsächlich richterlich zur Kostenübernahme verdonnert, kann dies sehr teuer, ja existenzgefährdend sein. Ein Blick in die Gebührenordnung der Berliner Feuerwehr lässt dies mehr als erahnen. So kostet beispielsweise ein Löschfahrzeug einschließlich Besatzung je halbe Stunde 204,90 Euro. Sind mehrere Fahrzeuge im Einsatz, kostet dies 504,30 Euro pro 30 Minuten. Kommen darüber hinaus noch einzelne Feuerwehrmänner oder -frauen zum Einsatz, schlägt dies mit 21,30 Euro pro Kopf für den gleichen Zeitraum zu Buche. Im Fall eines vielstündigen Großeinsatzes mit Dutzenden oder sogar Hunderten von Feuerwehrleuten und diversen Löschfahrzeugen dürften beim Normalbürger die Ersparnisse zur Begleichung der fälligen Rechnung nicht mehr ausreichen.

Abgesehen davon ist es sicherlich besonders tragisch, dass die eingesperrten Tiere nicht aus ihren Gehegen vor dem Feuer fliehen konnten, wie es freilebenden Artgenossen vergönnt gewesen wäre. Vielleicht dient das Unglück von Krefeld ja auch als Anlass, über das Tierwohl von Zoobewohnern im Allgemeinen nachzudenken. Auch ganz ohne Feuer. 

Quelle: ntv.de