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Banking-Apps im Test Wo ist das Geld gut aufgehoben?

Smartphone raus und mal eben Geld überweisen? Banking-Apps machen das möglich. Nach Ansicht der Stiftung Warentest sind viele Programme generell geeignet, haben aber oft noch ein paar Schwächen. Foto: Franziska Gabbert

Smartphone raus und mal eben Geld überweisen? Banking-Apps machen das möglich. Aber welche sind gut?

(Foto: dpa-tmn)

Banking-Apps versprechen, ungeliebte Tätigkeiten wie Überweisungen oder anderweitige Geldgeschäfte leichter und mobiler zu machen. Finanztest war mit ihnen unterwegs und zeigt, welche alltagstauglich sind.

Ohne Smartphone geht kaum noch einer vor die Tür. Für viele sind sie Statussymbol, Alleskönner und bester Freund in einem. Echte Freundschaft zeigt sich bekanntlich dann, wenn es schwierig oder zumindest lästig wird. Bankgeschäfte stellen für viele eine solche Last dar. Insofern erscheint es durchaus sinnvoll, sich auch an dieser Stelle das Dasein mit der entsprechenden Technik zu erleichtern.

Und fürs Online-Banking braucht es längst keinen Computer oder Laptop und auch keinen Bankmitarbeiter mehr. Dank Smartphone-App lassen sich die Überprüfung des Kontostandes, Überweisungen und Co. inzwischen auch bequem unterwegs erledigen. Aber nicht alle sind gleich gut: Finanztest hat 19 Anwendungen - jeweils in der iOS- und Android-Version - von Banken, Sparkassen und Finanzdienstleistern geprüft. Die gute Nachricht vorweg: Sicherheitslücken wurden bei keiner gefunden.

Funktionen und Handhabung

Doch wie gut lassen sich die Banking-Apps bedienen? Das war der zentrale Punkt des Vergleichs. 70 Prozent der Gesamtnote bestanden demnach aus den Funktionen. Positiv bewertet wurden unter anderem: das Einlesen von Rechnungen als Foto, PDF-Datei oder über einen QR-Code, die automatische Vervollständigung beim Eintippen von Daten (Autocomplete-Assistent), Möglichkeit für Sepa-Überweisungen ins Ausland, Einbindung verschiedener Banken und Konten in einer App, schnelle Information über Transaktionen, Filter und Kategorien für Umsätze, keine Werbung und die Anforderung eines Berichts über die erhobenen Daten.

30 Prozent der Gesamtbewertung flossen zudem in die Handhabung. Hier legten die Experten Wert auf: Login-Vorgang, Umsatzabfrage, Filtern von Umsätzen, Ausführung einer Überweisung. Übersichtlichkeit des Hauptmenüs und das Auffinden von Impressum und Datenschutzeinstellungen.

Weiterhin wurden AGB und Datenschutzerklärungen von einem Jurist überprüft sowie das Datensendeverhalten (Verschlüsselung, Werbetracker) beleuchtet. Hier führten deutliche Mängel zu einer halben Note Abzug.

Vor Fremdangriffen geschützt

Bei der Abwicklung von Geldgeschäften über das Smartphone fürchten sich viele vor Hackern, die sich Zugriff auf das Konto verschaffen könnten. Laut Finanztest sind jedoch alle getesteten Apps umfassend gegen Fremdangriffe geschützt, Sicherheitslücken wurden keine gefunden.

Voraussetzung ist immer der richtige Umgang mit der App: So sollte sie etwa nur im offiziellen App-Store von Apple oder Google heruntergeladen und nicht in offenen WLAN-Netzen aktiviert werden. Außerdem sollten Kunden ihr Betriebssystem immer auf dem neuesten Stand halten und die sensiblen Daten in der Öffentlichkeit vor fremden Blicken über die Schulter schützen.

Licht und Schatten

Unterm Strich überzeugten nachfolgende Apps die Tester am meisten: GLS mBank ("gut", 1,9, Android und iOS), Finanzblick Onlinebanking (Note 2,0 Android/ 2,1 iOS) und Sparkasse (Note 2,0 Android/1,8 iOS). Laut Finanztest bieten sie komfortable Funktionen auf der Höhe der Technik, es lassen sich verschiedene Banken einbinden, die Bedienung ist einfach und in puncto AGB und Datenschutzerklärung gab es so gut wie nichts zu beanstanden.

Am wenigsten konnten nachfolgende Anwendungen überzeugen: Targobank (Mobile) Banking ("ausreichend", 3,6). HVB Mobile Banking ("ausreichend", 3,7) und Revolut ("ausreichend, 3,8). Die Bewertungen gelten sowohl für die iOS- als auch die Android-Versionen. In Sachen Funktionen und Bedienungsfreundlichkeit konnten die drei Apps nicht so richtig überzeugen. Beim Schlusslicht "Revolut" gab es die AGB und Datenschutzbestimmungen zudem nicht für den deutschen Markt angepasst, sondern nur auf Englisch. Dafür gab es eine halbe Note Abzug. Das Datensendeverhalten in der iOS-Version von "Targobank Banking" wurde außerdem als "kritisch" bewertet, bei "Revolut" war das sowohl in der iOS- als auch in der Android-App der Fall.

Quelle: ntv.de, awi