Formel1

Hamilton schneller als je zuvor Vettel scheitert kläglich im Qualifying

Die Befürchtungen bestätigen sich: Ferrari fährt beim Heimspiel in Monza sogar dem Mittelfeld hinterher. Im Qualifying bekommt Sebastian Vettel das besonders heftig zu spüren. Der vierfache Formel-1-Weltmeister verpasst einen Platz unter den ersten 15. Vorne überrascht Vettels Nachfolger.

Sebastian Vettel ist der große Verlierer der Qualifikation zum Großen Preis von Italien. Der deutsche Ferrari-Pilot scheiterte bereits im ersten Abschnitt - und schaffte es damit nicht einmal unter die besten 15, sondern muss vom 17. Platz ins Rennen am Sonntag (15.10 Uhr/RTL, Sky und im Liveticker bei ntv.de) gehen. Im Kampf um den besten Windschatten zog Vettel den Kürzeren und verpasste damit die Chance, mit ablaufender Uhr eine bessere Zeit zu fahren. "Es ist nicht gut getimet gewesen von uns, da waren zu viele Autos zur selben Zeit auf der Strecke", sagte Vettel anschließend: "Ich denke, wir hätten einfach später rausfahren sollen."

Erst steckte er hinter einem Williams fest, ehe die Alfa-Romeo-Piloten beim Windschattenpoker auf dem Hochgeschwindigkeitskurs für Ärger sorgten. "Was für ein Chaos, warum müssen die Alfas jeden überholen und so einen Mist verursachen?" Einen schlechteren Startplatz hatte Vettel zuletzt beim Großen Preis von Deutschland 2019 mit Rang 20. Damals konnte der Heppenheimer wegen technischer Probleme allerdings überhaupt keine Zeit setzen. In einem chaotischen Rennen auf dem Hockenheimring fuhr Vettel noch auf Rang zwei - das scheint in Monza aber ausgeschlossen.

Hamilton holt Geschwindigkeitsrekord

An der Spitze bot sich im Autodrome Nazionale di Monza dagegen ein gewohntes Bild, Mercedes war eine Klasse besser als der Rest des Feldes. Lewis Hamilton dominierte und sicherte sich seine 94. Pole Position, die sechste im achten Rennen der Saison 2020. Hamilton stellte dabei nicht nur einen neuen Streckenrekord auf, sondern fuhr auch die mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 264,362 Kilometern pro Stunde die schnellste Runde der Formel-1-Geschichte.

Der zweite Startplatz ging an seinen Teamkollegen Valtteri Bottas. Den dritten Platz sicherte sich überraschen Carlos Sainz im McLaren, der zur kommenden Saison Vettels Platz bei Ferrari übernimmt. Der WM-Zweite Max Verstappen verpasste im Red Bull als Fünfter die ersten beiden Startreihen, vor ihm platzierte sich noch Sergio Pérez (Racing Point).

Allerdings drohen offenbar mehreren Fahrern aufgrund von Behinderungen auf der Strecke nachträgliche Strafen, Renault-Pilot Esteban Ocon wurde nach seinem 12. Platz von der Rennleitung einbestellt, ebenso wie Kimi Räikkönen (14./Alfa Romeo). Vettels Laune dürfte das allerdings nicht wesentlich verbessern. "Es wird schwer, Boden gut zu machen", meinte der frustrierte Vettel, der 2008 in Monza im Toro Rosso seinen ersten Erfolg in der Motorsport-Königsklasse gefeiert hatte.

Leclerc komplettiert nächstes Debakel

Teamkollege Charles Leclerc erwischte anders als Vettel freie Fahrt und schaffte den Sprung in Q2, den zweiten Abschnitt. Dort allerdings war dann auch für den zweiten Ferrari Endstation. Leclerc verbesserte sich zwar zum Ende noch einmal, musste allerdings mit Rang 13 vorliebnehmen. Eine Überraschung war das schwache Abschneiden nach den Eindrücken aus dem Training jedoch nicht. "Das war das Beste, was ich machen konnte", funkte Leclerc an die Box. Im Vorjahr hatte der Monegasse auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Monza noch gewonnen.

Die Qualifikation machte noch einmal deutlich, wie unterlegen der Ferrari-Motor nach den Veränderungen im Winter mittlerweile ist. Noch vor Jahresfrist galt das Aggregat als bestes im Feld - diesmal belegten die Autos mit Ferrari im Heck die Plätze 13 bis 18, nur die Williams waren noch langsamer.

Quelle: ntv.de, tsi