Fußball

Keine Zukunft mehr beim BVB Für Mario Götze gibt's einen Königsweg

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Mario Götze und der BVB, das scheint nicht mehr zu passen.

(Foto: dpa)

Mario Götze und Borussia Dortmund - diese Fußball-Ehe steht vor der erneuten Scheidung. Die Verhandlungen über einen neuen Vertrag scheinen gescheitert. Wie es für den 27-Jährigen weitergeht? Offen. Die Suche nach einem passenden Klub ist schwierig - aber nicht aussichtslos.

Die Instagram-Welt von Mario Götze ist in allerbester Ordnung. Und mit ihr auch seine Verbundenheit zum BVB. Ein glückliches Foto aus dem Trainingslager. Ein motiviertes Foto aus dem Trainingslager. Wäre da nicht die weder bestätigte noch dementierte Meldung, dass der 27-Jährige Borussia Dortmund im Sommer verlässt, man würde Götze die Vorfreude auf die Rückrunde womöglich bedenkenlos abkaufen - oder liken. Welches Maß an Gefallen der Fußballer beim BVB aber tatsächlich spürt, wenn er daran denkt, dass er die Aufholjagd im Titelkampf der Bundesliga als Gelegenheitsarbeiter bestreitet? Nicht bekannt.

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Für mehr als sporadische Einsätze dürfte es aber wieder nicht reichen. So wie in der Hinrunde. Lediglich 579 Pflichtspielminuten absolvierte er, kam in der Bundesliga elfmal (immerhin drei Tore gelangen ihm dabei), in der Champions League dreimal und im DFB-Pokal zweimal zum Einsatz. Spiele über 90 Minuten? Nur eines. Gesundheitliche Probleme? Keine gravierenden. Lediglich ein grippaler Infekt und fünf Tage Pause stehen in der Krankenakte der ersten Saisonhälfte.

Götze, so wirkt es mal wieder, ist fit - aber verzichtbar. Ein Joker. Mehr nicht. Für ihn, der die Fußball-Welt in jungen Jahren mit seiner Technik, mit seiner Dynamik, mit seiner Gefährlichkeit berauscht hatte, kann das nicht genug sein. Und für den BVB, bei dem Götze zehn Millionen Euro pro Jahr verdienen soll, ist das Paket aus Leistung und Gehalt schlichtweg nicht rentabel. Nun kann man den Dortmundern eher nicht vorwerfen, sie würden ihr einstiges Wunderkind aufgeben. Wenn denn stimmt, was die "Bild"-Zeitung berichtet, soll der Klub dem Spieler immer noch sieben Millionen Euro pro Jahr für eine Vertragslängerung anbieten, womit er neben Bald-Bayer Alexander Nübel der bestbezahlte Edeljoker der Liga wäre.

Attraktiv ist das für Götze aber offenbar nicht, und so wird er die Borussia im Sommer mutmaßlich zum zweiten Mal verlassen, vielleicht auch schon im Winter. Mit der Hoffnung auf ein besseres Angebot. Mit der Hoffnung auf mehr Spielzeit. Mit der Hoffnung auf einen Trainer, mit dem er nicht fremdelt, der auf seine Qualitäten vertraut. Und mit der Hoffnung auf vielleicht wieder viele magische Momente. Wie einst beim BVB. Und wie einst bei der deutschen Nationalmannschaft, die er am 13. Juli 2014 mit gerade einmal 22 Jahren zum Weltmeister machte. Mit einem Traumtor und von Bundestrainer Joachim Löw mit den Worten auf den Platz geschickt: "Zeig' der Welt, dass Du besser bist als Messi."

Der WM-Titel als schwere Hypothek

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"Zeig' der Welt, dass Du besser bist als Messi."

(Foto: imago images / Sven Simon)

Es ist ein Tor, ein Satz, eine Erinnerung, die den Spieler Götze bis heute aufwertet, die noch immer hohe Erwartungen schüren. Zu hohe, wie selbst Löw inzwischen einräumte. Denn es sind Erwartungen, die Götze eigentlich nie erfüllen konnte. Weder bei der WM 2014 vor seinem unvergesslichen Joker-Tor. Weder beim FC Bayern, wo er zwischen 2013 und 2016 von Saison zu Saison abbaute. Weder bei seiner Rückkehr zu den Dortmundern.

Immer wieder wurde der Offensivspieler dabei auch von Verletzungen und Krankheiten zurückgeworfen. Am heftigsten wohl durch seine Stoffwechselerkrankung in der Rückrunde der Saison 2016/17, die ihn körperlich völlig niederwarf. Nach einer sehr langen Erholungsphase kehrte er zurück, erlebte in der Rückrunde der vergangenen Saison sogar noch einmal ein überraschendes Zwischenhoch. Eine nachhaltige Rückkehr in die internationale Klasse gelang ihm aber nicht.

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Und so thront nun über allem die Frage: Welche Optionen hat Götze? Angeblich soll sich die Hertha aus Berlin ja mit einer Verpflichtung beschäftigen. Eine Mannschaft, die unter Jürgen Klinsmann kurzfristig um den Klassenerhalt kämpft, um sich dann eiligst in ein deutsches Spitzenteam zu transformieren. So sieht es jedenfalls der Trainer, sehr berauscht vom wuchtigen Investment des deutschen Unternehmers Lars Windhorst. Götze wäre Topverdiener, Hoffnungsträger, der Mann mit dem größten Druck im Kader. Der Mann, der den "grey city club" zum ersehnten "big city club" machen solle. Aber kann er das?

Auch Inter Mailand soll Interesse an dem 27-Jährigen haben. Der wiedererstarkte Traditionsklub, der die italienische Serie A vor Abo-Meister Juventus Turin anführt. Ein Wechsel zu den Nerazzurri könnte für Götze der Königsweg sein, sagt ntv-Taktikexperte Constantin Eckner: Großer Name, sportlicher Erfolg, starke Teamkollegen, internationale Bühne und vermutlich auch ein stattliches Gehalt. Bei Inter könnte Götze mutmaßlich auch wieder konstant auf seiner stärksten Position spielen statt als Notstürmer, als Mann hinter den Top-Stürmern Romelo Lukaku und Lautaro Martinez. Diese Position ist laut Eckner bei den Mailändern aktuell vakant, soll aber auf Wunsch von Trainer Antonio Conte wieder mit einem klassischen Zehner besetzt werden. Götze wäre dafür prädestiniert, zumal ihm das langsamere Spieltempo in der Serie A entgegenkommen dürfte.

Apropos Stürmer beim BVB: Der Einstand von Paco Alcácer bei Borussia Dortmund war phänomenal: Mit seiner Abgezocktheit im Abschluss mischte der Spanier die Bundesliga auf. Doch so spektakulär wie sein Aufstieg ist sein Absturz beim BVB. Wie konnte es dazu kommen? Die Geschichte lesen Sie hier!

Quelle: ntv.de