Fußball

Bayern-Boss unter Beobachtung Rummenigge kämpft nun an Ceferins Seite

aae9b3a8cf786974a55b9b6cc4286884.jpg

Gern gesehen bei der UEFA: Karl-Heinz Rummenigge.

(Foto: imago images/Martin Hoffmann)

Im vehementen und ultimativen Kampf gegen die umstrittene Super League sitzt der deutsche Fußball künftig mit drei Stimmen in den Entscheidungsgremien bei UEFA und FIFA. Vor allem auf Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge werden die Augen gerichtet sein.

Karl-Heinz Rummenigge war noch gar nicht ins Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) gewählt, da wurden ihm schon die Huldigungen auf der ganz großen Bühne zuteil. Der Bayern-Boss sei ein "fantastischer" Ehrenvorsitzender der Klubvereinigung ECA, lobte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin überschwänglich, als er seine wichtigsten verbliebenen Verbündeten im erbitterten Kampf gegen die Super League aufzählte: "Ihr seid die wahren Liebhaber des Fußballs. Die Fans eurer Klubs werden froh sein, euch zu haben."

Deutschland hat an diesem Dienstag gehörig an Einfluss in den wichtigsten Gremien des Weltfußballs gewonnen. Nicht nur wurde Rummenigge als ECA-Vertreter vom UEFA-Kongress ins Exekutivkomitee gewählt, auch DFB-Vizepräsident Rainer Koch wurde in diesem für vier weitere Jahre bestätigt. Dazu zog in Peter Peters nach zweijähriger Vakanz auch wieder ein deutscher Vertreter ins Council des Weltverbandes FIFA ein.

Für die UEFA hat Deutschland vor allem im Streit mit den Super-League-Rebellen eine bedeutende Rolle. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) als auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatten sich schon in aller Deutlichkeit gegen den neuen Wettbewerb ausgesprochen, nun setzt Ceferin besonders in Rummenigge große Hoffnungen. Denn Bayern München ist der prominenteste Klub, der sich der Super League (noch) nicht angeschlossen hat - und damit ein enormes Pfund der UEFA.

Lockruf des Geldes ist freilich verlockend

"Wir sind nicht dabei, weil wir kein Teil davon sein wollen", betonte Rummenigge in der italienischen Zeitung "Corriere della Sera": "Wir vergessen nicht die Verantwortung gegenüber unseren Fans und dem Fußball im Allgemeinen". Ceferin hofft, dass ihm Rummenigge nicht ähnlich wie sein Vorgänger Andrea Agnelli (Juventus Turin) in den Rücken fällt.

Denn der Lockruf des Geldes ist freilich verlockend: Die Bayern und auch Borussia Dortmund sollen laut dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" eine Einladung zur Super League erhalten haben, zur Zusage gibt es angeblich ein Ultimatum von 30 Tagen. Generell sei im Vertragswerk des neuen Elitewettbewerbs festgeschrieben, dass in jeder Saison zwei deutsche Teilnehmer dabei sein sollen. Doch auch BVB-Boss Hans-Joachim Watzke äußerte sich bereits anlehnend.

In der wichtigen Frage der Super League herrscht bei Rummenigge, Koch und Peters Einigkeit. Doch ob die drei deutschen Funktionäre in den wichtigsten Gremien auch bei anderen Fragen eine einheitliche Linie fahren werden, erscheint mehr als fraglich.

"In enger Abstimmung" mit Keller

Im seit Monaten schwelenden Machtkampf beim DFB stehen sich Koch und Peters in unterschiedlichen Lagern gegenüber - Koch gilt als wichtiger Unterstützer von Generalsekretär Friedrich Curtius, Peters steht hinter DFB-Präsident Fritz Keller. Eine Versöhnung der zerstrittenen Lager ist nicht in Sicht. Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte deshalb zuletzt schon gefordert, Rummenigge als DFB-Vertreter in die Ämter bei UEFA und FIFA zu schicken.

In einer Mitteilung malte der DFB nun jedoch ein einmütiges Bild. Sowohl Koch als auch Peters wurden dort zitiert, ihre Ämter "in enger Abstimmung" mit Keller ausüben zu wollen. Und der DFB-Präsident hob die "elementare" Bedeutung hervor, wieder sowohl bei FIFA als auch UEFA vertreten zu sein.

Ihren Einfluss können Rummenigge und Koch schon in dieser Woche zugunsten des deutschen Fußballs geltend machen. Am Freitag will das UEFA-Exko auf einer Sondersitzung endgültig entscheiden, ob München auch ohne die geforderte Zuschauergarantie die vier Spiele der EURO im Sommer vom 11. Juni bis 11. Juli behält. Als wichtiger Vertrauensmann Ceferins im Super-League-Streit könnte Rummenigge auch in der EM-Frage einen Stein im Brett haben.

Quelle: ntv.de, tno/sid

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.