Fußball

Ärger über Diekmann-Tweet Zweitligisten boykottieren "Bild"-Aktion

61705141.jpg

Die Fans von Borussia Dortmund protestieren beim Spiel gegen FK Krasnodar gegen die größte deutsche Tageszeitung. Ihr Verein macht bei der Flüchtlingsaktion dennoch mit.

(Foto: picture alliance / dpa)

Sechs Klubs wollen nicht mit dem Boulevard. Nach den Vorwürfen von "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann gegen den FC St. Pauli verzichten auch Vereine wie Bochum oder Duisburg auf die Flüchtlingsaktion. Für Flüchtlinge engagieren sie sich trotzdem.

Nach dem FC St. Pauli verzichten auch der 1. FC Union Berlin, der SC Freiburg, der VfL Bochum, der 1. FC Nürnberg und der MSV Duisburg am Wochenende auf das Trikot-Logo "Wir helfen" für Flüchtlinge. Freiburg, Union und Pauli betonten, dass sie sich lokal und direkt in der Flüchtlingshilfe engagierten.  

Bochum und der "Club" begründeten den Verzicht mit der Reaktion von "Bild"-Chef Kai Diekmann auf die erste Absage durch die Kiez-Kicker. "Darüber wird sich die @AfD_Bund freuen: Beim @fcstpauli sind #refugeesnotwelcome", hatte Diekmann getwittert. Dazu erklärten die Bochumer Vereinsvorstände: "Der VfL Bochum 1848 begrüßt sämtliche Hilfsmaßnahmen, die in Not geratene Menschen unterstützen. (...) Allerdings hat uns die scharfe Reaktion seitens der 'Bild'-Chefredaktion ob der Absage eines anderen Clubs an die Aktion dazu gebracht, sich mit diesem Verein solidarisch zu zeigen."

Nürnberg und Freiburg nicht dabei

Auch der 1. FC Nürnberg und der SC Freiburg schließen sich der Kritik an. So bezeichnet Nürnberg die Reaktion Diekmanns in einer Stellungnahme als "unangebracht". Der SC belässt es beim Hinweis auf das eigene Engagement bei der Flüchtlingshilfe – man sehe keine Notwendigkeit, die "Bild"-Aktion durch einen Aufnäher zu unterstützen. Der MSV Duisburg geht in der Flüchtlingshilfe mit gutem Beispiel voran und setzt ein eigenes Zeichen. Die Zebras werden am Sonntag gegen den FSV Frankfurt in einem Sondertrikot mit dem Schriftzug "Refugees Welcome" auflaufen. Hauptsponsor Black Crevice verzichtet dafür auf seine Werbung.

Die Vereine der 1. Bundesliga nehmen hingegen geschlossen an der Aktion teil. Kritische Stimmen gibt es aber sowohl von Seiten der Fans, als auch von Hannover 96´. Der Verein kritisiert auf der Website das Verhalten Diekmanns, ohne dessen Namen zu nennen: "Hannover 96 bedauert es sehr, dass die eigentlich positive Stoßrichtung der Aktion durch die persönlichen Äußerungen eines Einzelnen und dessen Kritik an einer souveränen Klubentscheidung in den Hintergrund gedrängt wurde und wird."

"Bild" zeigt sich enttäuscht

Die "Bild" äußerte sich in einer schriftlichen Stellungnahme enttäuscht über die Absagen: "'Bild' findet es sehr schade, dass einzelne Vereine die gemeinsame Aktion mit DFL und Hermes nicht unterstützen - hier geht es schließlich um die gute Sache."  

Am kommenden Wochenende sollten alle 36 Mannschaften der 1. und 2. Fußball-Liga auf dem linken Trikotärmel den Aufdruck der "Bild"-Aktion "Wir helfen - #refugeeswelcome" tragen - statt des sonst üblichen großen Sponsorenlogos des Versandunternehmens Hermes. Klein sind dabei auch die Logos der Zeitung und von Hermes abgebildet. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hatte zu dieser freiwilligen Aktion aufgerufen. 

Quelle: ntv.de, jgu/dpa

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.