Redelings Nachspielzeit

Pep Guardiola staunte Das streitbare Geschenk der Bayern-Bosse

imago0024103908h.jpg

Über den Verbleib dieser Berni-Figur ist wenig bekannt.

(Foto: imago/ActionPictures)

Saison 2015/16: Die große Ära des Pep Guardiola beim FC Bayern München geht mit der erneuten Meisterschaft zu Ende - doch das Abschiedsgeschenk der Bayern-Bosse sorgt für Verwunderung. Und in Wolfsburg erregt neben dem Pokerspieler Max Kruse auch noch ein "Karriere-Clown" Aufsehen!

Mit seinem dritten Bundesligatitel in Folge verabschiedete sich Münchens Erfolgstrainer Pep Guardiola aus der bayerischen Landeshauptstadt und zog weiter nach England zu Manchester City. Doch vor seinem letzten Spiel in der Arena musste der Katalane noch eine ganz spezielle Situation überstehen. Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge überreichte Guardiola ein besonderes Geschenk: Ein brasilianischer Künstler hatte für 3000 Euro eine Acryl-Figur des Bayern-Maskottchens Berni angefertigt.

60 Jahre Bundesliga_Kranz.png

Als der frühere Nationalspieler Rummenigge Guardiola den - wie soll man sagen - gewöhnungsbedürftigen Bären (über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten) stolz in die Hand drückte, sagte er noch, dass der scheidende Trainer ein "großartiger Botschafter nicht nur für unseren Klub, sondern für die ganze Bundesliga" gewesen sei. Ob die fragile Skulptur als Erinnerung an seine Jahre in München drüben auf der Insel einen Ehrenplatz erhalten oder möglicherweise beim Transport nach Manchester Schaden erlitten hat, ist leider nicht überliefert. Was aber sicher ist: Für seine Meisterschaft brauchte der FC Bayern in dieser Spielzeit 2015/16 so lange wie schon einige Saisons nicht mehr. Bis zum 33. Spieltag musste der Rekordmeister warten, bis er auch in dieser Runde endgültig als Deutscher Meister feststand, obwohl es am Ende sogar zehn Punkte Vorsprung auf Borussia Dortmund waren.

Wolfsburg bietet wie immer beste Unterhaltung

Ein herrlich-beklopptes Fan-Banner sorgte in dieser Saison nicht nur für Aufregung, sondern auch für Erheiterung. Weil der VfL Wolfsburg den Nachbarn aus Braunschweig in der ewigen Bundesligatabelle überholt hatte, schrieben die VfL-Anhänger beim Heimspiel gegen Gladbach eine Grußbotschaft an ihre Rivalen: "Blau-gelbe Schweine seht es ein, wir werden auf ewig hinter uns sein". Das ging knapp daneben! Natürlich ließen sich die Fans der Eintracht nicht lange um eine Antwort bitten und hängten schon beim nächsten Spiel gegen den MSV Duisburg ein Spruchband mit den folgenden Worten auf: "Verein für Legastheniker! Ihr bleibt ewig hinter euch!!!" Äußerst gelungen war hingegen das Banner der Darmstädter Fans in der Veltins-Arena auf Schalke: "Wir wären heute auch mit einer Knappen-Niederlage zufrieden!"

ANZEIGE
60 Jahre Bundesliga: Das Jubiläumsalbum
1
25,00 €
Zum Angebot bei amazon.de

In Wolfsburg träumte man nach dem Gewinn des Supercups gegen den FC Bayern von einer erfreulichen Spielzeit. Doch Trainer Hecking ("Wir haben Blut geleckt") und sein Team erlebten eine turbulente Saison. Und das lag vor allem an den Skandalen um seine Spieler. Während Max Kruse in den Fokus der Öffentlichkeit geriet, weil er nach einer Pokernacht 75.000 Euro in einem Taxi vergaß, schienen die Vorkommnisse um das Enfant terrible Nicklas Bendtner weitaus schlimmer zu sein.

Bei seiner Freistellung im April wählte Wolfsburgs Sportdirektor Klaus Allofs drastische Worte: "Bei Nicklas sind konkrete Dinge vorgefallen. Wir haben ihn als Gefahr für unsere Gemeinschaft gesehen. Da mussten wir reagieren." Und auch eine dänische Zeitung fällte in diesen Tagen ein verheerendes Urteil: "Bendtner hält wohl den dänischen Rekord für vergeudetes Talent. Er ist ein Karriere-Clown!" Natürlich hinterließ der ganze Wirbel Spuren bei der Mannschaft. Sky-Kommentator Marc Hindelang brachte es bei der Auswärtspartie in Ingolstadt auf den Punkt: "Beim VfL war so viel Sand im Getriebe, da könnte man Beachvolleyball spielen."

Ganz Köln gegen Augsburg-Keeper Hitz

Mehr zum Thema

In die Relegation musste am Ende Eintracht Frankfurt. Doch das erste Spiel gegen den 1. FC Nürnberg rückte von einem Moment zum anderen in den Hintergrund, als bekannt wurde, dass Abwehrrecke Marco Russ an Hodenkrebs erkrankt war. Nur durch Zufall wurde der Tumor kurz zuvor entdeckt. Weil bei einer Dopingkontrolle ein extrem hoher Wert des Wachstumshormons HCG beanstandet wurde, ordneten die Ärzte beim Eintracht-Verteidiger sofortige Untersuchungen an. Trotz seiner Erkrankung absolvierte Russ sogar noch das Hinspiel. Die Rettung der Eintracht in Nürnberg erlebte er dann im Krankenhaus. Am Morgen des Spieltags war Marco Russ erfolgreich operiert worden.

Eine kuriose Aktion erhitzte in Köln die Gemüter: Als Augsburgs Keeper Marwin Hitz im Dezember mutwillig mit seinen Stollen den Elfmeterpunkt im RheinEnergieSTADION malträtierte, war die Aufregung unter den Fans und Offiziellen des FC groß. Vor allem, weil Anthony Modeste auf dem ramponierten Stück ausrutschte und den Strafstoß nicht im Gehäuse unterbringen konnte. In die Enttäuschung über die 0:1-Niederlage mischte sich auch Wut über die Freveltat des Augsburger Torwarts. Doch einer reagierte besonnen, überlegt und mit einer typisch kölschen Prise Humor: Hans Rütten, der Chef der Kölner Sportstätten, schickte umgehend eine Rechnung in Höhe von 122,92 Euro an Marwin Hitz. Die Summe sollte den Schaden ausgleichen, der der Stadt Köln beim Austausch des Rasenstücks entstanden war. Lächelnd erklärte Rütten: "Es geht mir nicht um das Geld. Aber ein bisschen Strafe schadet nicht." Die Rechnung beglich Hitz übrigens umgehend - als Spende an die Kinderklinik in der Amsterdamer Straße.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen