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Bedrohte Tiere und Pflanzen Eine Million Arten stehen vor dem Aussterben

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Im Regenwald des Great-Otway-Nationalparks in Australien.

(Foto: www.imago-images.de)

Das Artensterben könnte sich extrem beschleunigen, warnt ein UN-Bericht. In einigen Jahrzehnten wird es wohl zahlreiche Tiere und Pflanzen nicht mehr geben. Schuld daran sind allein die Menschen. Um die Ausrottung von so vielen Lebensformen doch noch zu verhindern, müsste sich sehr viel ändern.

Wegen der fortschreitenden Umweltzerstörung sind laut dem Entwurf eines UN-Berichts bis zu eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Viele von ihnen drohten "in den kommenden Jahrzehnten" zu verschwinden, heißt in der vorläufigen Fassung des Berichts zur weltweiten Artenvielfalt.

500.000 bis eine Million Arten stehen demnach vor der Ausrottung. Den alarmierenden Report will die Zwischenstaatliche Plattform für Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen (IPBES) bei einer Konferenz vorstellen, die am kommenden Montag in Paris beginnt. Er warnt vor einer "unmittelbar bevorstehenden extremen Beschleunigung" des weltweiten Artensterbens. Schon jetzt sei die Geschwindigkeit, in der Tier- und Pflanzenarten aussterben, zwischen zehn- und hundertmal höher als im Durchschnitt der vergangenen zehn Millionen Jahre.

Viele Fachleute gehen davon aus, dass derzeit bereits ein sogenanntes "Massenaussterben" stattfindet. Davon hat es innerhalb der vergangenen 500 Millionen Jahre erst fünf gegeben.

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Pflanzen und Tiere leiden unter der Umweltverschmutzung: vom Wind verstreuter Plastikmüll auf einer Hochebene in Marokko.

(Foto: imago/blickwinkel)

Zu den Hauptgründen für das drohende Artensterben gehören dem Textentwurf zufolge Landwirtschaft, Abholzung, Bergbau, Fischerei und Jagd sowie Klimawandel und Umweltverschmutzung. Der Bericht beruht dabei teilweise auf Erkenntnissen zu gut erforschten Arten wie den Wirbeltieren, verweist aber auch auf "Ungewissheiten" bei der Zahl weniger bekannter Arten, vor allem der Insekten.

Schadensbegrenzung ist schwierig

"Wir müssen anerkennen, dass der Klimawandel und die Zerstörung der Natur gleichgewichtig (als Auslöser des Artensterbens) sind", sagte der IPBES-Vorsitzende Robert Watson. Beide Faktoren hätten nicht nur Einfluss auf die Umwelt, sondern auch auf Entwicklungs- und Wirtschaftsfragen. Ausdrücklich erwähnte Watson dabei die Gewinnung von Nahrungsmitteln und Energie. Nur "tiefgreifende Veränderungen" könnten den Schaden für die Artenvielfalt noch begrenzen.

Der vorläufige Bericht des in Bonn ansässigen IPBES kommt zudem zu dem Schluss, dass die Hälfte aller Ökosystem zu Lande und im Wasser durch den Eingriff des Menschen schwer beeinträchtigt worden sind. Subventionen für die Agrarindustrie, Viehzucht und Fischerei führten zu Ineffizienz und überhöhtem Konsum.

150 Experten aus 50 Ländern haben drei Jahre an dem Bericht gearbeitet, der eine Entscheidungshilfe für Politiker sein soll. Er fasst auf 44 Seiten ein 1800-seitiges Dokument zusammen, in dem die Vereinten Nationen aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse eine Bilanz zum Zustand der Natur auf der Erde ziehen. Allerdings können die 130 IPBES-Mitgliedstaaten noch Änderungen an dem Text vornehmen, ehe sie ihn verabschieden.

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Quelle: n-tv.de, hul/AFP

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