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Sommer 2018 und 2019 Härteste Dürre seit 250 Jahren in Europa

Risse ziehen sich durch die Erde eines Ackers. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Risse ziehen sich durch die Erde eines Ackers. In den Jahren 2018 und 2019 war das oft zu sehen.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Dass der Klimawandel für insgesamt heißere Sommer sorgt, ist keine Neuheit - wohl aber, dass die Dürreperiode 2018 und 2019 die schlimmste seit 250 Jahren war. Das finden deutsche und tschechische Forscher heraus. Sie schreiben auch, was zu tun wäre.

Die Häufigkeit und das Ausmaß zweijähriger Sommer-Dürren wie in den Jahren 2018 und 2019 dürften bis zum Ende dieses Jahrhunderts in Mitteleuropa zunehmen, wenn die Treibhausgas-Emissionen nicht reduziert werden. Das geht aus einer Studie deutscher und tschechischer Wissenschaftler hervor, die in der Fachzeitschrift "Scientific Reports" veröffentlicht wurde.

Die vergangenen fünf Jahre waren gleichzeitig die heißesten fünf Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Seit dem Frühjahr 2018 befindet sich nach Angaben der Wissenschaftler zudem ein großer Teil Europas in einer außergewöhnlichen Dürre: Mehr als halb Mitteleuropa, darunter auch Deutschland und Tschechien, waren von den Dürre-Sommern der Jahre 2018 und 2019 betroffen.

Ein deutsch-tschechisches Wissenschaftlerteam unter Leitung des Leipziger Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung verglich die beiden Dürre-Sommer nun mit langfristigen globalen Klimadaten der vergangenen 250 Jahre. Dabei zeigte sich, dass es in Mitteleuropa seit 1766 keine zweijährige Sommer-Dürre dieses Ausmaßes gegeben hat. Mehr als 50 Prozent des Ackerlandes war davon betroffen.

Um vorherzusagen, wie häufig solche Dürren in den kommenden Jahrzehnten auftreten könnten und welchen Einfluss die Emissionen von Treibhausgasen darauf haben, setzten die Wissenschaftler Klima-Simulations-Modelle ein. Sollten die Treibhausgas-Emissionen weiter stark ansteigen, prognostizieren die Forscher eine Versiebenfachung der Anzahl zweijähriger sommerlicher Dürreperioden in Mitteleuropa in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts.

Es gibt noch Hoffnung

"Die Projektionen legen auch nahe, dass sich die von der Dürre betroffenen Ackerflächen fast verdoppeln werden - auf mehr als 40 Millionen Hektar", erklärte der Leipziger Forscher Rohini Kumar. Damit wären dann 60 Prozent aller Ackerflächen in ganz Mitteleuropa von der Dürre betroffen.

Bei einem moderaten Anstieg der Treibhausgas-Konzentrationen verringert sich die Zahl der zweijährigen Sommer-Dürren im Vergleich zum ersten Szenario um fast die Hälfte und die betroffene Ackerfläche um 37 Prozent. In einem Modell mit niedrigen Treibhausgas-Konzentrationen nahm die erwartete Häufigkeit von zweijährigen Sommerdürren sogar um über 90 Prozent ab. Die Zahl der dürregefährdeten Ackerflächen verringerte sich um 60 Prozent.

Diese Ergebnisse deuten nach Angaben der Forscher also darauf hin, "dass eine wirksame Minderungsstrategie für die Emission von Treibhausgasen dazu beitragen könnte, das Risiko häufigerer und ausgedehnterer aufeinanderfolgender Sommer-Dürren in Mitteleuropa zu verringern".

Quelle: ntv.de, vpe/AFP