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Geld verdienen, Gutes tun? Vorsicht bei grünen Direktinvestments

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Bei Waldinvestments investieren Anleger in Holz.

(Foto: dpa)

In Bäume investieren? So können Anleger nachhaltig Geld anlegen und zum Umweltschutz beitragen, versprechen Anbieter. Dabei sind Direktinvestments nicht für alle geeignet.

Anleger, die etwas fürs Klima tun möchten, müssen aufpassen: Manche als nachhaltig beworbene Investments sind besonders risikoreich. Sie gehören zum sogenannten grauen Kapitalmarkt, der nicht reguliert ist. Darauf macht die Aktion "Finanzwissen für alle" der Fondsgesellschaften aufmerksam. Grundsätzlich gelte die Faustregel: Je höher die versprochene Rendite, desto höher das Risiko, viel Geld zu verlieren.

Sparern werden zum Beispiel Direktanlagen in Holzplantagen angeboten, die zweistellige Rendite bieten sollen. Dabei erwerben sie nach Anbieterangaben selbst ein Stück Wald. Durch die Nutzung sollen laufende Erträge generiert werden. Doch anders als versprochen sind Anleger bei einer Insolvenz des Anbieters nicht unbedingt als Eigentümer abgesichert, warnt der Fondsverband BVI. Eine Einschätzung, die auch die Stiftung Warentest teilt, selbst dann, wenn einzelne Anbieter durchaus als seriös betrachtet werden können.

Bäume können meist erst nach Jahren gefällt werden

Aber was können sich Anleger überhaupt unter einem Waldinvestment vorstellen? Hier investieren Anleger in Holz wie Teak, Eukalyptus oder Kiefer, erklärt Annabel Oelmann, Vorständin der Verbraucherzentrale Bremen. Ein Haken: Die Plantagen stünden häufig in fernen Ländern, etwa im südamerikanischen oder asiatischen Raum. Die Investition fängt bei der Pflanzung an und endet mit dem Abholzen. Die Rendite entsteht durch den anschließenden Verkauf der Bäume.

"Die gängigsten Anlageformen sind hier Direktinvestments oder geschlossene Fonds", sagt Oelmann. Bei einem Direktinvestment investierten Anleger direkt in einzelne oder mehrere Bäume auf bestimmten Flächen. Gleichzeitig wird ein Vertrag mit einem Dienstleister abgeschlossen, der sich um die Bewirtschaftung der Bäume kümmert. Geschlossene Fonds seien hingegen weniger individuell ausgestattet, so Oelmann. Anleger beteiligen sich hier als Geldgeber an einer Gesellschaft, die die Waldgrundstücke erwirbt und für den Holzanbau aufforstet.

Risiken streuen

Der Eigentumserwerb im Ausland scheitert in vielen Fällen an rechtlichen Problemen, hat auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) bereits festgehalten. Nicht alle Anleger kennen sich zudem mit den entsprechenden Märkten aus und könnten die Anlage selbst verwerten, falls der Anbieter pleitegeht, so die Bafin. Nur bei erheblichen Bedenken für den Anlegerschutz kann die Aufsicht eingreifen. Geschlossene Fonds sind dagegen gesetzlich reguliert und werden von Aufsichtsbehörden überwacht, erklärt der BVI.

Anlegern wird dazu geraten, ihr Geld möglichst breit auf verschiedene Anlageformen zu verteilen. Gemeint sind damit in aller Regel Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien. Die Aufteilung der sogenannten Assetklassen unterliegt dann der persönlichen Risikoneigung.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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