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Zeit ist Geld ...
Zeit ist Geld ...(Foto: dpa)
Dienstag, 10. Juli 2018

Überweisung in 20 Sekunden: Wann kann meine Bank "Echtzeit"?

Egal, ob Wochen-, Sonn- oder Feiertag, bei der Sparkasse sollen Überweisungen ab sofort rund um die Uhr möglich und in maximal zehn Sekunden abgeschlossen sein. Vorausgesetzt, die Bank des Empfängers nimmt auch am Echtzeitüberweisungssystem teil.

Der Freundin schnell das geliehene Geld zurückzahlen, einen Gebrauchtwagen ohne viel Bargeld kaufen oder fast verschwitzte Rechnungen noch fristgerecht überweisen - bei normalen Überweisungen verstreichen schon mal wertvolle Tage. Deutlich schneller gehen soll es mit der Echtzeit-Überweisung oder auch Instant Payment (Sofortzahlung) genannt, die viele Sparkassen nun freischalten.

Was bedeutet Echtzeit?

Innerhalb von 20 Sekunden soll das Geld auf dem Konto des Empfängers eingehen und zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit, versprechen die Sparkassen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Banken an dem System teilnehmen. Eine Instant-Payment-Zahlung auf der Basis einer Sepa-Überweisung kommt in der Regel nur zustande, wenn die Sender- und die Empfängerbank diese Funktion auch anbieten. Der Auftrag kann dann per Online-Banking oder Smartphone-App erteilt werden.

Wer nimmt noch an dem System teil?

Vorreiter war in Deutschland die HypoVereinsbank. Gedulden müssen sich hingegen Kunden der Deutschen Bank, diese führt den Dienst erst im November ein. Die Genossenschaftsbanken wollen den Dienst im ersten Halbjahr 2019 einführen. Zu dieser Finanzgruppe gehören Volks- und Raiffeisenbanken, PSD-Banken, Sparda-Banken, kirchliche Kreditgenossenschaften, die Deutsche Apotheker- und Ärztebank und die BBBank. Noch 2018 führt wohl auch die deutsche Santander Consumer Bank Instant Payment ein. Die Commerzbank kann noch keinen Termin nennen.

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Abgesehen von den deutschen Banken nehmen laut Liste der Sparkassen auch schon viele österreichische, italienische und spanische Banken an dem System teil. Darunter die Banco Santander aus Spanien, ING Bank (als ING Group) aus den Niederlanden und die Unicredit aus Italien. Experten gehen davon aus, dass über kurz oder lang alle Bankhäuser Instant Payment anbieten werden. 

Bislang sind das Bezahlen per Girocard und die Lastschrift die beliebtesten bargeldlosen Verfahren im Handel. Die Überweisung in Sekunden könnte ein Ersatz für Bargeldzahlungen werden.

Was sind weitere Unterschiede zur Standard-Überweisung?

Die Standard-Überweisung braucht in der Regel einen Werktag und ist an die Geschäftszeiten der Banken gebunden. Dafür gibt es keine Betragsgrenze. Echtzeit-Überweisungen sind hingegen anfangs auf 15.000 Euro pro Transaktion begrenzt. Außerdem erfährt der Kontoinhaber binnen Sekunden, ob die Überweisung erfolgreich war. Bei einer Standard-Überweisung kann es Tage dauern, bis das Geld nach einer fehlerhaften Buchung zurück ist.

Was kostet der Dienst?

Je nach Sparkasse unterscheiden sich die Preise. So verlangt etwa die Sparkasse Köln Bonn für Privatkunden je nach Girokonto entweder nichts oder 60 Cent. Die Berliner Sparkasse verlangt zwischen 25 und 55 Cent je Transaktion. Echtzeit-Überweisungen mit der Geldsendefunktion "Kwitt" der Sparkassen-App sind kostenlos.

Wie funktioniert der Dienst?

Sparkassenkunden können den Dienst im Online-Banking sowie bei Überweisungen in der Sparkassen-App auf dem Smartphone auswählen. Ist die Überweisung erfolgreich, taucht sie automatisch als Belastungsbuchung auf. Ist die Echtzeit-Überweisung nicht möglich, erhalten Kunden mit der TAN-Aufforderung einen Hinweis und können ohne Neueingabe der Daten eine Standard-Überweisung beantragen. Gibt es einen Fehler nach der TAN-Eingabe, so erhalten die Kunden unmittelbar zur Belastung wieder eine Gutschrift.

Quelle: n-tv.de