Formel1

Ferrari-Protest abgewiesen Leclerc wütet nach Red-Bull-Sieg im Regenchaos

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Mehrfach wurde das Rennen hinter dem Safety-Car neu gestartet.

(Foto: IMAGO/Motorsport Images)

Regen sorgt beim Formel-1-Rennen in Monaco erst für Verzögerungen, dann für einen schweren Schumacher-Unfall und schließlich für einen Grand Prix, der bis zur letzten Runde höchst spannend ist. Charles Leclerc verliert den ersehnten Heimsieg an der Box, stattdessen triumphiert Red Bull.

Charles Leclerc und seine Heimat Monaco - das passt zumindest in einem Rennwagen weiterhin nicht zusammen: Der Ferrari-Pilot wurde beim Großen Preis im Fürstentum Opfer des Regens sowie kapitaler Strategiefehler seiner Crew und belegte nur Rang vier. Zumindest, das allerdings dürfte lediglich ein schwacher Trost sein für den WM-Kandidaten, erreichte er auf "seinen" Straßen erstmals das Ziel. "Mir fehlen die Worte, wir können das nicht machen", funkte Leclerc nach der Zieleinfahrt fassungslos an die Box.

Den Sieg in dem chaotischen Rennen, das nach 64 Runden wegen Erreichens des Zeitlimits abgebrochen wurde, holte sich Red-Bull-Pilot Sergio Perez. "Als Fahrer träumst du von einem Erfolg auf dieser Strecke", sagte er anschließend. Zweiter wurde Leclercs Teamkollege Carlos Sainz vor Weltmeister Max Verstappen im zweiten Red Bull. Der Titelverteidiger aus den Niederlanden baute damit trotz eines persönlich mäßigen Wochenendes seine WM-Führung gegenüber Leclerc auf neun Punkte aus. "Ich habe das Beste gegeben nach meinem schwierigen Qualifying", sagte Verstappen, "und wir haben einen guten Job mit der Strategie gemacht. Als Team können wir nach diesem hektischen Sonntag mit Regen und roter Flagge zufrieden sein."

Allerdings legte Ferrari nach dem Rennen Protest gegen das Ergebnis der beiden Red-Bull-Piloten ein. Es geht um angebliche Regelverstöße. Sowohl Perez als auch der niederländische Weltmeister Verstappen sollen bei der Ausfahrt aus der Boxengasse mit ihren Wagen über die gelbe Linie gefahren sein. Das ist laut Regelwerk verboten. Das Duo wurde zu Anhörungen vor den Rennkommissaren geladen. Die Erfolgsaussichten sind schwer abzuschätzen - für gewöhnlich wird diese Art von Vergehen allerdings schon während des Rennens bemerkt und bestraft. Am Abend wurde der Protest denn auch abgewiesen.

Den Begründungen zufolge berührte Verstappen mit dem linken Hinter- und dem linken Vorderrad zwar die gelbe Linie, er habe sie aber nicht überquert. Das wäre strafbar gewesen. Bei Perez hieß es, dass Ferrari selbst bei der Anhörung zu der Feststellung gekommen sei, dass der Mexikaner nicht auf der gelben Linie war. 

Das Ergebnis des Großen Preises von Monaco

1. Sergio Perez (Red Bull)
2. Carlos Sainz (Ferrari)
3. Max Verstappen (Red Bull)
4. Charles Leclerc (Ferrari)
5. George Russell (Mercedes)
6. Lando Norris (McLaren)
7. Fernando Alonso (Alpine)
8. Lewis Hamilton (Mercedes)
9. Valtteri Bottas (Alfa Romeo)
10. Sebastian Vettel (Aston Martin)
11. Pierre Gasly (Alpha Tauri)
12. Esteban Ocon (Alpine)
13. Daniel Ricciardo (McLaren)
14. Lance Stroll (Aston Martin)
15. Nicholas Latifi (Williams)
16. Guanyu Zhou (Alfa Romeo)
17. Yuki Tsunoda (Alpha Tauri)

Nicht im Ziel: Alexander Albon (Williams), Mick Schumacher, Kevin Magnussen (beide Haas)

Für Mick Schumacher änderte dieser Protest nichts mehr, der 23-Jährige flog in der 27. Runde ab, sein Haas wurde bei dem schweren Einschlag in der Hafenschikane in zwei große Teile gerissen. "Die Autos sind breiter als letztes Jahr - in dem Fall waren sie zu breit und ich habe mich verschätzt", sagte Schumacher bei Sky und nahm die Schuld auf sich. Körperlich sei er "okay". Der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher wartet auch nach seinem 28. Formel-1-Rennen weiter auf Punkte. Ex-Champion Sebastian Vettel belegte im Aston Martin Rang zehn.

Leclerc flucht: "Was machen wir da?"

Nach Leclercs Fahrt am Samstag auf die Pole Position setzten die Verfolger ihre Hoffnungen in den prognostizierten Regen - und dieser kam wie bestellt kurz vor dem Start um 15 Uhr. Der Niederschlag war allerdings sehr stark, nach zwei Formationsrunden hinter dem Safety-Car entschied die Rennleitung auf Unterbrechung.

Erst mit mehr als einer Stunde Verzögerung wurde das Rennen wieder aufgenommen. An der Spitze änderte sich zunächst nichts, Leclerc konnte das Tempo bestimmen. Allerdings reagierte Ferrari zu spät auf die abtrocknende Strecke. Perez überholte den Monegassen sprichwörtlich in der Box durch einen früheren Stopp auf Intermediates.

Ferrari ging anschließend volles Risiko und holte nur drei Runden später seine beiden Fahrer rein, um ihnen Trockenreifen zu geben. Im Falle von Leclerc war dies offenbar so nicht beabsichtigt - der Monegasse war allerdings schon in die Boxengasse abgebogen, als sein Renningenieur ihm zurief, auf der Strecke zu bleiben. "Was verdammt nochmal machen wir da?", fluchte Leclerc im Funk, nachdem er sich nur noch auf Rang vier wiedergefunden hatte.

Was wird aus dem Grand Prix von Monaco?

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Nach dem Restart infolge des Schumacher-Crashs war für Leclerc nicht mehr viel zu machen, auf trockener Strecke ist das Überholen in Monaco praktisch ein Ding der Unmöglichkeit. Zudem stattete ihn seine Crew mit einer härteren und damit langsameren Reifenmischung aus als Perez und Verstappen.

Über dem Monaco-Wochenende schwebte derweil die Frage, ob das Glamour-Rennen womöglich zum letzten Mal zum Kalender gehört. Der Vertrag zwischen der Formel 1 und dem Veranstalter läuft aus. Bislang zahlt Monaco ein geringes Antrittsgeld und genießt viele Privilegien, welche die Formel-1-Führung beschneiden möchte.

Quelle: ntv.de, tsi/jwu/sid/dpa

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