Fußball

Finals in der CL-Gruppenphase BVB im Fernduell - und Klopp vor dem Aus?

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Ob Jürgen Klopp 2020 wieder den Henkelpott stemmen darf, kann sich schon heute entscheiden. Zumindest im Negativfall.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Der FC Liverpool muss zittern, hat es aber in der eigenen Hand, der FC Bayern spielt für das Wohlbefinden, Borussia Dortmund dagegen muss zittern, Bayer 04 Leverkusen auch. In den letzten Spielen der Gruppenphase der Fußball-Champions-League geht es noch um einiges.

Beim Titelverteidiger ist vor dem letzten Vorrunden-Spieltag der Fußball-Champions-League schon ordentlich Druck auf dem Kessel: "Ich bin schon im Wettkampfmodus, das kann ich Ihnen sagen", knurrte Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool, auf der Pressekonferenz vor dem Duell bei Red Bull Salzburg den leicht fahrig wirkenden Dolmetscher an. Der hatte eine Antwort von Klopps Kapitän Jordan Henderson falsch übersetzt, was den deutschen Trainer schwer auf die Palme brachte. "Ist natürlich scheiße für den Dolmetscher, wenn der Deutsch sprechende Trainer danebensitzt. Er hat nicht gesagt: ‚Wir wollen es leicht angehen‘, sondern: ‚Wir sind uns der Schwere der Aufgabe bewusst‘ - das normale Zeug halt. Also schon zuhören. Sonst kann ich das auch übersetzen. Das ist ja nicht so schwer", zürnte Klopp und machte während der Fragerunde überhaupt einen dünnhäutigen Eindruck.

Das dürfte auch daran liegen, dass der Tabellenführer der englischen Premier League im Gegensatz zu anderen europäischen Topklubs aus dem letzten Königsklassenspiel des Jahres noch unbedingt etwas mitnehmen muss, will die Mannschaft auch 2020 noch im Wettbewerb vertreten sein. Der FC Bayern muss nur noch für die eigene Seele siegen, der FC Barcelona ist nur noch für das Schicksal von Borussia Dortmund verantwortlich und für Paris Saint-Germain und Real Madrid ist auch schon alles zu unterschiedlicher Zufriedenheit geklärt. Und sonst so? Dann gehen wir mal die Gruppen durch:

Gruppe A (beide Spiele am Mittwoch, 21 Uhr)

Thomas Tuchel kann seine Mannschaft entspannt ins Gruppenfinale gegen Galatasaray aus Istanbul schicken, mit 13 Punkten ist PSG der Gruppensieg sicher. Real Madrid hat trotz des schlechtesten Starts seiner ruhmreichen Champions-League-Geschichte mit nur einem Punkt aus den ersten beiden Spielen noch einigermaßen repariert und ist schon vor der Partie bein Club Brügge in Belgien ebenfalls durch.

Gruppe B (Mittwoch, 21 Uhr)

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Nach dem Hinspiel war die Bayern-Welt noch in Ordnung: Serge Gnabry traf vierfach beim 7:2 in London.

(Foto: Action Images via Reuters)

Der FC Bayern (15 Punkte) muss nach zwei Bundesliganiederlagen in Folge und dem Absturz auf Platz sieben gegen Tottenham Hotspur (10) vor allem was für die gute Laune und das eigene Selbstverständnis tun. Der Gruppensieg ist dem Bundesligisten nicht mehr zu nehmen, auch für den Gegner aus London, für den inzwischen José Mourinho an der Linie steht, ist das Achtelfinal-Ticket bereits gebucht. In der zweiten Partie spielen Olympiakos Piräus (1) und Roter Stern Belgrad (3) darum, wer im kommenden Jahr zumindest in der Europaliga weitermachen darf.

Gruppe C (Mittwoch, 18.55 Uhr)

Manchester City (13) kann sich nach der 1:2-Niederlage im Stadtderby gegen Man United vom Wochenende wohl endgültig voll auf die Champions League konzentrieren. Die endlich zu gewinnen, das ist der klare Auftrag für Trainer Josep Guardiola. Eigentlich ist die Wartezeit den Scheichs schon viel zu lang. Immerhin der erste Schritt ist schon gemacht: Der Gruppensieg ist sicher, dahinter streiten sich Schachtjor Donezk (6), Dynamo Zagreb (5) und Atalanta Bergamo (4) um den zweiten Platz fürs Achtelfinale. Donezk kommt weiter bei einem Heimsieg gegen Bergamo, Zagreb bei einem Sieg in Manchester, wenn Donezk nicht gegen Bergamo gewinnt. Die Italiener dürfen wiederum jubeln, wenn sie Donezk schlagen und Zagreb nicht in Manchester gewinnt.

Gruppe D (Mittwoch, 21 Uhr)

Juventus Turin ist als Gruppensieger (13) souverän schon durch, dahinter liefern sich Bayer 04 Leverkusen (6) und Atlético Madrid (7) ein Fernduell. Schlägt der Bundesligist Turin, müssen die Spanier gegen Lokomotive Moskau ebenfalls gewinnen, um weiter zu kommen. Holt Leverkusen nur einen Punkt, ist Atlético weiter.

Gruppe E (Dienstag, 18.55 Uhr)

Schießt Red Bull Salzburgs Wunderstürmer Erling Haaland den FC Liverpool (10) als erst zweiten Titelverteidiger in der Gruppenphase aus dem Wettbewerb? Ein Sieg einem Tor Unterschied würde den Österreichern (7) das Weiterkommen sichern, solange Liverpool nicht mehr als drei Treffer erzielt. Dann bräuchte Salzburg nach dem 3:4 aus dem Hinspiel einen Sieg mit zwei Toren Unterschied, um den direkten Vergleich für sich zu entscheiden. Holt der SSC Neapel (9) mindestens einen Punkt bei RC Genk, wäre Liverpool draußen. Gewinnt Salzburg nicht gegen Liverpool, ist Neapel in jedem Falle weiter. Die Italiener scheiden nur aus, wenn sie gegen Genk leer ausgehen und Salzburg Liverpool schlägt.

Gruppe F (Dienstag, 21 Uhr)

In der "Todesgruppe F" hat der FC Barcelona (11) die eigene Zukunft als Gruppensieger bereits geklärt, das Schicksal zweier anderer europäischer Großklubs haben die Katalanen in der Hand: Verliert Barça bei Inter Mailand (7), geht die Champions League ohne Borussia Dortmund (7) weiter. Das Problem für den Bundesligisten: Barcelonas Trainer Ernesto Valverde wird wohl nur eine verstärkte B-Elf aufs Feld schicken, die Stars Lionel Messi, Sergi Roberto und Gerard Piqué werden geschont, auch der deutsche Nationaltorhüter Marc-André ter Stegen wird nur auf der Bank sitzen. Der BVB wiederum muss selbst gegen Slavia Prag gewinnen, sonst reicht Inter ein Remis. Ein Unentschieden reicht dagegen dem BVB, wenn Barcelona in Mailand gewinnt. Alles klar?

Gruppe G (Dienstag, 21 Uhr)

Deutlich entspannter kann RB Leipzig (10) das Finale der Gruppenphase angehen: Die Sachsen sind durch, zum Gruppensieg reicht schon ein Punkt bei Olympique Lyon (7). Gewinnen die Franzosen, ziehen sie am Bundesligisten vorbei. Gewinnt dagegen Zenit St. Petersburg (7) gegen Benfica aus Lissabon und Lyon kommt gegen Leipzig nicht über ein Unentschieden hinaus, jubeln die Russen. Ebenso bei einem eigenen Unentschieden und einer Niederlage Olympiques.

Gruppe H (Dienstag, 21 Uhr)

In der vergangenen Saison begeisterte Ajax Amsterdam (10) Europa und stürmte mit einer geupdateten Version von Johann Cruyffs Foetbal Total bis ins Halbfinale der Champions League. Auch jetzt ist die Mannschaft von Trainer Erik ten Haag auf einem guten Weg, ein Remis gegen den FC Valencia (8) würde zum Weiterkommen reichen. Bei einer Niederlage müssten die Holländer darauf hoffen, dass der FC Chelsea (8) nicht gegen OSC Lille gewinnt. Die Engländer sind bei einem Sieg sicher weiter. Valencia ebenfalls.

Wer sich näher für Borussia Dortmund interessiert, dem empfehlen wir unseren Text des Kollegen Tobias Knoop über Julian Brandt. Der ist unter der Überschrift "Glänzende Leistungen in neuer alter Position. Julian Brandt dreht beim BVB auf: Favres großer Irrtum" an diesem Dienstag zuerst auf unserem Schwesterportal sport.de erschienen.

Quelle: ntv.de