Fußball

Abstieg der DFB-Elf Die Nations League rettet Löw den Job

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Löw hat den Umbau der DFB-Elf eingeleitet - wohl gerade noch rechtzeitig.

(Foto: imago/Avanti)

Die deutsche Fußball-Nationalelf steigt ab. Das hört sich dramatisch an, ist es aber nicht. Für die Mannschaft von Joachim Löw geht es um einen Neuanfang. Und der Bundestrainer kann froh sein, dass es diese Nations League gibt.

Es ist die passende Pointe unter ein verkorkstes Jahr: Die deutsche Fußball-Nationalelf steigt aus der Eliteklasse der Nations League ab. Wenn in zwei Jahren die zweite Auflage des neuen Wettbewerbs ansteht, spielt die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw nur noch in der B-Liga. Das hört sich nicht gut an. Und das ist auch nicht gut. Es ist aber Quatsch, nun von einem Absturz in die europäische Zweitklassigkeit zu sprechen. Was ist schon passiert? Die DFB-Elf hat gegen den Weltmeister unentschieden gespielt und das Rückspiel in Frankreich verloren, beides war okay. Sie hat in Amsterdam klar verloren, das war nicht okay.

Am Ende hat es halt in dieser Gruppe eins nur zu Platz drei gereicht. Das Spiel am Montag gegen die Niederlande (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de), die den Franzosen noch den ersten Rang und damit die Teilnahme am Turnier der vier Gruppenbesten streitig machen können, hat für die deutsche Mannschaft sportlich keine Bedeutung mehr. In Gelsenkirchen geht es nur noch darum, sich einigermaßen anständig von den Zuschauern zu verabschieden. Es ist das letzte Spiel eines Jahres, an dessen Ende die Erkenntnis steht, dass das desaströse Aus in der Vorrunde der Weltmeisterschaft in Russland kein Ausrutscher war. Der Abstieg aus der Nationenliga ist das geringste Problem. Es geht darum, ein neues Team aufzubauen.

Wendepunkt in Amsterdam

Im Grunde kann der Bundestrainer froh sein, dass sich die Uefa diesen neuen Wettbewerb ausgedacht hat. Nach dem wenig erbaulichen 0:3 Mitte Oktober in den Niederlanden konnte er gar nicht mehr anders, als drei Tage später in Paris auf die Jugend zu setzen. So hat ihn die Nations League zum Umbruch gezwungen und ihm nebenbei den Job gesichert. Denn siehe da: Die deutsche Mannschaft verlor zwar gegen Frankreich mit 1:2, doch vor allem der neue Angriff mit Leroy Sané, Serge Gnabry und Timo Werner bereitete Freude. Danach sprach beim DFB keiner mehr davon, sich bei einem Abstieg einen neuen Trainer suchen zu wollen.

Beim 3:0 im Test gegen Russland an diesem Donnerstag in Leipzig ließ Löw wieder die drei jungen Angreifer spielen, die gegen einen arg schwachen Gegner dieses Mal gar Tore schossen. Dahinter positionierte er den erst 19 Jahre alte Leverkusener Kai Havertz im zentralen Mittelfeld, was sich als sehr gute Idee herausstellte. Es tut sich also was. Die Frage ist nur, warum eigentlich erst jetzt? Auch das hängt mit der Nations League zusammen und damit, dass es nach der WM nicht mit mehr oder weniger belanglosen Freundschaftsspielen weiterging, sondern mit einem mehr oder weniger ernsthaften Wettbewerb.

Löw hatte Recht, als er vor der Partie gegen Russland sagte, dass sie beim DFB den neuen Wettbewerb "vielleicht ein bisschen zu hoch" gehängt hätten. In der Tat wäre es nach der WM die bessere Idee gewesen, die Nations League Nations League sein zu lassen und sich darauf zu konzentrieren, ein neues Team mit so viel Jugend wie möglich und so viel Routine wie nötig aufzubauen. Diese Chance hat der DFB nach der WM verpasst, und dafür trägt nicht alleine der Bundestrainer die Verantwortung. Nun geht es ab März nächsten Jahres darum, sich die Teilnahmeberechtigung für die Europameisterschaft zu sichern, die 2020 erstmals dezentral auf dem ganzen Kontinent ausgespielt wird. Löw hat am Donnerstag in Leipzig gesagt: "Wir werden diese Qualifikation schaffen, unabhängig davon, welchen Gegner wir zugelost bekommen." Würde die deutsche Mannschaft das nicht schaffen, wäre das tatsächlich der Absturz in die europäische Zweitklassigkeit.

Quelle: n-tv.de

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