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Exponentielles Wachstum Ab 50 Prozent Intensivbelegung droht Übersterblichkeit

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Die Vereinigten Staaten beklagen bereits Hunderttausende Corona-Tote.

(Foto: AP)

Wie exponentielles Wachstum aussieht, hat die Corona-Pandemie auch wenig matheaffinen Menschen beigebracht. US-Experten zeigen nun, dass auch die Belegung von Intensivbetten im Vergleich zu Sterbezahlen eine Exponentialfunktion hat.

In der vierten Welle wird die Belegung der Intensivstationen nicht nur in Deutschland wieder sehr aufmerksam verfolgt. Eine Studie aus den USA zeigt nun, dass die kritische Grenze der belegten Betten weit früher erreicht wird, als bisher angenommen. Jedenfalls, wenn man einen Anstieg der Sterblichkeit zum Maßstab nimmt.

Zahlen der Covid-Task-Force der "Cybersecurity & Infrastructure Security Agency" (CISA) zeigen, dass lediglich bis zu einer Belegung von 50 Prozent keine Übersterblichkeit eintritt. Die US-Behörde, die eigentlich für die Abwehr von Hackerangriffen zuständig ist, hat ihre Berechnungen im Morbidity and Mortality Weekly Report veröffentlicht.

Demnach ist die Belegungsquote einer Intensivstation ein Stressindikator für die gesamte Klinik, deren Folgen die gesamte Gesellschaft zu spüren bekommt. Seien alle Betten mit Covid-19-Kranken belegt, fehle es an Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit anderen Erkrankungen. Diese werden suboptimal versorgt oder meiden aus Angst vor einer Erkrankung den Kontakt mit dem Gesundheitswesen sogar, begründen die Experten diese Entwicklung.

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Für ihre Berechnungen setzte die Behörde die Belegungszahlen von US-Kliniken mit den Sterbezahlen in der Bevölkerung in Beziehung. Das Ergebnis war eine Exponentialfunktion. Bis etwa zu einer Belegungsquote von 50 Prozent war der Einfluss auf die Todesfälle gering. Danach kommt es zu einem immer steileren Anstieg. Nach den Berechnungen von Geoffrey French und seinen Mitarbeitern muss bereits bei einer Belegungsquote der Intensivstationen von 75 Prozent landesweit zwei Wochen später mit 12.000 zusätzlichen Todesfällen gerechnet werden.

Wenn die Belegungsquote auf 100 Prozent steigt, kommt es demnach in den USA zwei Wochen später zu 80.000 zusätzlichen Todesfällen. Das erste Szenario wurde laut French in den USA bereits wieder erreicht. Am 25. Oktober waren die Intensivstationen des Landes bereits seit 12 Wochen zu mehr als 75 Prozent belegt. Wenn die Berechnungen zutreffen, wird die Delta-Welle erneut zu einem Anstieg der Sterblichkeit in der US-Gesamtbevölkerung führen. Den letzten Angaben der Johns Hopkins Universität vom 20. November zufolge hat das Land bereits jetzt 771.000 Corona-Tote zu beklagen.

Quelle: ntv.de, sba

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