Panorama

Berlin zurück im Krisenmodus Alle Kliniken verschieben planbare OPs

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Berliner Kliniken stehen im Vergleich zum Vorjahr weniger erfahrenes Personal und knapp 200 Intensivbetten weniger zur Verfügung.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Corona-Zahlen schnellen in die Höhe, ein kräftiger Anstieg an Covid-Patienten auf den Intensivstationen dürfte folgen. So wächst offenbar die Sorge, ob das Gesundheitssystem dem weiter standhält. Denn alle Berliner Kliniken sagen planbare Operationen ab. Doch nicht nur die vierte Welle verschärft die Lage.

Wegen der steigenden Zahl an Covid-19-Fällen werden in allen Krankenhäusern in Berlin planbare Eingriffe bei anderen Patienten verschoben. Das berichtet der "Tagesspiegel". Bislang hatten die Charité und die ebenfalls landeseigenen Vivantes-Kliniken vorerst Operationen abgesagt. Heute bestätigen Ärzte der DRK-Kliniken und kirchlicher Krankenhäuser, dass auch sie viele Operationen für die nächsten Wochen aussetzen.

"Kliniken aller Träger verschieben jetzt planbare Behandlungen, die Berliner Krankenhäuser arbeiten nun voll im Krisenmodus", sagt Marc Schreiner, der Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG), der Zeitung. "Es ist nicht mehr zu verhindern, dass die Zahl der Intensivpatienten sich in den nächsten Tagen und Wochen stark erhöhen wird." Die Sieben-Tage-Hospitalisierungs-Inzidenz liegt aktuell bei 3,5, leicht unter dem Wert vom Vortag und steht aus Sicht der Warnampel des Senats auf "Grün".

Dem Bericht zufolge werden aktuell rund 600 Corona-Infizierte in Berlins Kliniken behandelt, 176 Menschen auf der Intensivstation, was einer Auslastung der verfügbaren Betten durch Covid-Patienten von 17,6 entspricht. Vor einem Jahr lag die Zahl der behandelten Corona-Infizierten mit 1100 (293 Fälle auf der Intensivstation) demnach noch deutlich darüber. Doch nicht nur die vierte Welle bringt die Berliner Kliniken in Bedrängnis: Die Einrichtungen werden zum einen auch dadurch belastet, dass erfahrenes Personal nach den vielen Krisenmonaten teilweise in andere Jobs gewechselt ist. Zum anderen standen vor zwölf Monaten noch 1200 Intensivbetten in Berliner Krankenhäusern zur Verfügung - knapp 200 mehr als momentan.

Krankenhäuser bekommen Pauschalen für Covid-Patienten

"Kliniken aller Träger verschieben jetzt planbare Behandlungen, die Berliner Krankenhäuser arbeiten nun voll im Krisenmodus", sagte Marc Schreiner, Geschäftsführer der Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG), der Zeitung. Deshalb sei jetzt "alle erdenkliche Unterstützung von Politik, Verwaltung und Gesellschaft". Die Versorgungsaufschläge für die Behandlung von Covid-19-Patienten, wie sie der Bund angekündigt hat, seien dabei kaum geeignet, "die Kliniken in der Krise wirtschaftlich abzusichern".

Die steuerfinanzierte Pauschale liegt nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums je nach schwere des Falls und Zahl der Covid-Patienten bei 360, 560 oder 760 Euro pro Tag. Schreiner bezweifelt dem Bericht zufolge, dass der Versorgungsaufschlag vom Bund in allen Kliniken ausreichen wird, um die Ausfälle der geplanten Operationen auszugleichen. Notfalls müsse der Berliner Senat Mittel freigeben. "Damit würde auch vermieden, dass Berliner Kliniken im Zuständigkeits-Ping-Pong zwischen Bund und Land aufgerieben werden", zitiert das Blatt den BKG-Geschäftsführer.

Quelle: ntv.de, joh

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