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Klimaanpassung unumgänglich Forscher: Klimawandel-Folgen unterschätzt

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In NRW und Rheinland-Pfalz mussten viele Menschen auf den Dächern ihrer Häuser Zuflucht vor den Fluten suchen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die verheerenden Unwetter in Deutschland zeigen: Die Auswirkungen des Klimawandels können tragisch sein. Forscher fordern nun nicht nur wirksame Klimaschutzmaßnahmen, sondern auch "Klimaanpassung" - und üben scharfe Kritik an der Politik.

Experten halten es angesichts der Flutkatastrophen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für unumgänglich, dass sich Deutschland besser auf die Folgen des Klimawandels einstellt. "Klimaanpassung ist mindestens so wichtig wie Klimaschutz", sagte Lamia Messari-Becker, Expertin für Stadtentwicklung an der Universität Siegen, im ZDF.

"Der heutige Tag ist möglicherweise der Beweis dafür, dass wir die Folgen des Klimawandels tatsächlich unterschätzt haben", sagte die Bauingenieurin. "Seit mehr als 30 Jahren liegen uns Forschungsergebnisse vor, die das nahelegen - dass Wetterextreme schneller, heftiger, häufiger, konzentrierter vorkommen können." Darauf müsse man sich vorbereiten.

Zu den Problemen zählten zu starke Zersiedelung und Versiegelung. Wasser müsse versickern und ablaufen können. Kritische Infrastruktur wie Energie-, Wasser- oder Krankenhausversorgung dürfe bei Extremwetter nicht zusammenbrechen, nötig sei ein Frühwarnsystem.

"An Klimawandel anpassen"

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Ähnlich äußerte sich der Klimaforscher Stefan Rahmstorf. "Natürlich müssen wir uns auch an den schon erfolgten und unvermeidlichen Klimawandel anpassen", sagte er der ARD. Bei Städten beispielsweise gehe es zunächst darum, die von Hochwasser bedrohten Straßen zu erfassen und zu kartieren. Unterirdische Auffangbecken könnten auch in dicht besiedelten Gegenden helfen.

Klimaforscher hätten seit Jahrzehnten vor der globalen Erwärmung gewarnt. Doch selbst solche Ereignisse wie das Hochwasser 2002, das Dresden unter Wasser gesetzt habe, habe nicht zu einem nachhaltigen Umdenken in der Politik geführt, kritisierte Rahmstorf.

Quelle: ntv.de, cls/dpa

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