Wissen

Zika, Dengue, Malaria RKI-Chef: Klimawandel befördert exotische Krankheiten

ec820ed111327d38bc225523edaf5893.jpg

RKI-Chef Wieler will Ärzte in Deutschland dafür sensiblisieren, dass sie es künftig mit weniger gewöhnlichen Krankheiten zu tun haben könnten.

(Foto: dpa)

Artikel anhören
Diese Audioversion wurde mit Sprachproben unserer Moderatoren künstlich generiert.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu diesem Angebot.

Der Klimawandel bringt bessere Bedingungen für exotische Krankheitserreger auch in unseren Breitengraden mit sich, ist RKI-Chef Wieler überzeugt. Wieler rechnet damit, dass immer wieder auch Krankheiten wie Zika oder Dengue-Fieber auftreten werden. Auch eine Rückkehr der Malaria sei möglich.

Der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, erwartet eine Ausbreitung exotischer Infektionskrankheiten in Deutschland infolge des Klimawandels. Der führe in Deutschland zu einer Ausdehnung der Lebensräume von Mücken und Zecken, sagte Wieler den Zeitungen der Funke-Gruppe. Viele Mücken- und Zeckenarten könnten virale, bakterielle und parasitäre Infektionserreger übertragen.

Mehr zum Thema

Ärzte müssten für das Auftreten exotischer Infektionskrankheiten "sensibilisiert werden", die sonst nur nach Reisen aufträten. Als Beispiele nannte der RKI-Chef Zika-, Dengue- oder das West-Nil-Virus sowie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Aber auch eine Rückkehr der Malaria sei möglich. Die Vermehrung von Viren in Mücken sei temperaturabhängig, sodass mit höheren Temperaturen über längere Zeiträume die Wahrscheinlichkeit von Infektionen durch Mückenstiche steige.

Der FDP-Gesundheitspolitiker und Mediziner Andrew Ullmann erwartet ebenfalls, dass aufgrund der klimabedingten Ausbreitung von Zecken- und Mückenpopulationen Krankheiten vermehrt in Europa und Deutschland auftauchen, "die in unseren klimatischen Regionen bisher unbekannt waren". Ullmann forderte, auf die Entwicklung zu reagieren. Notwendig seien "weitere Forschungs- und Innovationsinitiativen, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ausbreitung von Krankheitserregern besser zu verstehen und wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen", sagte Ullmann den Funke-Zeitungen.

Quelle: ntv.de, jog/AFP

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen