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Folge des Klimawandels Immer mehr Erkrankungen durch Zeckenstiche

Eine Zecke krabbelt über einen Arm.

Gefährdet sind insbesondere Landwirte und andere Menschen, die regelmäßig mit Zecken-Wirtstieren wie Hunden und Schafen interagieren.

(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp)

In den letzten zwölf Jahren erkranken deutlich mehr Menschen nach einem Zeckenstich als zuvor. Forscher führen das auf längere und trockenere Sommer zurück. Jeder Siebte ist bereits mit der durch Zecken übertragenen Krankheit Borreliose infiziert worden.

Einer Studie zufolge haben sich die Fallzahlen von durch Zecken übertragenen Krankheiten in den letzten zwölf Jahren verdoppelt. Dieser Anstieg ist laut der in der Zeitschrift "BMJ Global Health" veröffentlichten Untersuchung auf längere und trockenere Sommer aufgrund des Klimawandels, die Wanderung von Tieren und den "immer häufigeren Kontakt mit Haustieren" zurückzuführen. Gefährdet sind demnach insbesondere Landwirte und andere Menschen, die regelmäßig mit Zecken-Wirtstieren wie Hunden und Schafen interagieren.

Rund jeder siebte Mensch weltweit ist der Studie zufolge bereits einmal mit der durch Zecken übertragenen Krankheit Borreliose infiziert worden. Mitteleuropa weist mit 20 Prozent die höchste Infektionsrate auf. Weltweit haben demnach hochgerechnet 14,5 Prozent der Menschen Antikörper gegen den Borreliose-Erreger im Blut, Kennzeichen einer früheren Infektion.

Borreliose-Erkrankte bemerken oft grippeähnliche Symptome

Die Borreliose wird durch ein Bakterium verursacht, das durch Zeckenstiche übertragen wird. Infizierte bekommen häufig einen Hautausschlag und leiden unter grippeähnlichen Symptomen, darunter Muskel- und Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Die Krankheit kann in seltenen Fällen tödlich verlaufen.

Die Zahlen der sogenannten Meta-Studie basieren auf einer Auswertung von mehr als 4000 Studien. Die Forscher fassten die Daten von 89 infrage kommenden Studien zusammen. Diese umfassten insgesamt 160.000 Teilnehmer. Nach Mitteleuropa sind die Regionen mit den höchsten Antikörperwerten Ostasien mit 15,9 Prozent, Westeuropa mit 13,5 Prozent und Osteuropa mit 10,4 Prozent. Die Karibik weist mit nur zwei Prozent die niedrigste Rate auf. Die Forscher wiesen darauf hin, dass die Zahlen durch regelmäßigere Tests in Regionen verzerrt sein könnten, in denen die Krankheit insgesamt häufiger vorkommt.

(Dieser Artikel wurde am Sonntag, 26. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mba/AFP

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