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Spenden sind bedenkenlos möglich Sars-CoV-2 ist nur im Blut schwer Erkrankter

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Nicht bei jeder Infektion mit Sars-CoV-2 wandert der Erreger auch ins Blut.

Die Coronavirus-Krise verunsichert die Menschen. Auch die Zahl der Blutspender geht zurück, weil viele fürchten, dass sie mit ihrer Spende andere anstecken könnten. Dabei müssen sich Menschen, die sich gesund und fit fühlen, keine Gedanken machen. Forscher erklären mit neuen Daten, warum.

Das neue Corona-Virus ist ansteckender als bisher angenommen. Um herauszubekommen, welchen Weg Sars-CoV-2 bei einer Infektion nimmt und ob auch das Blut ein Krankheitsüberträger sein könnte, werteten Wissenschaftler des Paul-Ehrlich-Instituts die Labordaten von Sars-CoV-2-Infizierten aus. Die Forscher untersuchten Proben von drei verschiedenen Instituten für Virologie. Dabei handelte es sich um Abstriche aus dem unteren Rachen, Hustenauswurf, der in der Fachsprache als Sputum bezeichnet wird, und Blutproben von insgesamt 18 Patienten, die bereits vorher mit einem PCR-Test positiv auf eine Sars-CoV-2-Infektion getestet worden waren.

Die untersuchten Proben stammten von 18 Infizierten, von denen 3 ohne Symptome und 14 mit grippeähnlichen Beschwerden und Fieber oder Lungenentzündungen waren. Außerdem wurden die Proben eines Patienten untersucht, der schwer an Covid-19 erkrankt war. Der Patient litt unter dem akuten Atemnotsyndrom und musste auf einer Intensivstation künstlich beatmet werden.

Nachweis genetischer Bestandteile

Bei den Untersuchungen der Proben konnten die Forscher sehen, dass sich sowohl im Sputum als auch in allen Rachenabstrichen das neue Sars-Virus mit einem PCR-Test nachweisen ließ. Im Blut konnten dagegen keine genetischen Bestandteile des Virus nachgewiesen werden, außer bei dem einen schwer an Covid-19 erkrankten Patienten. "Unsere Ergebnisse stimmen mit den Befunden anderer Forschungsgruppen überein, die darauf hinweisen, dass der Virusnachweis im Blut von SARS-CoV-2-infizierten Personen mit einem schweren Krankheitsverlauf assoziiert ist", erklärt Professor Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts in einer Mitteilung. "Aufgrund der jeweils geringen untersuchten Fallzahlen ist es zwar wichtig, weitere Proben zu untersuchen. Dennoch spricht die aktuelle Datenlage dafür, dass keine weiteren risikominimierenden Maßnahmen in Bezug auf die SARS-CoV-2-Pandemie und das Blutspendewesen erforderlich sind", ergänzt Cichutek die Erkenntnisse seines Bundesinstituts für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel.

Blutspenden sind also trotz der deutschlandweiten Ausgangsbeschränkungen und der Reduzierung der Sozialkontakte nicht nur erlaubt, sondern sogar ausdrücklich erwünscht. Über die Bedingungen, die mögliche Spender erfüllen müssen, Spendetermine und Ort und Vorsichtsmaßnahmen können sich Interessierte beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes oder der Kliniken vor Ort informieren.

Die aktuellen Ergebnisse wurden zunächst bei "The Reprint Server For Health Sciences" veröffentlicht. Ob sich durch die neuen Erkenntnisse der Forscher auch Aussagen über den Weg des Virus im menschlichen Körper machen lassen, muss durch andere Untersuchungen erst noch geklärt werden. Sie könnten jedoch einen Forschungsansatz bieten.

Quelle: ntv.de, jaz