Wissen

Schon seit Jahrzehnten in Tieren Ursprung von Sars-CoV-2 rekonstruiert

imago0102807594h.jpg

Die Fähigkeit, an der menschlichen Zelle anzudocken, ist eines der älteren genetisch bedingten Merkmale vieler verschiedener Coronaviren..

(Foto: imago images/Science Photo Library)

Forschungslabor, Flughund oder Schuppentier: Über den Ursprung von Sars-CoV-2 wird noch immer gerätselt. Forscher schauen sich nun Gene an und rekonstruieren die Evolutionsgeschichte des Virus. Dabei finden sie verwandte Viren, die ebenfalls potenzielle Krankmacher sind.

Um das derzeit grassierende Coronavirus zu stoppen, ist auch wichtig zu wissen, wo es ursprünglich herkommt und wie es sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt hat. Dieser Aufgabe haben sich Wissenschaftler aus den USA, Belgien, China und Großbritannien gewidmet. Die Forscher sahen sich die Gene von Sars-CoV-2 an und stellten fest, dass es sich um Material handelt, das stark rekombinant ist. Das bedeutet, dass verschiedene Regionen des Erbgutes von Sars-CoV-2 aus verschiedenen Quellen zusammengesetzt wurden. Diese Tatsache machte es dem internationalen Forscherteam besonders schwer, die Ursprünge des Covid-19-Auslösers zu rekonstruieren.

Die Forscher nahmen sich nun Abschnitt für Abschnitt dieser genetischen Regionen zur Untersuchung vor und begannen, die evolutionäre Herkunft nachzuvollziehen. Bei dieser Arbeit konnten die Forscher feststellen, dass es neben Sars-CoV-2 eine Reihe anderer artverwandter Viren gibt, die sich in Fledermäusen und Schuppentieren entwickelt haben. Weiterhin haben sich diese Viren, zu denen auch Sars-CoV-2 gehört, vor 40 bis 70 Jahren von anderen Fledermausviren getrennt.

Artverwandte Viren existierten schon 1969

Mehr zum Thema

Die größte genetische Ähnlichkeit zwischen Sars-CoV-2 bestand zu einem anderen Coronavirus, das bereits 2013 in einer Fledermaus gefunden wurde. Das Tier stammte aus der chinesischen Provinz Yunnan. Die genetische Übereinstimmung zwischen den beiden Viren lag laut dem im Fachjournal "Nature Microbiology" veröffentlichten Bericht bei 96 Prozent. Trotz der hohen Übereinstimmung sahen die Forscher auch, dass sich die beiden Viren seit mindestens 1969 in zwei unterschiedlichen Linien weiterentwickelt haben.

Sars-CoV-2 teilt mit vielen anderen Verwandten die Bindungsfähigkeit an der Oberfläche menschlicher Zellen. Diese Fähigkeit ist laut Forscher eines der älteren genetischen Merkmale. Es ist auch die Fähigkeit, die diese Viren zu Krankheitserregern für Menschen macht. Die Forscher wissen, dass Viren, die mit Sars-CoV-2 verwandt sind, derzeit beispielsweise in Hufeisenfledermäusen, die in China leben, zirkulieren. Der nächste Schritt bestünde nun darin, aufgrund der Ergebnisse, die Viren ausfindig zu machen, die Menschen ebenfalls leicht infizieren können, so die Forscher in ihrer Ausführung.

Quelle: ntv.de, jaz