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Deutschland schnieft und hustet Zehntausende leiden unter Grippewelle

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Die Übeltäter in einer grafischen Darstellung: Grippeviren.

(Foto: imago/StockTrek Images)

Baden-Württemberg, Thüringen und Sachsen waren zuletzt besonders betroffen: Die Grippewelle rollt durch die Republik - offenbar von Süd nach Nord. Ein Abflauen ist noch nicht in Sicht. Ärzte melden immer mehr Infektionen.

Die Grippe geht um, und der Höhepunkt der Ansteckungswelle ist noch nicht erreicht. Besonders verbreitet ist die Influenza derzeit im Süden und Osten Deutschlands, aber auch Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind aktuell Schwerpunkte. Das geht aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.

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Die Karte zeigt die Schwerpunkte akuter Atemwegserkrankungen in der letzten Januarwoche.

(Foto: Robert Koch-Institut)

Da die Zahl der Infizierten weiter steigt, sei in den kommenden Wochen noch mit regionalen Verschiebungen zu rechnen, heißt es von Seiten des RKI. Die Grippewelle habe früher begonnen und sei schon jetzt deutlich stärker als bei einem moderaten Verlauf. Offiziell waren bis Ende Januar deutschlandweit 27.000 Grippefälle gemeldet, darunter 85 Todesfälle von zumeist älteren Menschen.

Lothar Wieler, Präsident des RKI, warnt davor, die Krankheit zu unterschätzen. In einem Interview mit den Ruhr Nachrichten rät er: "Jeder, der sich krank fühle und ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf hat, also ältere Menschen oder Personen mit chronischen Vorerkrankungen, sollte seinen Hausarzt konsultieren." Das derzeit zirkulierende Influenza-AH3N2-Virus sei dafür bekannt, dass es bei älteren Menschen zu schweren Krankheitsverläufen führe.

RKI rät noch zur Impfung

Eine Grippeschutzimpfung könne noch sinnvoll sein, auch wenn der Aufbau des Impfschutzes etwa 14 Tage dauere. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt die Impfung allen Menschen ab 60 sowie Schwangeren und chronisch Kranken.

Zum Einwand von Impfgegnern, im Serum seien Chemikalien und Wirkverstärker enthalten, sagt Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung: "Gerade bei den Impfungen, die seit Langem und in großer Zahl verabreicht werden – dazu gehört die Grippeschutzimpfung –, ist der Kenntnisstand über die Verträglichkeit sehr gut. Das ist alles gut abgesichert." Der Epidemiologe weist darauf hin, dass für die Risikogruppen die statistische Wahrscheinlichkeit, an einer Grippe schwer zu erkranken oder sogar daran zu sterben, sehr hoch sei. "Dem kann man vorbeugen - also liegt die Abwägung ganz eindeutig bei den Vorteilen einer Impfung", so der Forscher.

Laut RKI-Präsident Wieler sollten unabhängig vom Impfstatus alle Menschen die Hygieneempfehlungen beachten. Dazu gehört etwa, sich nach dem Händeschütteln gründlich die Hände zu waschen. "Wer bereits typische Symptome wie Husten oder Niesen hat, sollte aufpassen, niemanden anzustecken. Das heißt: Einweg-Taschentücher benutzen und notfalls in den Ärmel husten."

Quelle: ntv.de, asc/dpa