Ratgeber

Mit und ohne Rezept Abnehmen mit Schlankheitsmitteln?

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Wer dauerhaft abnehmen möchte, kommt ungeachtet der Schlankheitsmittel wohl nicht umhin, seine Ernährung umzustellen.

(Foto: imago/McPHOTO)

Der Kampf gegen Übergewicht wird mit allen Mitteln geführt, auch mit rezeptfreien und rezeptpflichtigen Schlankheitsmitteln. Die sollen die Pfunde purzeln lassen. Meistens bleibt es aber bei dem Versprechen, wie Warentest festgestellt hat.

Sport, Hungern, Diätshakes oder Schlankheitsmittel werden im Kampf gegen reale und vermeintlich überflüssige Pfunde ausprobiert. Die Stiftung Warentest wollte wissen, was Letztere taugen und hat sich rezeptfreie und rezeptpflichtige Mittel genauer angeschaut, die besonders oft verkauft oder verschrieben werden. Das Ergebnis macht dann wenig Appetit.

Denn die Tester haben alle sechs überprüften rezeptfreien Mittel als wenig geeignet zum Abnehmen bewertet. Bei Mitteln mit Orlistat sei zwar ein gewisser Erfolg belegt, allerdings geben die meisten Studien Auskunft über rezeptpflichtige Mittel mit Orlistat, die höher dosiert und nicht frei verkäuflich sind. Mittel mit Chitosan und Litramine sollen die Aufnahme von Nahrungsfetten aus dem Darm verringern. Die Wirksamkeit sei aber nicht ausreichend belegt, so Warentest.

Appetitzügler mit Amphetaminen

Gänzlich die Finger sollten Übergewichtige laut der Untersuchung von rezeptpflichtigen Appetitzüglern mit Amphetaminen lassen, wie sie in Alvalin, Regenon, Regenon Retard und Tenuate Retard vorkommen. Denn Nebenwirkungen wie Herzrasen, Unruhe, Blutdruckanstieg, Schwindel oder Schlafstörungen sind möglich. Sie sollten laut Warentest "nicht einmal kurzzeitig zur Behandlung von Übergewicht zum Einsatz kommen".

Besser geeignet sind rezeptpflichtige Mittel, die höher dosiertes Orlistat oder Liraglutid enthalten. In Studien wird beiden Wirkstoffen ein Erfolg beim Abnehmen bescheinigt. Vor allem beim Einsatz von Liraglutid ist eine Gewichtsreduktion um bis zu sechs Kilo zusätzlich. Die mäßige Unterstützung beim Abnehmen hat allerdings ihren Preis: Liraglutid muss gespritzt werden und kostet pro Monat ungefähr 290 Euro. Orlistat wird geschluckt und kostet bis zu 120 Euro im Monat.

Ohne Ernährungsumstellung geht's nicht

Beide Mittel sollten denn auch nur bei starkem Übergewicht und unter ärztlicher Aufsicht zum Einsatz kommen. Viele Teilnehmer brachen die Studien wegen Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Durchfall ab.

Wer dauerhaft abnehmen möchte, kommt ungeachtet der Schlankheitsmittel wohl aber nicht umhin, seine Ernährung umzustellen. Obst und Gemüse statt Fertiggerichten und der Verzicht auf zu viel Zucker bewirken oft schon eine Menge. Um ausreichend Bewegung kommt wohl auch niemand herum, der überflüssige Pfunde loswerden möchte.   

Quelle: ntv.de, awi