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Abnehmprodukte im Test Fett weg mit Diät-Shakes?

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Wer dauerhaft abnehmen möchte, kommt ungeachtet der Diät-Produkte wohl aber nicht umhin, seine Ernährung umzustellen.

(Foto: imago/Panthermedia)

Der Kampf gegen vermeintliches oder reales Übergewicht wird mit allen Mitteln geführt, auch mit Diät-Shakes. Die bestehen hauptsächlich aus eiweißhaltigen Pulvern, Süßstoffen und Vitaminen und sollen Mahlzeiten ersetzen. Funktioniert das? Öko-Test weiß Bescheid und findet Bedenkliches.

Neben Sport und Hungern greifen Übergewichtige gerne auch zu sogenannten Diätshakes. Angerührt in Wasser oder Milch liefern sie verzehrfertige 200 bis 400 Kilokalorien (kcal) pro Mahlzeit. Noch - denn ab September 2019 dürfen es nur noch 200 bis 250 kcal sein. Werden durch die Shakes zwei der drei täglichen Hauptmahlzeiten ersetzt, tragen sie zu einer Gewichtsabnahme bei.

Ersetzen diese eine der täglichen Hauptmahlzeiten, tragen sie zum Gewichtserhalt nach der Diät bei. Das behaupten zumindest die Hersteller. Beide Aussage hat die Europäische Union offiziell genehmigt und als Health Claim zugelassen. Mit einer riesengroßen Einschränkung: Das Ganze funktioniert nur, wenn man sich ohnehin kalorienarm ernährt. Dieser Wortlaut muss deshalb so auch auf den Pulverdosen stehen.

Öko-Test wollte genauer wissen, was die Trockenpulver taugen und hat 14 Produkte unter anderem von Almased, Aldi, Dm, Slimfast, Yokebe unter die Lupe genommen.

Kohlenwasserstoffe, Soja-DNA und künstliche Vitamine

Ergebnis: Fast zwei Drittel der Produkte fallen im Test mit Pauken und Trompeten durch. Sie sind "mangelhaft" oder "ungenügend". Trotzdem zeigt sich im Vergleich zum Test von 2016 ein leicht verbessertes Bild: Erstmals gibt es auch "befriedigende" Urteile. Neu ist, dass die Produkte auf die gesättigten Kohlenwasserstoffe MOSH/POSH sowie MOAH untersucht wurden. Das Ergebnis fällt unterschiedlich aus. So weisen drei Produkte "sehr stark erhöhte" Gehalte von MOSH/POSH auf (unter anderem "Almased Vitalkost", "ungenügend"). Immerhin, die problematischeren MOAH hat das Labor nicht nachgewiesen.

Extrem hoch ist die Belastung hingegen im "Alsiroyal Diät-Drink" ("ungenügend"). Er enthält 60-mal so viel an MOSH/POSH, was die Tester als "sehr stark erhöht" ansehen. Anbieter Alsitan führt die hohen MOSH-Gehalte auf ein Weißöl zurück, das bei der Herstellung verwendet wurde.

Laut der Untersuchung stecken In vier sojabasierten Pulvern Spuren von gentechnisch veränderter Soja-DNA (unter anderem in Formoline Eiweiß-Diät). Auch dies sieht Öko-Test kritisch, weil mit dieser Technologie ökologische Risiken verbunden sind. Die entsprechende Ware wurde mit "ungenügend" bewertet.

Abgesehen davon verzichten einige Hersteller auf überflüssige Aromen und Süßstoffe, darunter zwei der als "befriedigend" befundenen Produkte ("Vitalis Diät Vitalkost" und "Yokebe Die Aktivkost, Classic). Ein Bio-Anbieter verzichtet sogar auf die Zugabe von künstlichen Vitaminen und Mineralstoffen. Er reichert sein Produkt auf natürliche Weise an, mit getrocknetem und gemahlenem Obst und Gemüse sowie Nüssen. Für die Tester die bessere Wahl. Allerdings finden sich im "Trinkkost Slim Fruity Diätshake, Bio" eine starke Belastung mit gesättigten Kohlenwasserstoffen, weshalb das Gesamtergebnis dennoch "mangelhaft" ist.

Wer dauerhaft abnehmen möchte, kommt ungeachtet der Diät-Produkte wohl aber nicht umhin, seine Ernährung umzustellen. Obst und Gemüse statt Fertiggerichten und der Verzicht auf zu viel Zucker bewirken oft schon eine Menge. Um ausreichend Bewegung kommt aber wohl niemand herum, der überflüssige Pfunde loswerden möchte.   

Quelle: n-tv.de, awi

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