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Frei- und Pauschbeträge, Zulagen Das ändert sich 2019 bei der Steuer

Steuern: Anleger können Verluste aus verfallenen Optionen beim Fiskus steuermindernd geltend machen. Foto: Jan Woitas

Steuerzahler werden im neuen Jahr an einigen Stellen entlastet.

dpa

Die Steuereinnahmen des Staates befinden sich auf Rekordniveau - da ist eine Entlastung der Bürger eigentlich überfällig. Zumindest gibt es im kommenden Jahr ein paar kleine Verbesserungen.

Ab 2019 steigt der Grundfreibetrag auf 9168 Euro. Für Ehepaare und eingetragene Lebensgemeinschaften gilt der doppelte Betrag. Einkommen bis zu dieser Höhe sind von der Steuer befreit. Bislang beläuft sich der Grundfreibetrag auf 9000 beziehungsweise 18.000 Euro. Gleichzeitig fängt der Höchststeuersatz von 42 Prozent erst ab einem jährlichen zu versteuernden Einkommen von 55.961 beziehungsweise 111.922 Euro an zu greifen. Bislang langt der Fiskus schon bei Beträgen von mehr als 54.950 beziehungsweise 109.900 Euro mit 42 Prozent zu.

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Steuerexperte Michael Bormann

Außerdem gibt es für Kinder mehr Geld. Ab dem 1. Juli 2019 schießt der Staat beim ersten und zweiten Kind 204 Euro pro Monat zu. Bisher beläuft sich das Kindergeld auf 194 Euro. Für das dritte Kind steigt der Satz von 200 auf 210 und für das vierte Kind von 225 auf 235 Euro.

Eine Entlastung gibt es auch bei der Arbeitslosenversicherung. Hier sinkt der Satz von 3 auf 2,5 Prozent. Dafür wird es bei der Pflegeversicherung teurer. Für sie zahlen die Bürgerinnen und Bürger künftig 3,05 Prozent ihres zu versteuernden Einkommens. Bislang waren nur 2,55 Prozent fällig. Bei Kinderlosen erhöht sich der Beitrag von 3,05 auf 3,30 Prozent. Unter dem Strich sind die Änderungen bei den Sozialabgaben ein Nullsummenspiel. 

Förderung von Dienst-E-Autos, Dienstfahrrädern und E-Bikes

Deutschland bleibt in Bezug auf Elektromobilität hinter den Zielen der Regierung zurück. Das will Berlin jetzt ändern. So wird der Satz auf den geldwerten Vorteil bei privat genutzten Dienstwagen von 1,0 auf 0,5 Prozent halbiert. Bei einem Bruttolistenpreis von beispielsweise 60.000 Euro sind dann monatlich nur noch 300 Euro statt bisher 600 Euro als Sachbezug zu versteuern. Wird die Privatnutzung per Fahrtenbuch ermittelt, gibt es eine Halbierung der Abschreibung beziehungsweise Leasingkosten. Diese Regelungen gelten von Anfang 2019 bis Ende 2021.

Die Zurverfügungstellung eines Dienstfahrrads oder E-Bikes auch zur privaten Nutzung ist ab 1. Januar 2019 steuerfrei. Das gilt allerdings nur für die Fahrräder mit unterstützendem Elektromotor, für die keine Versicherungspflicht besteht.

Auch Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs können sich freuen. Die verbilligte Überlassung einer Monatskarte für die Wege zwischen Wohnung und Arbeit ist ab 2019 steuerfrei. Der Vorteil wird aber auf die Pendlerpauschale angerechnet.

Gesundheitsförderung durch Arbeitgeber

Beim Gang ins Fitnessstudio wird es dagegen komplizierter - zumindest bei der steuerlichen Behandlung. Die Steuerfreiheit von 500 Euro pro Jahr durch den Arbeitgeber für die Gesundheitsförderung wird jetzt an eine Zertifizierung der Maßnahme geknüpft. Für bereits in diesem Jahr 2018 begonnene unzertifizierte Maßnahmen besteht die Zertifizierungspflicht erst ab 2020.

Sonderabschreibung bei Mietwohnungsneubau und Baukindergeld

In Deutschland fehlt Wohnraum. Um die Bautätigkeit anzuregen, hat der Gesetzgeber zwei neue Maßnahmen getroffen. Für vermietete Wohnbauten gibt es für die ersten vier Jahre nach Fertigstellung neben der normalen linearen Abschreibung eine Sonderabschreibung von fünf Prozent pro Jahr. Somit kommt man auf eine Abschreibung in den vier Jahren von 28 Prozent. Voraussetzung ist, dass die Baukosten je Quadratmeter 3000 Euro nicht übersteigen und die Immobilie zehn Jahre vermietet wird. Bemessungsgrundlage sind die Anschaffungs- beziehungsweise Herstellungskosten bis maximal 2000 Euro. Außerdem muss der Bauantrag oder die -anzeige zwischen dem 31. August 2018 und 1. Januar 2022 erfolgt worden sein.

Für die Anschaffung oder Herstellung einer selbst genutzten Wohnung oder eines Hauses wird für jedes Kind im Haushalt, für das es Kindergeld gibt, ein Baukindergeld von jährlich 1200 Euro gezahlt - und zwar zehn Jahre lang. Das summiert sich also auf 12.000 Euro je Kind. Voraussetzung ist, dass das jährliche Haushaltseinkommen 90.000 Euro plus 15.000 Euro pro Kind nicht übersteigt. Dazu wird das Einkommen des vorletzten und vorvorletzten Jahres vor Antragstellung herangezogen. Ein Kind, das nach der Antragstellung geboren wird, wird nicht berücksichtigt. Außerdem gilt das Baukindergeld nur bei Immobilien, deren Kauf oder Baugenehmigung nach dem 1. Januar 2018 erfolgt ist.

Dr. Michael Bormann ist Steuerexperte und seit 1992 Gründungspartner der Sozietät bdp Bormann Demant & Partner www.bdp-team.de. Schwerpunkte seiner Tätigkeiten sind neben Steuern die Bereiche Finanzierungsberatung sowie das Sanierungs- und Krisenmanagement bei mittelständischen Firmen.

Quelle: n-tv.de

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