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Ganzjährige Befreiung So spart man sich die Rezept-Zuzahlung

Der Klassiker: Rosa Rezepte gibt es für Arzneien, die von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Etwas zuzahlen müssen Patienten häufig trotzdem. Foto: Oliver Berg

Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln beträgt die Zuzahlung zehn Prozent des Preises, mindestens aber fünf Euro und höchstens zehn Euro.

dpa

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Fast eine halbe Milliarde Mal greifen Mediziner jährlich zum Rezeptblock, damit sich Kassenpatienten die entsprechenden Medikamente aus der Apotheke besorgen können. Was ganz schön ins Geld geht, denn meist ist eine Zuzahlung fällig. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man sich davon befreien lassen.

Rosa, blau, grün, gelb, weiß - bunt ist die Welt der Rezepte. Und kostspielig für das deutsche Gesundheitssystem, welches weltweit zu den teuersten der Welt gehört. Finanziert wird es vor allem von den Versicherten durch deren Beiträge. Verschreibt der Arzt ein Rezept, wird für das Medikament auch meist noch eine Zuzahlung fällig.

Ein Beispiel der Verbraucherzentrale Bundesverband zeigt, was Patienten für die Medikation aufbringen müssen:  

  • Kostet ein Medikament 10 Euro, beträgt ihr Anteil 5 Euro.
  • Kostet ein Medikament 75 Euro, beträgt ihr Anteil 7,50 Euro.
  • Kostet ein Medikament 400 Euro, beträgt ihr Anteil 10 Euro.
  • Kostet ein Medikament 4,75 Euro, beträgt ihr Anteil 4,75 Euro.
  • Kostet die Salbe 7 Euro, beträgt ihr Anteil 5 Euro.

Insbesondere für Menschen, die regelmäßig auf Medikamente angewiesen sind, bedeutet dies eine hohe finanzielle Belastung. Doch Versicherte können sich auch von der Zuzahlung für rezeptpflichtige Medikamente befreien lassen. Dazu muss ein Befreiungsantrag für das Kalenderjahr 2019 bei der Krankenkasse gestellt werden, wie der Deutsche Apothekerverband (DAV) informiert. Demnach ist bereits jeder elfte gesetzlich krankenversicherte Bürger oder mehr als sechs Millionen Menschen von der Zuzahlung für rezeptpflichtige Medikamente befreit.

Voraussetzung für die Befreiung ist, dass die finanzielle Belastung zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens überschreitet, wobei auch Freibeträge zur Anwendung kommen. Bei chronisch kranken Patienten ist es nur ein Prozent, während Kinder und Jugendliche bis zum 18. Geburtstag immer zuzahlungsbefreit sind.

Befreiungsbescheinigung beantragen

Auf dem Gesundheitsportal aponet.de lässt sich mit dem aktuellen Zuzahlungsrechner für 2019 ermitteln, ob die Belastungsgrenze im Laufe des Jahres erreicht wird. Ein Beispiel: Ein Familienvater ist mit einer Frau verheiratet, die unter einer chronischen Krankheit leidet. Das Paar hat zwei gesunde Kinder. Das monatliche Bruttoeinkommen der Eheleute beträgt 4000 Euro, demnach 48.000 Euro pro Jahr. Nach Abzug des Freibetrages von 5607 Euro für die Ehefrau und von insgesamt 15.240 Euro für die beiden Kinder ergibt sich ein zu berücksichtigendes Einkommen von 27.153 Euro. Da die Frau chronisch krank ist, muss die Familie zwar sämtliche Zuzahlungen bis zur Belastungsgrenze von einem Prozent (271,53 Euro) selbst tragen, ist darüber hinaus jedoch davon befreit.

Eine schon zum Jahresbeginn 2019 ausgestellte Befreiungsbescheinigung kann nicht nur in der Apotheke, sondern auch bei Arzt- oder Klinikbesuchen eine finanzielle und bürokratische Erleichterung sein. Wenn vom verordnenden Arzt ein Befreiungsvermerk auf dem Rezept eingetragen ist oder der Patient einen entsprechenden Bescheid in der Apotheke vorlegen kann, wird keine gesetzliche Zuzahlung für die Krankenkasse eingezogen.

Quelle: n-tv.de, awi

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