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Edelmetall als Anlage Wer kauft eigentlich Gold?

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Gold ist ein Versprechen.

(Foto: imago stock&people)

Ob Gold tatsächlich als Geldanlage taugt, darüber streiten sich die Gelehrten. Ungeachtet dessen greifen viele wieder zu. Das Edelmetall erlebt eine Renaissance. Nicht zuletzt, da die Notenbanken deutlich ihre Bestände erhöhen. Aber auch Kleinanleger sind scharf auf etwas Glanz im Depot.

Geldflut, Handelsstreit, Zinssenkungen, Schuldenberge, aufkeimende Rezessionsängste, Machtdemonstration: Wenn nichts mehr sicher scheint, rückt auch Gold wieder in den Fokus. Insbesondere die Notenbanken sind im Goldrausch. Weltweit haben sie im ersten Halbjahr dieses Jahres Zukäufe in Höhe von 374 Tonnen getätigt. Rekord.

Da bekommen auch Kleinanleger glänzende Augen. Und auch wenn nichts für die Ewigkeit ist, Gold ist ein Versprechen und als solches kommt das Edelmetall der Sache nahe. Der Goldpreis steigt - auf zuletzt auf über 1400 Dollar je Feinunze. Denn Gold verspricht die ultimative Sicherheit für das Ersparte.  

Gold in USD
Gold in USD 1.480,46

Schaut man sich die Kursentwicklung der letzten Jahre und Jahrzehnte an, wird zwar mehr als deutlich, dass die Preise, zu denen der Rohstoff gehandelt wird, alles andere als stabil sind, aber was soll's? Unsichere Zeiten, unsichere Menschen. Und ganz wertlos war Gold in seiner Tausende Jahre währenden Geschichte tatsächlich noch nicht. Welche Währung kann dies für sich in Anspruch nehmen? 

Riskante und spekulative Geldanlage?

Nun wollte das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Hessen wissen, wer hierzulande beim Gold hinlangt beziehungsweise sich für einen Kauf interessiert. Ergebnis:  Etwa drei von zehn Befragten (28 Prozent) können sich vorstellen, in physisches Gold wie Barren oder Münzen zu investieren. Besonders hoch ist die Zustimmung unter den jüngeren. Bei den bis zu 29-Jährigen können sich 38 Prozent eine Anlage in Gold vorstellen, in der Gruppe der über 60-Jährigen dagegen nur jeder Fünfte. Tatsächlich bereits in Gold investiert haben laut der Umfrage 10 Prozent aller Befragten.

Dabei stimmen 87 Prozent der an Gold interessierten Verbraucher der Aussage zu, dass Gold in unsicheren Zeiten eine sichere Anlageform sei. Es habe selbst dann noch einen Wert, wenn das Finanzsystem zusammenbrechen sollte, meinen sogar 92 Prozent dieser Interessierten. Dass Gold immer einen "echten Gegenwert" biete, ist für 79 Prozent dieser Gruppe ein Kaufgrund, ein erwarteter Anstieg des Goldpreises für 59 Prozent.

Glänzendes gehört zum Grauen Kapitalmarkt

Diejenigen, die sich keine Goldanlage vorstellen können (71 Prozent), geben als Grund dafür am häufigsten an, die Idee einer Kapitalanlage in Gold überzeuge sie nicht: 67 Prozent dieser Gruppe stimmen dieser Aussage zu. Dass Gold als Kapitalanlage nicht flexibel genug ist, spricht für 54 Prozent dieser Personen gegen ein solches Investition. Für die Hälfte (49 Prozent) sind zudem die zu hohen Umwelt- und Sozialkosten, die beim Abbau anfallen, ein Argument gegen Gold.

Und auch die Verbraucherschützer sind skeptisch: "Gold ist keinesfalls der sichere Hafen, als der es oft verkauft wird, sondern eine riskante und spekulative Geldanlage“, stellt Wolf Brandes, Teamleiter Grauer Kapitalmarkt beim Marktwächter Finanzen der Verbraucherzentrale Hessen, klar. "Außerdem sind viele Produkte, mit denen Verbraucher in Gold investieren können, mit hohen Kosten für Vertrieb, Versicherung und Lagerung verbunden." Gold-Investments sind nicht durch Anlegerschutzgesetze geregelt und gehören denn auch zum Grauen Kapitalmarkt.

Quelle: n-tv.de, awi

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