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Im Schnitt 24 Stunden Unbill Impf-Unpässlichkeiten deutlich seltener

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Alle Impfstoffe können Nebenwirkungen haben - was nicht per se schlimm ist und wohl auch seltener vorkommt als gedacht.

(Foto: imago/blickwinkel)

Die Angst vor dem Coronavirus ist groß. Gleiches gilt mitunter auch für die Impfung gegen Covid-19. Sieht man mal von den bisher seltenen, dann aber schweren Nebenwirkungen ab, müssen sich aber weit weniger Menschen vor dem mit dem Piks einhergehenden Begleiterscheinungen fürchten als angenommen.

Manchmal pikst es nur ein wenig, ein andermal treten nach einer Impfung gegen Covid-19 grippeähnliche Symptome auf. Dabei sind Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Krankheitsgefühle eigentlich ein gutes Zeichen, denn die Symptome sind Ausdruck der Immunantwort, die zeigt, dass im Körper tatsächlich etwas nach der Impfung passiert. Bisher ergaben Untersuchungen, dass etwa die Hälfte der geimpften Personen nach solchen Impfungen milde Kopfschmerzen oder Muskelschmerzen als Nebenwirkung angab. Bis zu 70 Prozent fühlten sich nach einer Impfung müde.

Doch laut Daten der britischen ZOE Covid Symptom Tracking Study und des King's College London leiden 66 Prozent weniger Geimpfte als in anderen Studien angenommen an den Nebenwirkungen der Corona-Vakzine von Astrazeneca und Pfizer/Biontech. Zusammengerechnet hat jeder Vierte nach der Injektion Kopfschmerzen, Fieber oder verspürt Müdigkeit. Gesondert betrachtet treten diese Nebenwirkungen beim Astrazeneca-Impfstoff häufiger auf. Ein Drittel der damit Geimpften litt nach der ersten Dosis unter leichten Nebenwirkungen. Demgegenüber stehen 13,5 Prozent bei Biontech. Die zweite Dosis von Biontech verursachte jedoch etwas mehr Nebenwirkungen (22 Prozent).

Nach 24 Stunden ist der Spuk meist vorbei

Die Wissenschaftler des King's College London stellten zudem fest, dass die Nebenwirkungen 24 Stunden nach der Injektion ihren Höhepunkt erreichen. Normalerweise verschwinden sie nach zwei Tagen von selbst. Die Ergebnisse der Studie sollten "vielen Menschen versichern, dass die Auswirkungen des Impfstoffs normalerweise mild und kurzlebig sind", sagt der leitende Forscher, Tim Spector. Als häufigste Nebenwirkung werden Kopfschmerzen aufgeführt (bei Astrazeneca 22,8 Prozent, bei Biontechs zweiter Dosis 13,2 Prozent), gefolgt von Müdigkeit, Schüttelfrost, Durchfall, Fieber, Gelenk- und Muskelschmerzen und Übelkeit.

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Die Studie mit fast 630.000 Menschen zeigte auch, dass Nebenwirkungen am häufigsten bei Menschen unter 55 Jahren und bei Frauen auftraten. Außerdem sind Menschen, die zuvor mit Corona infiziert waren, häufiger betroffen. Nach einer Impfung mit dem Biontech-Vakzin hatten ehemalige Infizierte nach der ersten Dosis dreimal so häufig Nebenwirkungen. Aber es scheint sich zu lohnen, denn: "Die Ergebnisse zeigen auch einen Schutz von bis zu 70 Prozent drei Wochen nach einer Einzeldosis", so Spector.

Ungeachtet dessen untersucht das heimische Paul-Ehrlich-Institut (PEI) regelmäßig, ob hierzulande gemeldete Reaktionen nach einer Impfung über das hinausgeht, was in den klinischen Prüfungen zu den Impfstoffen beobachtet wurde.

Quelle: ntv.de, awi

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