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Langzeitschäden durch Covid-19 Lunge und Herz können sich regenerieren

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Bei Covid-19 können mehrere Organe von Sars-CoV-2 befallen werden.

(Foto: imago images/Science Photo Library)

Husten, Atemnot und Fieberschübe: Eine Reihe von Covid-19-Patienten fühlt sich noch Wochen nach der Erkrankung nicht gesund. Über die Spätfolgen der Erkrankung gibt es bisher nur Hinweise. Eine Untersuchung zweier Organe lässt aber hoffen.

Egal ob man schwer oder nur leicht an Covid-19 erkrankt: Die Frage, ob die Infektionskrankheit auch Langzeitschäden hinterlässt, kann bisher nicht abschließend beantwortet werden. Forschende der Universitätsklinik Innsbruck wollten es genauer wissen. Sie haben den Zustand von Herz und Lunge von insgesamt 86 Covid-19-Patienten genauer untersucht. Die Patienten, die im Durchschnitt 61 Jahre alt waren, wurden zu zwei Dritteln als übergewichtig beschrieben. Ein Drittel der Gruppe war weiblich und die Hälfte der Probanden raucht. 40 Prozent mussten auf einer Intensivstation behandelt und/oder künstlich beatmet werden.

Das Team um Ivan Tancevski sah sich die Organe der Erkrankten mithilfe von verschiedenen Verfahren an. Sie überprüften unter anderem mit Computertomografien, kurz CT, die Funktion von Herz und Lunge im Abstand von 6, 12 und 24 Wochen. Nur mit CT könne man den Zustand der Organe richtig einschätzen. Lungentests allein reichten dafür nicht aus, betonten die Forscher, die ihre Zwischenergebnisse auf dem jährlichen Treffen der European Respiratory Society vorgestellt hatten.

Sichtbare Regeneration

Es zeigte sich, dass sechs Wochen nach der Entlassung der Patienten aus dem Krankenhaus beziehungsweise aus medizinischer Obhut der große Teil der Studienteilnehmer immer noch Covid-19-Symptome hatte. Die meisten litten unter Husten und Atemnot.

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Die Mediziner sahen zu diesem Zeitpunkt in den CT-Scans bei 88 Prozent der Patienten noch immer geschädigtes Gewebe in den Lungen, was die Symptome erklären könnte. Bisher ist man davon ausgegangen, dass Sars-CoV-2 eine Entzündungsreaktion in den Zellen der Organe hervorruft, die die Zellen zerstört. Das führt zu stellenweisen Vernarbungen in den Organen. Doch diese Annahme relativiert sich teilweise durch die Ergebnisse der Forscher.

Nach zwölf Wochen hatte sich nämlich bei der Hälfte der Patienten der Zustand von Lunge und Herz gebessert. Die Forschenden sahen in den CT-Scans, dass sich zumindest bei einem Teil der Patienten sowohl die Lunge als auch das Herz selbst regeneriert hatten. Die Ergebnisse über den Zustand der Organe nach 24 Wochen lagen zum Zeitpunkt der Vorstellung bei der Konferenz noch nicht vor. Die Studie wird derzeit fortgeführt. Zudem wurde die Anzahl der Probanden bereits auf 150 erhöht.

Quelle: ntv.de