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WWF korrigiert Schätzungen Zahl der Tierarten in 40 Jahren fast halbiert

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Ausgestopfte Tiere beim Zoll in Essen: Der Klimawandel dürfte das Artensterben weiter verstärken.

(Foto: picture alliance / dpa)

Durch Bejagung, Befischung und die Zerstörung von Lebensraum hat sich die Zahl der Wirbeltierarten auf der Welt laut WWF seit 1970 nahezu um die Hälfte verringert. Auch eine weitere Art sei durch das Verhalten des Menschen gefährdet - er selbst.

In weniger als einem halben Jahrhundert hat der Mensch rund die Hälfte aller Wirbeltierarten auf der Erde vernichtet. Neben der direkten Bejagung oder Befischung sei vor allem die Zerstörung des Lebensraums für das Artensterben verantwortlich, wie die Umweltschutzorganisation WWF in einem Bericht feststellte.

Demnach sei die Zahl der Arten an Land und im Meer zwischen 1970 und 2010 um knapp 40 Prozent zurückgegangen, die jener im Süßwasser sogar um 76 Prozent. Für die Zählung wurden die Populationen von 3200 repräsentativen Wirbeltier-Arten untersucht.

"Die Zahl der Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische ist weltweit im Durchschnitt rund halb so groß ist wie vor 40 Jahren", beklagte der WWF. Der Rückgang sei "viel größer" als bislang angenommen. Durch den fortschreitenden Klimawandel dürfte sich diese Tendenz zudem noch verstärken.

Reiche verbrennen Öl, Arme Holz

"Wir gebrauchen die Geschenke der Natur, als ob wir mehr als nur eine Erde zu unserer Verfügung hätten", kritisierte WWF-Generaldirektor Marco Lambertini im Vorwort zu dem Bericht "Living Planet Report 2014". So holze der Mensch Bäume schneller ab als sie wieder nachwachsen beute die Fischbestände der Ozeane rücksichtlos aus.

Doch durch sein Verhalten gefährde der Mensch auch seine eigene Zukunft. Der WWF verwies dabei insbesondere auf das Problem der menschlichen Bevölkerungsexplosion - die Weltbevölkerung wuchs seit 1970 von 3,7 Milliarden auf 7 Milliarden Menschen im Jahr 2011.

Die Auswirkungen durch Bewohner reicher Länder wie Kuwait, Katar, Dänemark, Belgien, die USA oder Singapur waren unter anderem wegen der Kohlendioxid-Emissionen besonders stark, während Menschen in ärmeren Ländern vor allem durch Land- und Waldnutzung zum Rückgang der Wirbeltiere beitrugen.

Die 3200 im Bericht untersuchten Wirbeltier-Arten  setzen sich zusammen aus  1562 Landtierarten, 757 Süßwasserarten und 910 Meerestierarten. Den drastischsten Rückgang vermeldete der WWF mit 83 Prozent aus Lateinamerika.

Quelle: n-tv.de, bwe/AFP

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