Ratgeber

Handeln gegen Erhöhungswelle Chaos am Energiemarkt – was Sie tun sollten

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Nicht immer läuft die Sache mit dem Stromanbieter zur vollen Zufriedenheit der Kunden.

(Foto: imago/McPHOTO/S.Niehoff)

Die Energieversorgung mit Gas und Strom kommt deutschen Haushalten teuer zu stehen. Und dürfte dieser Tage noch kostspieliger werden. Was viele Versorger ihre Kundschaft via Preissteigerungen auch wissen lassen. In Anbetracht dieser Erhöhungswelle geht aber schon mal der Überblick verloren. Das sollten Verbraucher tun.

Die aktuellen Entwicklungen am Gasmarkt überraschen selbst Experten. Solch rasante Preissteigerungen haben sie lange nicht mehr gesehen. Und sie stellen damit die aktuellen, teils ebenfalls hohen Strompreiserhöhungen in den Schatten. In normalen Jahren wäre man über die Strompreiserhöhung von im Schnitt 9 Prozent von rund 200 Grundversorgern erstaunt. In diesem Jahr ist jedoch alles anders: Bei Gas erleben wir die größte Preiserhöhungswelle der letzten 10 Jahre. Einige Grundversorger haben den Preis für ihre Kunden sogar mehr als verdoppelt. Bereits mehr als 3 Millionen Kunden sind von Erhöhungen betroffen. Es ist davon auszugehen, dass in den kommenden Monaten weitere Millionen Haushalte hinzukommen. Und auch hunderte Stromanbieter werden zum kommenden Jahr die Preise erhöhen.

Erhöhungen noch und nöcher

Millionen von Verbrauchern haben sie jetzt gerade auf dem Tisch: Die Briefe und E-Mails der Energieversorger, die eine teure Botschaft enthalten. Laut Check24 haben bislang 439 Grundversorger die Gaspreise bereits erhöht oder Erhöhungen zum Jahreswechsel angekündigt. Das Portal berechnet, dass man für Gas durchschnittlich satte 24,6 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr zahlt, was für einen Musterhaushalt mit 20.000 kWh-Jahresverbrauch 369 Euro Mehrkosten bedeutet. Bei Strom zeigt sich ein ähnliches Bild: Trotz sinkender EEG-Umlage haben bereits 192 Strom-Grundversorger erhöht oder Erhöhungen von durchschnittlich 9,0 Prozent angekündigt, wie Check24 berichtet.

Die gute Nachricht inmitten dieser Preiserhöhungswelle: Verbraucher haben ein Sonderkündigungsrecht und können mit einem Anbieterwechsel die Preiserhöhung in vielen Fällen umgehen. Wer noch in der teuren Grundversorgung steckt, kann den Vertrag mit einer Kündigungsfrist von zwei Wochen beenden und somit noch pünktlich zum Jahresbeginn bei einem neuen Anbieter landen.

Wer die Nase voll hat, handelt

Egal ob bei Strom oder Gas: Wer in den kommenden Tagen ein Preiserhöhungsschreiben vom Anbieter in den Händen hält, ist nicht machtlos: In den meisten Fällen lassen sich mit einem Anbieterwechsel die Preiserhöhungen zu großen Teilen ausgleichen. Wer selbst firm im Wechseln ist, kann dazu Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox nutzen. Wer durch das Preischaos nicht mehr durchblickt, kann diese Aufgabe abgeben und Tarifaufpasser nutzen.

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Stiftung Warentest rät im aktuellen Finanztest denn auch: "Wenn Sie Energiekosten sparen wollen, aber keine Lust haben, sich jähr­lich selbst um einen Wechsel Ihres Strom- oder Gasanbieters zu kümmern, ist ein Wechsel­service eine erste Wahl." Diese Tarifassistenten sorgen nicht nur für den einmaligen Wechsel, sondern jedes Jahr für eine automatische Optimierung. Aktuell berichten diese Dienstleister von einem außergewöhnlichen Jahr mit enormen Preissteigerungen. Arik Meyer von SwitchUp.de, einem der kostenfreien Wechselhelfer, rät daher: "Es stimmt, dass die Kosten für alle Gasanbieter gestiegen sind. Man sollte aber prüfen, ob die weitergegebene Erhöhung wirklich fair ist oder einem unter Umständen deutlich zu viel berechnet wird."

Daher gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Nicht einfach das Argument steigender Kosten hinnehmen, sondern selbst prüfen, ob der neue Preis tatsächlich angemessen ist. Schließlich gibt es praktisch in jeder Stadt hunderte von Tarifalternativen. Nur so geht man sicher, trotz Marktturbulenzen nicht eine überzogene Preiserhöhung untergeschoben zu bekommen.

Quelle: ntv.de, awi

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