Ratgeber

Teure Gas- und Stromtarife Finanztest empfiehlt vor allem Tarifoptimierer

Strom und Gas werden immer teurer, aber Verbraucher tun sich mit einem Anbieterwechsel schwer. Werden sie doch aktiv, nutzen viele Kunden einen Vergleichsrechner. Von acht dieser Portale schnitt aber in einer Untersuchung von Finanztest keins gut ab. Eine Alternative können Wechseldienste sein.

Die Energiepreise steigen. Doch für die Mehrheit der Verbraucher ist das meist kein Grund, um per Anbieterwechsel die Kosten zu senken. Obwohl treue Bestandskunden von den Anbietern bestraft werden, indem sie Hunderte Euro mehr berechnet bekommen als Neukunden.

Und die Anbieter werden weiterhin auf die Trägheit ihrer Kunden setzen, solange die nichts dagegen unternehmen. Dabei ist das eigentlich keine so schwierige Sache. Dafür gibt es grundsätzlich zwei Wege: selbst wechseln oder wechseln lassen. Der Weg zum günstigsten Strom- und Gaspreis führt für viele Kunden über Vergleichsrechner. Im aktuellen Test von "Finanztest" von acht dieser Portale schnitt allerdings keins gut ab. Nur zwei waren "befriedigend" (Verivox und Check 24), die anderen "ausreichend" (unter anderem Finanztip.de, Stromvergleich.de) oder "mangelhaft" (Preisvergleich.de).

Das Problem: Es mangelt bei den Portalen vor allem an wichtigen Tarifinformationen und Transparenz. Der monatliche Abschlag ist zum Beispiel bei einigen Portalen nicht ohne Weiteres erkennbar, weil der Neukundenbonus in den Durchschnittspreis mit eingerechnet, aber erst nach Ablauf des Lieferjahres gutgeschrieben wird. Zudem erhalten die meisten Portale eine Provision vom Energieversorger, wenn sie einen Tarif vermitteln, weshalb bei ihnen zunächst nur diese Angebote erscheinen. Auch viele Datenschutzerklärungen haben Defizite. Finanztest rät daher, bei mehreren Portalen zu schauen und gibt Tipps, wie man zum günstigsten Tarif kommt.

Alle Tarifoptimierer "empfehlenswert"

Finanztest legt bequemen Verbrauchern nahe, darüber nachzudenken, sich die Dienste von sogenannten Tarifoptimierern - auch Wechsel­dienste, Tarif­aufpasser oder Wechsel­service genannt - zu sichern. Diese bieten ihren Kunden an, den Strom- sowie Gasanbieterwechsel automatisch für sie zu übernehmen, sich dauerhaft um die Tarife ihrer Nutzer zu kümmern, indem sie diese vor fragwürdigen Angeboten beschützen und deren Tarife automatisch optimieren. Sie suchen jedes Jahr einen günstigen Tarif, wechseln den Anbieter und vermitteln zwischen Energieversorger und Kunden. Bezahlt wird meist mit 20 bis 30 Prozent der Ersparnis.

Die Tester haben sieben Tarifaufpasser im Langzeittest von fast zwei Jahren unter die Lupe genommen, bei dem vor allem geprüft wurde, ob die Tarifoptimierer ihrem Versprechen einer rechtzeitigen Optimierung vor Ablauf der Kündigungsfrist tatsächlich gerecht werden.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Alle geprüften Wechsel­services boten güns­tige Tarifvorschläge an, organisierten die Wechsel und leiteten im zweiten Jahr deutlich vor Ablauf der Kündigungs­frist wieder einen Anbieter­wechsel ein. Außerdem waren die empfohlenen Tarife ähnlich teuer wie die Preissieger auf den Listen von Verivox oder Check24. Alle Test­haushalte konnten daher sparen.

Bis zu 400 Euro bei Gaskosten sparen

Auch nach Abzug der Kunden­provision lag die Ersparnis im zweiten Jahr zwischen 57 Euro und 401 Euro - abhängig von Wohn­ort und Verbrauch und aktuellen Kosten. Das ist ein gutes Ergebnis. Es zeigt, dass sich Wechsel­dienste auch länger­fristig lohnen. Die Ergeb­nisse beziehen sich zwar auf den Gastarifwechsel, es gibt aber keine Anhalts­punkte, dass die Dienste bei Strom oder ­Heiz­strom anders arbeiten.

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Ein Anbieter erhielt ein "sehr empfehlens­wert" (Wechselpilot). Der Unterschied zu den Mitbewerbern liegt im Detail. Nur Wechselpilot bietet einen ­Ablaufplan mit Zeit­angaben. Das ist wichtig, weil der Kunde zum Beispiel wissen muss, wann ein neuer Tarif­vorschlag kommt. Außer­dem berechnet der Anbieter die Provision auf Basis des tatsäch­lichen Verbrauchs. Die Dienste von Switchup und Remind.me sind kostenfrei für ihre Nutzer und finanzieren sich über die Provisionen der Stromanbieter.

Alle anderen Wechsel­dienste schnitten mit "empfehlens­wert" ab (Remind.me, Switchup, Wechsel­fabrik, Cheapenergy24, Wechselstrom, Esave).

Quelle: ntv.de, awi

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