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Greensill Bank in Turbulenzen Was die Schließung für Kunden bedeutet

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Über die gesetzliche Entschädigungseinrichtung sind Einlagen privater Kunden bis 100.000 Euro abgesichert.

(Foto: imago/McPHOTO)

Die Bafin hat die Greensill Bank erstmal dichtgemacht. Nun wird geprüft, ob etwaige Rettungsbemühungen erfolgreich sein könnten. Sparer müssen sich aber um ihre Einlagen indessen keine Sorgen machen. Wann und wie sie wieder an ihr Geld kommen, lesen Sie hier.

Die Finanzaufsicht Bafin hat die Bremer Greensill Bank AG wegen drohender Überschuldung mit sofortiger Wirkung geschlossen. Dies bedeutet unter anderem, dass die Bank den Kundenverkehr einstellen muss. Auch darf sie kein Geld mehr von Kunden entgegennehmen. Ausnahme sind Zahlungen, die zur Tilgung von Schulden bestimmt sind. Die Bank hatte Privatkunden mit hohen Zinsen auf Sparprodukte gelockt, die auch über Zinsportale wie etwa Weltsparen und Zinspilot angeboten wurden.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden beliefen sich Ende 2019 laut Jahresabschluss der Bank auf knapp 3,3 Milliarden Euro. Etwa 1 Milliarde davon sammelte das Institut über Portale wie "Weltsparen" und "Zinspilot" von Privatanlegern ein, wie aus einem Bericht der Ratingagentur Scope hervorgeht. Der Rest entfällt auf institutionelle Anleger und Firmenkunden.

Private Sparer der Bank müssen sich aber keine Sorgen um ihr Geld machen. Die Sparguthaben sind durch die deutsche Einlagensicherung abgesichert. Sollte die Bank also in den nächsten Tagen oder Wochen tatsächlich pleitegehen, bekommen Sparer ihr angelegtes Geld plus Zinsen zurück, wie Finanztest berichtet. Da die Bank nicht nur der gesetzlichen Einlagensicherung angehört, sondern darüber hinaus Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken ist, sind Einlagen jedes einzelnen Anlegers in Millionenhöhe geschützt.

Was bedeutet die Schließung der Bank für Sparer?

Momentan liegen alle Spareinlagen bei der Bank auf Eis. Anleger können weder Geld anlegen noch abheben, weil die Bafin die Bank geschlossen hat. Sie hat ein Veräußerungs- und Zahlungsverbot, ein sogenanntes Moratorium über die Bank verhängt. Das verschafft der Aufsicht bis zu sechs Wochen Zeit, die Bank intensiv zu prüfen, ohne dass Gelder abgezogen werden können.

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Wann tritt der Entschädigungsfall ein?

Am Ende ihrer Prüfung, also spätestens Mitte April gibt die Bafin bekannt, ob der Geschäftsbetrieb der Bank weitergeht oder nicht. Stellt die Bafin die Insolvenz und damit den Entschädigungsfall fest, springt die Einlagensicherung ein und entschädigt Sparer der Bank binnen sieben Werktagen. Über die gesetzliche Entschädigungseinrichtung sind Einlagen privater Kunden bis 100.000 Euro abgesichert. Außerdem ist die Bank Mitglied in der Einlagensicherung privater Banken. Über den Sicherungsfonds sind zusätzlich Einlagen in Höhe von fast 75 Millionen Euro pro Anleger abgesichert.

Müssen Kunden selbst aktiv werden?

Nein, Kunden der Bank müssen nicht selbst aktiv werden. Sie werden von der Einlagensicherung benachrichtigt.

Quelle: ntv.de, awi

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