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Rangliste des Spillover-Risikos Das sind die bedrohlichsten Tierviren

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Dicht beieinander: Affen und Kühe vor einem Wohnhaus in Ghana.

(Foto: Terra Kelly, UC Davis/dpa)

Viele Krankheitserreger stammen aus dem Tierreich, so etwa HIV, Ebola oder auch Sars-CoV-2. Nun haben Forscher eine Rangliste der bedrohlichsten Tierviren erstellt, um gegen neue Pandemien besser gewappnet zu sein. Das Spillover-Risiko durch Coronaviren schätzen sie dabei als "sehr hoch" ein.

Die Corona-Pandemie zeigt auf verheerende Weise, welche Gefahr unentdeckte Viren für den Menschen bergen. Um künftig besser gewappnet zu sein, haben US-Wissenschaftler eine interaktive Datenbank entwickelt, die das Risiko der Übertragung verschiedener Viren von Tieren auf Menschen einstuft. Die in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS") veröffentlichte Liste soll dazu beitragen, solche Erreger zur weiteren Erforschung und Überwachung zu priorisieren.

Viele Viren, die Krankheiten beim Menschen verursachen, stammen aus dem Tierreich - etwa HIV, Ebola oder Sars-CoV-2. Das Überspringen solcher Erreger vom Tier auf den Menschen wird als Spillover bezeichnet, bislang sind mehr als 250 zoonotische - aus dem Tierreich stammende - Krankheitserreger bekannt. Schätzungen gehen indes davon aus, dass Hunderttausende Tierviren das Potenzial haben, auf den Menschen überzuspringen.

Angesichts dieser Bedrohung identifizierten Forscher der Universität von Kalifornien in Davis auf Grundlage einer Analyse von Studien sowie einer Befragung von internationalen Experten Faktoren, die das Spillover-Risiko solcher Viren beschreiben. Dazu gehört etwa, wie oft und wie viele verschiedene Tierarten ein Erreger befallen kann, wie weit diese Wirte geografisch verbreitet sind und wie eng ihr Kontakt zum Menschen ist. Weitere Faktoren sind etwa die genetische Struktur des Erregers sowie seine Übertragungswege.

Informationen zu 887 Wildtier-Viren

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Gebratene Fledermäuse auf einem Markt in Indonesien: Die Tiere gelten als häufige Überträger von Viren auf Menschen.

(Foto: imago images/Kyodo News)

Diese insgesamt 31 Risikofaktoren bilden das Gerüst für die Datenbank "Spillover", die die Wissenschaftler dann mit Informationen zu 887 Wildtier-Viren fütterten. Die ersten zwölf Plätze auf dieser Liste besetzen Erreger, die bereits auf den Menschen übergesprungen sind: Lassa, Sars-CoV-2, Ebola, Seoul und Nipah halten - in dieser Reihenfolge - die vorderen fünf Ränge.

Dass Sars-CoV-2 nur auf Platz 2 rangiert, begründen die Autoren damit, dass die Liste das Potenzial für einen weiteren Spillover in der Zukunft bewerte. Zudem seien wichtige Informationen über Sars-CoV-2 noch unbekannt, etwa Anzahl und Reichweite der Wirtsarten.

Spillover-Risiko durch Coronaviren "sehr hoch"

Generell schätzen die Forscher das Spillover-Risiko durch Coronaviren als sehr hoch ein: Allein die Top 20 der Liste enthalten fünf Coronaviren, die noch nicht auf den Menschen übergegangen sind. Insgesamt sind etwa ein Drittel der 50 Viren mit dem höchsten Übertragungsrisiko Coronaviren.

"Sars-CoV-2 ist nur ein Beispiel für viele Tausend Viren, die das Potenzial haben, von Tieren auf den Menschen überzuspringen", wird Erstautorin Zoë Grange in einer Mitteilung ihrer Universität zitiert. "Wir müssen virale Bedrohungen mit dem größten Spillover-Risiko nicht nur identifizieren, sondern auch priorisieren, bevor es zu einer weiteren verheerenden Pandemie kommt."

Fortlaufend aktualisierte Liste

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Die interaktive Liste kann von Nutzern angepasst werden, indem sie daraus zum Beispiel ein Land oder eine Virusfamilie auswählen, die sie besonders interessieren. Vor allem aber handelt es sich bei "Spillover" um eine fortlaufend aktualisierte Liste: Wissenschaftler können Daten zu Viren beisteuern, das Risiko durch neue Erreger bewerten und so die Datenbank mit der Zeit robuster werden lassen.

"Dieses Werkzeug soll eine globale Diskussion starten, die es uns ermöglicht, weit über die Art und Weise hinauszugehen, wie wir in der Vergangenheit über das Ranking von Viren nachgedacht haben, und eine wissenschaftliche Zusammenarbeit in Echtzeit ermöglichen, um neue Bedrohungen frühzeitig zu erkennen", erläutert Studienleiterin Jonna Mazet. "'Spillover' kann dazu beitragen, unser Verständnis von viralen Gesundheitsbedrohungen zu verbessern und uns in die Lage versetzen, zu handeln, um das Risiko eines Spillover zu reduzieren, bevor eine Pandemie ausbricht."

Quelle: ntv.de, Alice Lanzke, dpa

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