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Stromspartipp für Sommertage? Wasser nicht unter 60 Grad - Legionellengefahr

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Der Wasserhahn darf ruhig auf kalt gestellt werden - die voreingestellte Maximaltemperatur nicht.

(Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Blend Images)

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Es soll Energie gespart werden, was das Zeug hält. Auch beim Warmwasser. Doch zu sehr sollte die Temperatur dauerhaft nicht runtergeregelt werden, denn das kann ernsthafte gesundheitliche Folgen haben.

Gerade an heißen Sommertagen einfach mal nicht ganz so heiß duschen, klingt nach einem einfachen Energiespartipp und ist es auch. Denn wer die Grundtemperatur seines Warmwassers, die über einen elektronischen Durchlauferhitzer oder Untertischspeicher gesteuert wird, auf 60 Grad herunterregelt, gibt rund zehn Prozent im Jahr weniger für Energiekosten aus. Das hat die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online berechnet - basierend auf den jährlichen Durchschnittswerten des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für 2021. Das waren 32,16 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Bei den aktuell steigenden Preisen dürfte die Einsparsumme also noch höher liegen.

Was erst mal nach einem Komfortverlust klingt, ist es meist gar nicht. Denn die 60 Grad beziehen sich auf die voreingestellte Maximaltemperatur. Weniger sollten es nicht sein, denn bei diesen Temperaturen sterben gesundheitsgefährdende Bakterien, die Legionellen, ab. Ideale Wachstumsbedingungen finden die Bakterien bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Bei Wassertemperaturen über 55 Grad wird das Wachstum der Keime nach RKI-Angaben gehemmt. Bei mehr als 60 Grad komme es zum Absterben der Keime. Sind die Bakterien einmal da, gelangten sie mit dem ersten Wasserstrahl, fein zerstäubt, in die Atemwege - im Bad, in der Küche und überall dort, wo der Wasserhahn aufgedreht wird.

Wasser muss fließen

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Legionellen können bei Menschen Krankheiten auslösen - von grippeartigen Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Besonders anfällig für Legionellen sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und bestimmten Grunderkrankungen wie zum Beispiel Diabetes sowie Herz- und Lungenleiden. Auch Raucher und ältere Menschen gelten als gefährdeter. Männer erkranken zwei- bis dreimal so häufig wie Frauen. Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Patienten verläuft die Erkrankung tödlich.

Eigentümer von Mehrfamilienhäusern sind laut Trinkwasserverordnung dazu verpflichtet, Stillstände in Trinkwasserleitungen zu vermeiden. Der oberste Grundsatz laute deshalb: "Wasser muss fließen!". Ist dies im normalen Betriebsablauf nicht möglich, könnten zum Beispiel technische Lösungen wie Hygienespülanlagen für kaltes und warmes Trinkwasser eingesetzt werden.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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