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Gefahr aus Hahn und Dusche RKI warnt vor Legionellen-Risiko

Erst wenn heißes Wasser durch die Leitung fließt, werden die Legionellen abgetötet. Foto: Carolina Camps

Erst wenn heißes Wasser durch die Leitung fließt, werden Legionellen abgetötet.

(Foto: dpa)

Viele Menschen haben sich schon darauf gefreut: Nach der Corona-Zwangspause öffnen die Hotels und Sportstätten wieder. Bei der Nutzung der Sanitäranlagen ist nun aber besondere Vorsicht geboten.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt nach der wochenlangen Schließung von Hotels, Sportanlagen und Schwimmbädern vor einem möglichen Legionellen-Risiko. Bei unsachgemäßer oder fehlender Wartung könne es nach der Corona-Pause zu einem erhöhten Wachstum dieser Bakterien in Trinkwasseranlagen gekommen sein, schreibt das RKI im "Epidemiologischen Bulletin".

Legionellen können bei Menschen Krankheiten auslösen - von grippeartigen Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Die Erreger werden häufig durch zerstäubtes Wasser übertragen, etwa in Duschen, Whirlpools, durch Luftbefeuchter oder über Wasserhähne. Betreiber sollten vor einer Wiedereröffnung ihrer Trinkwasseranlagen deshalb einen einwandfreien Betrieb sicherstellen, rät das RKI. Auch Ärzte sollten darauf achten, dass bei Atemwegsproblemen zurzeit eine Legionelleninfektion vorliegen könne. Dafür gibt es Test-Möglichkeiten.

"Wasser muss fließen!"

Eigentümer von Mehrfamilienhäusern sind laut Trinkwasserverordnung dazu verpflichtet, Stillstände in Trinkwasserleitungen zu vermeiden. Der oberste Grundsatz laute deshalb: "Wasser muss fließen!". Ist dies im normalen Betriebsablauf nicht möglich, könnten zum Beispiel technische Lösungen wie Hygienespülanlagen für kaltes und warmes Trinkwasser eingesetzt werden.

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Ideale Wachstumsbedingungen finden Legionellen bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Bei Wassertemperaturen über 55 Grad wird das Wachstum der Keime nach RKI-Angaben gehemmt. Bei mehr als 60 Grad komme es zum Absterben der Keime. Sind die Bakterien einmal da, gelangten sie mit dem ersten Wasserstrahl, fein zerstäubt, in die Atemwege - im Bad, in der Küche und überall dort, wo der Wasserhahn aufgedreht wird.

Besonders anfällig für Legionellen sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und bestimmten Grunderkrankungen wie zum Beispiel Diabetes sowie Herz- und Lungenleiden. Auch Raucher und ältere Menschen gelten als gefährdeter. Männer erkranken zwei- bis dreimal so häufig wie Frauen. Bei etwa fünf bis zehn Prozent der Patienten verläuft die Erkrankung tödlich.

Quelle: ntv.de, awi/dpa