Ratgeber

Erste Daten Weniger Zucker in Fertigprodukten?

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In Deutschland gelten 47 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder als übergewichtig.

(Foto: imago images / Panthermedia)

Weniger Salz in Tiefkühlpizzen, weniger Zucker im Kinder-Müsli: Um bei "Dickmachern" gegenzusteuern, will die Bundesregierung Hersteller zur freiwilligen Umstellung bewegen. Hat sich da schon etwas getan?

Für eine gesündere Ernährung sollen Fertigprodukte auch mit weniger Zucker, Fett und Salz auskommen. Erste Daten zur Umstellung von Rezepturen stellt Bundesministerin Julia Klöckner am heutigen Mittwoch vor. Hintergrund ist eine vom Kabinett beschlossene "Reduktionsstrategie". Sie sieht vor, dass sich Hersteller zu schrittweisen Zutaten-Änderungen verpflichten. Um die Wirksamkeit der freiwilligen Branchenzusagen nachzuvollziehen, hat das bundeseigene Max-Rubner-Institut (MRI) eine erste Vergleichsuntersuchung gemacht.

Die Bundesregierung hatte Ende 2018 die von Klöckner vorgelegte "Nationale Reduktions- und Innovationsstrategie" beschlossen. Dazu liegen inzwischen Vereinbarungen mit mehreren Branchenverbänden vor, die Ziele bis 2025 formulieren. Meist geht es um weniger Zucker. So soll in Frühstückscerealien für Kinder eine Reduzierung um mindestens 20 Prozent erreicht werden. In gesüßten Milchprodukten für Kinder und Erfrischungsgetränken sollen es minus 15 Prozent sein. Dabei sollen Rezepturen nach und nach umgestellt werden, damit es beim gewohnten Geschmack für die Kunden keine abrupten Änderungen gibt. Fortschritte bei den Reduzierungen bis 2025 sollen regelmäßig beobachtet werden.

Einführung des Nutri-Score-Logos gefordert

Eine erste Zwischenbilanz soll nun vorgelegt werden. Ausgangsbasis sind Daten mit Stand von 2016. Das MRI hat eine Datenbank zum Energie- und Nährstoffgehalt oft gekaufter, vorgefertigter Produkte. Zudem wurde 2018 der Zuckergehalt von Erfrischungsgetränken registriert.

Vor allem die Verbraucherorganisation Foodwatch, die Verbraucherzentralen, aber auch mehrere Medizinverbände hatten sich in der Vergangenheit für die verpflichtende Einführung des Nutri-Score-Logos eingesetzt und Klöckner zum Teil sehr deutlich aufgefordert, im Kampf gegen Fehlernährung keine Zeit mehr zu verlieren und Nutri-Score schnellstmöglich einzuführen.

Das in Frankreich eingeführte System bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz empfehlenswerte Bestandteile wie Proteine in eine Bewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an - in einer fünfstufigen Skala von "A" auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes "C" bis zu einem roten "E" für die ungünstigste. Das zutreffende Feld wird hervorgehoben. Einige Hersteller in Deutschland haben ihre Produkte freiwillig mit dem Logo gekennzeichnet.

In Deutschland gelten 47 Prozent der Frauen, 62 Prozent der Männer und 15 Prozent der Kinder als übergewichtig. Zu viel Zucker, Fett und Salz erhöhen auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Verbraucherschützer und Mediziner kritisieren das Vorgehen auf freiwilliger Basis und fordern seit Längerem ein stärkeres Gegensteuern auch mit Werbebeschränkungen oder Extra-Steuern.

Quelle: ntv.de, awi/dpa