Ratgeber

Klöckner gibt Zurückhaltung auf Nutri-Score soll Fett, Zucker & Co entlarven

Für Verbraucher im Supermarkt ist kaum zu erkennen, welches Nahrungsmittel mehr oder weniger Zucker, Fett und Co enthält. Dabei gibt es hierfür in Frankreich ein sehr einfaches System - was die Lebensmittelindustrie um jeden Preis verhindern möchte. Doch das wird wohl schwierig.

Bundesernährungsministerin Julia Klöckner hat sich nun doch für das farbige Logo Nutri-Score als klarere Kennzeichnung von Zucker, Fett und Salz in vielen Lebensmitteln ausgesprochen. Das System habe in einer offiziellen Verbraucherbefragung am besten abgeschnitten, wie die CDU-Politikerin am Montag in Berlin mitteilte.

Das in Frankreich eingeführte System bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz empfehlenswerte Bestandteile wie Proteine in eine Bewertung ein und gibt dann einen einzigen Wert an - in einer fünfstufigen Skala von "A" auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes "C" bis zu einem roten "E" für die ungünstigste. Das zutreffende Feld wird hervorgehoben. Erste Produkte mit dem Logo sind schon in deutschen Supermärkten zu kaufen. In der Befragung im Auftrag des Ministeriums mit 1600 Teilnehmern waren seit Mitte Juli vier Modelle zur Wahl gestellt worden.

Klage von Foodwatch

Das Ergebnis soll laut Klöckner nun die Basis dafür sein, welches Modell die Regierung zur freiwilligen Nutzung auf der Vorderseite der Packungen empfiehlt. Die Ministerin kündigte eine entsprechende Verordnung an. Es geht um eine Ergänzung für die EU-weit verpflichtende Nährwerttabelle, die meist auf der Rückseite von Packungen steht und Angaben zu Zucker, Fett, Salz und Kalorien auflistet.

Vor allem die Verbraucherorganisation Foodwatch, die Verbraucherzentralen, aber auch mehrere Medizinverbände hatten sich zuvor für die Einführung des Nutri-Score-Logos eingesetzt und Klöckner zum Teil sehr deutlich aufgefordert, im Kampf gegen Fehlernährung keine Zeit mehr zu verlieren und Nutri-Score schnellstmöglich einzuführen. Die Bundesernährungsministerin hingegen betonte vor der Befragung, sie habe keine Präferenz. Was ihr nicht wenig Kritik und sogar eine Klage einbrachte.

Laut Foodwatch wehrte sich die Lebensmittelindustrie bisher erfolgreich gegen eine auf den ersten Blick entlarvende farbliche Kennzeichnung und versuchte sich mit freiwilligen Selbstverpflichtungen um transparente gesetzliche Regelungen zu mogeln. Bundesernährungsministerin Julia Klöckner ließ sie laut Foodwatch entgegen ihren Beteuerungen bisher weitestgehend gewähren.

Quelle: ntv.de, awi/dpa