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Geld zurückholen? Banken lassen Thomas-Cook-Kunden hängen

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Viele Banken informieren ihre Kunden nicht, wie sie sich ihr Geld zurückholen können.

(Foto: imago/Panthermedia)

Nicht nur, dass durch die Thomas-Cook-Pleite die Pauschalreise ins Wasser fällt. Nein, auch die Möglichleit, das Geld für den mit der Kreditkarte bezahlten Urlaub zurückzuholen, wird den Betroffenen von den Kreditinstituten verschwiegen oder sogar verneint, wie Warentest bemängelt.

Chargeback-Verfahren klingt erstmal gut. Können doch hierdurch mit der Kreditkarte geleistete Zahlungen zurückgeholt werden. Zum Beispiel, wenn die Gegenseite keine Leistungen erbracht hat - der Reiseveranstalter Thomas Cook wäre so ein Fall. Beispielsweise dann, wenn die Versicherung des Unternehmens nur einen Teil des gezahlten Reisepreises oder gar nichts erstattet. Soweit die Theorie.

In der Praxis sieht die Sache allerdings etwas unschöner aus, wie die Stiftung Warentest berichtet. Demnach geben die Zahlungsdienstleister Visa und Mastercard das Chargeback-Verfahren den kartenausgebenden Banken vor. Das bestätigten auch mehrere Banken auf Anfrage von Warentest, darunter die Commerzbank und die Postbank. Dennoch wurden laut des Berichtes Kunden, die bei ihren Banken gefragt hatten, ob die Kreditkartenzahlung zurückgebucht werden könne, unzureichend oder sogar falsch informiert, wie Warentest aus Leserzuschriften erfahren hat.

Commerzbank, Consors, Santander und Postbank verweigern sich

So heißt es beispielsweise in einem Schreiben der Commerzbank: "Bei einer Pauschalreise besteht kein Chargeback-Recht … Aus diesem Grund sind auch die Mastercard-Regularien nicht anwendbar." Genauso argumentierte die Consorsbank. Die Santander Bank teilte einem Kunden mit, ihn "in dieser Angelegenheit nicht unterstützen zu können", die Postbank erklärte: Sie könne "leider nicht weiterhelfen … Sie müssen sich an den hier genannten Versicherer wenden". Auch Nutzer der Barclaycard wurden lediglich auf die Versicherung verwiesen. Das Chargeback-Verfahren wird mit keiner Silbe erwähnt.

Mehr Glück haben Besitzer einer Miles & More-Karte, Kunden der Berliner Volks­bank oder der Deutsche Kredit­bank AG (DKB). Denn hier wird man über jedwede Ersattungsmöglichkeit vollständig informiert - einschließlich Chargeback, für denn Fall, wenn die Insolvenzversicherung ­die Erstattung der Reise ganz oder teil­weise ablehnt. Damit Kunden an ihr Geld kommen, müssen sie das Ablehnungsschreiben der Assekuranz und den entsprechenden Antrag auf Rückerstattung bei ihrer Bank vorlegen.

Unter thomascook@stiftung-warentest.de können Verbraucher, die ihre Reise mit Kreditkarte bezahlt haben, ihre Erfahrungen mit den Geldinstituten den Testern mitteilen.

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Quelle: n-tv.de, awi

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