Ratgeber

Unterstützung gegen Teuerung Diesen Haushalten helfen die Entlastungspakete

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Die Bundesregierung weiß um die Nöte ihrer Bürger und hat deshalb zwei Entlastungspakete mit einem Gesamtvolumen von etwa 30 Milliarden Euro vorgelegt.

(Foto: IMAGO/Christian Ohde)

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Gegen die hohe Inflation hält die Bundesregierung Entlastungspakete bereit. Was die den Haushalten wirklich bringen, hat sich die Hans-Böckler-Stiftung genauer angeschaut. Fazit der Untersuchung: Die Maßnahmen sind sozial weitgehend ausgewogen, aber verbesserungsfähig.

Auch wenn es derzeit Beängstigenderes gibt, als für Strom, Wärme, Sprit und Lebensmittel deutlich mehr Geld zahlen zu müssen, treiben die hohen Preise für die Lebenshaltungskosten doch um. Und können für einkommensschwache Haushalte durchaus bedrohlich werden.

Die Bundesregierung weiß um die Nöte ihrer Bürger und auch um die daraus resultierende Bedrohungslage für die Ökonomie und hat deshalb zwei Entlastungspakete mit einem Gesamtvolumen von etwa 30 Milliarden Euro vorgelegt. Diese beinhalten unter anderem einen höheren Steuerfrei­betrag, eine Energiepreispauschale für Erwerbstätige in Höhe von 300 Euro, die Erhöhung der Werbungskostenpauschale um 200 Euro, einen Familienzuschuss in Form eines Einmalbonus in Höhe von 100 Euro pro Kind, den Wegfall der EEG-Umlage in der zweiten Jahreshälfte sowie die Absenkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe für drei Monate. Und wer mag, kann auch das Auto stehen lassen und zum 9-Euro-Ticket greifen.

Hans-Böckler-Stiftung hat nachgerechnet

Ob die Maßnahmen die Bürger tatsächlich finanziell entlasten, hat sich die das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Hans-Böckler-Stiftung (IMK) einmal genauer angeschaut.

Ergebnis: Die beiden von der Bundesregierung angekündigten Entlastungspakete kompensieren bei typischen Erwerbstätigen-Haushalten zu einem beträchtlichen Teil die Mehrausgaben durch höhere Energiekosten. Dennoch bleibt bei etlichen Haushalten eine spürbare Lücke. Die Entlastungen sind aber insofern sozial ausgewogen, als dass insbesondere bei Haushalten mit geringen und mittleren Einkommen und speziell bei Familien ein besonders hoher Anteil der Mehrausgaben für Energie ausgeglichen wird.

Der größte Teil der Entlastungen ergibt sich laut den IMK-Berechnungen aus Änderungen des Einkommensteuerrechts sowie aus Energiepreispauschale und Familienzuschuss. "Haushalte mit geringen Einkommen profitieren dabei vor allem von den Pauschalzahlungen aus dem zweiten Paket, Haushalte mit hohen Einkommen vor allem von den Erhöhungen von Freibeträgen und Pauschalen im Steuerrecht", erklärt Prof. Dr. Sebastian Dullien, Wissenschaftlicher Direktor des IMK.

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(Foto: IMK )

Oder genauer: Die Entlastungen summieren sich bei einer Familie mit zwei erwerbstätigen Erwachsenen, zwei Kindern und einem unterdurchschnittlichen monatlichen Nettoeinkommen von 2000 bis 2600 Euro auf rund 90 Prozent der zusätzlichen Belastungen. Bei einer vergleichbaren Familie mit einem mittleren Einkommen von 3600 bis 5000 Euro netto sind es 77 Prozent. Spürbar niedriger fällt die Entlastung bei Familien aus, in denen nur ein Elternteil erwerbstätig ist: Sie liegt bei einer vierköpfigen Familie mit 2600 bis 3600 Euro Nettoeinkommen bei 59 Prozent. Bei Alleinerziehenden mit zwei Kindern und einem mittleren Einkommen für diesen Haushaltstyp von 2000 bis 2600 Euro sind es 70 Prozent.

Rentner kommen zu kurz

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Bei alleinlebenden Erwerbstätigen mit niedrigen Nettoeinkommen von bis zu 900 Euro werden die Mehrbelastungen durch teurere Energie zu rund 76 Prozent ausgeglichen, bei jenen mit hohen Einkommen von mehr als 5000 Euro zu 44 Prozent.

Eine Lücke gibt es bei Rentnern, bei denen nur ein geringer Teil (9 Prozent) der energiepreisbedingten Mehrausgaben nun staatlich ausgeglichen wird. Das IMK rechnet in seiner jüngsten Prognose für 2022 im Jahresschnitt mit einer Inflationsrate von 6,2 Prozent.

Quelle: ntv.de, awi

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