Ratgeber

Geldanlage in der Corona-Krise Wie schlagen sich die Robo-Advisors?

Robo-Advisor

Die Vermögensverwaltung per Robo kann sich für Anleger eignen, die sich nicht selbst mit der Geldanlage herumschlagen möchten.

(Foto: dpa-tmn)

Automatisierte Investments versprechen eine einfache, breit gestreute, rentable und günstige Geldanlage. Wie sich die Anlageroboter bisher in der Krise geschlagen haben, zeigt eine erste Untersuchung.

Menschen, die schon in normalen Zeiten mit einer strukturierten Geldanlage überfordert sind, suchen nach einfachen Lösungen, um ihr Geld möglichst gewinnbringend anzulegen. Neben relativ teuren Vermögensverwaltern und gemanagten Fondslösungen, kann auch auf die Dienste sogenannter Anlageroboter zurückgegriffen werden. Diese Form der digitalen Vermögensverwaltung verspricht eine günstige und breit gestreute Geldanlage.

Das Grundprinzip der diversen Anbieter ist dabei meist ähnlich. Der Sparer gibt zunächst an, welche Anlagezeiträume und welche Risikoneigung er hat. Danach wird das Geld über Fonds - meist ETFs - und mehrere Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien weltweit investiert. Manche der Anbieter passen das Portfolio automatisch nach einem vorher festgelegten Algorithmus an die vorher festgelegte Anlagestrategie an. Derart soll sichergestellt werden, dass das Mischverhältnis der Anlageklassen regelmäßig rebalanciert wird. Mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass es so zu antizyklischen Investitionen kommt. Idealerweise würden so beispielsweise bei entsprechender Strategie, stark gefallene Aktien gegen relativ stabile Staatsanleihen ausgetauscht.

50 Prozent MSCI-World-Aktien-ETF, 50 Prozent Weltanleihenindex

Zumindest in der Theorie. Das Verbraucherportal Biallo.de wollte es genau wissen und hat auf Sicht der vergangenen zwölf Monate (1. April 2019 bis 31. März 2020) die Performance von verschiedenen Robo-Advisorn mit unterschiedlichen Gewichtungen und einer Investition in einen MSCI-World-Aktien-ETF und einer in dem Weltanleihenindex Barclays Global Aggregate Bond gegenübergestellt.

Ersterer bescherte Anlegern im genannten Zeitraum einen Verlust von rund sieben Prozent Verlust. Letzterer stand im gleichen Zeitraum 1,6 Prozent im Plus. Hätte man sich vor einem Jahr beide ETFs zu gleichen Anteilen ins Depot gelegt, dann läge man 2,7 Prozent im Minus. Die Kosten für die beiden ETFs dürften sich hier je nach Anbieter mit rund 0,35 Prozent in Grenzen halten.

Entsprechende Robo-Advisor schnitten im selben Zeitraum mit ihren ausgewogenen Varianten meist schlechter ab. Allerdings gilt es zu beachten, dass den entsprechenden Depots zum Teil auch noch geringe Anteile an Immobilien und Rohstoffe beigemischt waren.

Eine Auswahl:

  • "Cominvest Wachstum" (ETF, ETC, aktive Fonds): 50 Prozent Aktien/50 Prozent Anleihen Performance 1 Jahr: 0,20 Prozent, 0,95 Prozent Gebühren.
  • "Easyfolio 50" (ETF): 50 Prozent Aktien/50 Prozent Anleihen - Performance 1 Jahr: -7,71 Prozent, 0,59 Prozent Gebühren.
  • "Fintego - Ich will streuen" (ETF): 45 Prozent Aktien/50 Prozent Anleihen/5 Prozent Rohstoffe - Performance 1 Jahr: -5,41 Prozent, 0,70 Prozent Gebühren.
  • "Ginmon - Strategie 6 (ETF): 55 Prozent Aktien/37 Prozent Anleihen/3 Prozent Rohstoffe/5 Prozent Immobilien - Performance 1 Jahr: -8,99 Prozent, 0,75 Prozent Gebühren.
  • "Growney - grow50" (ETF): 50 Prozent Aktien/50 Prozent Anleihen - Performance 1 Jahr: -6,64 Prozent, 0,69 Prozent Gebühren.
  • "Liqid - Global 50" (ETF, ETC): 45 Prozent, Aktien/50 Prozent Anleihen/2Prozent Rohstoffe/3 Prozent Gold - Performance 1 Jahr: -3,90 Prozent, 0,50 Prozent Gebühren.
  • "Liqid - Global 50 Impact" (ETF, ETC): 45 Prozent, Aktien/50 Prozent Anleihen/5 Prozent Gold - Performance 1 Jahr: -1,46 Prozent, 0,50 Prozent Gebühren.
  • "Quirion - 50/50" (ETF): 50 Prozent Aktien/50 Prozent Anleihen - - Performance 1 Jahr: -8,92 Prozent, 0,48 Prozent Gebühren.

Beachtet werden sollte, dass es sich genau wie bei den genannten Anlagerobotern als auch bei den einzelnen Vergleichs-ETFs idealerweise um langfristige Geldanlagen handelt. Somit hat auch erst ein Vergleich über mehrere Jahre eine wirkliche Aussagekraft. Zumal auch erst dann deutlich wird, ob das automatische Rebalancieren und das damit verbundene antizyklische Anlageverhalten der Robo-Advisor Früchte trägt. Einer Aufgabe die bei einem selbsverwalteten ETF-Depot der Anleger im Übrigen selbst nachkommen muss.

Quelle: ntv.de, awi