Ratgeber

Tenhagens Tipps Sind Roboter die besseren Geldanleger?

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Egal wie und von wem, das Vermögen sollte auf verschiedene Anlageklassen aufgeteilt werden.

(Foto: imago/Panthermedia)

Geld haben ist ja an sich eine gute Sache. Geld anlegen hingegen kann ein Problem sein. Denn soll man den Zaster in Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien stecken? Prima, wenn der Robo-Advisor den Job übernimmt, oder? Finanztip-Chef Tenhagen verrät, ob die automatisierte Geldanlage lohnt.

Geld haben ist ja an sich eine gute Sache. Geldanlegen hingegen kann ein Problem sein. Soll man den Zaster in Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Immobilien stecken? Prima, wenn der Robo-Advisor den Job übernimmt, oder? Finanztip-Chef Tenhagen verrät, ob die automatisierte Geldanlage lohnt.

n-tv.de: Sparziel, Zeitraum und Risiko eingeben, fertig ist die automatisierte Geldanlage?

Hermann-Josef Tenhagen: Ganz fertig noch nicht. Man muss ja dann immer noch den Auftrag auslösen und sagen, lieber Robo-Advisor, lege bitte mein Geld für mich an. Und natürlich muss man sich auch den passenden digitale Anlagehelfer aussuchen. Da gibt es inzwischen schon 30 Stück am deutschen Markt. Grundsätzlich ermitteln Robo-Advisor mithilfe eines Fragebogens, was man über Geldanlage weiß, wie man bisher angelegt hat und wie viel Risiko ein Sparer eingehen möchte. Der Robo leitet daraus ein Portfolio ab und kümmert sich dann um die Umsetzung der Geldanlage.

Welche Anlageklassen werden den bei der Portfoliozusammensetzung berücksichtigt?

Hier werden vor allem in Form von ETFs Aktien und Renten und zum Teil auch andere Anlageklassen wie Immobilien und Rohstoffe genutzt. Die werden dann je nach Risikoneigung und Anlagezeitraum vom Roboter zusammengemischt.

Gibt es Unterschiede bei den Robo-Advisor-Modellen?

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Ja. Grundsätzlich muss zwischen aktiver und passiver automatisierter Geldanlage unterschieden werden. Einige Anbieter greifen aktiv in die Geldanlage ein und schichten je nach Marktgeschehen permanent die Anlegergelder um. Andere folgen einem passiven Ansatz. Ihr Ziel ist es, die anfangs festgelegte breite Vermögensaufteilung beizubehalten, indem wenige Male im Jahr die ursprüngliche Asset-Allocation wiederhergestellt, also rebalanciert wird.

Als Sicherheitsbaustein setzen die Robos auf Renten-ETFs. Eine gute Idee?

Wir bei Finanztip würden ja sagen: selber machen. Also ein oder zwei Aktien-ETFs kaufen und besser Festgeld an Stelle von Rentenfonds verwenden. Das ist für den Anleger auch günstiger. Wer sich aber selber nicht kümmern möchte oder auch nicht traut, eine Anlageentscheidung zu treffen, für den sind die Robos zwar eine gute, aber eben nur die zweitbeste Lösung.

Was kosten denn die Dienste eines Anlageroboters?

Ein guter Robo-Advisor kostet maximal ein Prozent im Jahr. Zum Vergleich: Wer das seine Bank in Form einer wie auch immer gearteten Vermögensverwaltung erledigen lässt, zahlt locker das Doppelte. Wer hingegen selbst bastelt, ist mit Tagesgeld, Festgeld und breit gestreuten Aktien-ETF nur mit rund einem halben Prozent Kosten dabei.

Welche Anbieter können Sie empfehlen?

Wir empfehlen zum jetzigen Zeitpunkt nur Anbieter mit einer passiven Strategie. Das machen so Quirion und Growney als klassische passive Robo-Advisor. Bei Weltinvest, einer Tochter von Weltsparen, kann man sich hingegen selbst sein Portfolio aus ETFs zusammenstellen. Der Anbieter übernimmt dann sozusagen den Service. Letzterer ist ein Anlagehelfer für Selbstentscheider.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

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Quelle: n-tv.de

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