Technik

Dreifach-Kamera und AI-Chips Darauf dürfen sich Smartphone-Knipser freuen

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Gab 2018 den Ton an: das Huawei P20 Pro.

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2019 wird ein gutes Jahr für Smartphone-Fotografen, denn die Innovationen aus dem vergangenen Jahr halten in vielen Geräten Einzug. Nicht nur die Flaggschiffe von Samsung, Huawei und Apple werden spannend.

Bei allen Kamera-Innovationen, cleveren Technologien und neuen Foto-Software-Tricks schafften es 2018 zwei Smartphones fast das ganze Jahr über, die Konkurrenz beim Fotografieren und Filmen auf Abstand zu halten: die Huawei-Topmodelle P20 Pro und Mate 20 Pro, und das vor allem wegen ihrer Triple-Kamera.

Zwar gab es noch andere Smartphones mit Dreifach-Knipsen, zum Beispiel das LG V40 oder Samsungs Galaxy A7. Doch das V40 lief bei vielen Smartphone-Fans unterhalb der Wahrnehmungsschwelle und wurde in Deutschland gar nicht verkauft. Die dritte Kamera des Mittelklasse-Geräts A7 diente ausschließlich zur Berechnung von Tiefeninformationen, und sein vieräugiger Bruder Galaxy A9 konnte mit mittelmäßiger Abbildungsqualität nicht vollends überzeugen. Der Thron gehörte also den Chinesen.

Der Trend geht zum Triple

Dass einige große Hersteller dieses Jahr Huaweis Vorbild folgen werden, ist so gut wie sicher - 2019 gehört den Triple-Kameras. Samsungs Galaxy S10 wird wahrscheinlich drei Linsen auf dem Rücken haben, Sony soll bei seinem Xperia XZ4 ebenfalls auf eine Triple-Knipse setzen, berichtet etwa "Pocket-Lint". Beide Geräte werden vermutlich schon Ende Februar auf dem MWC vorgestellt. Der Nachfolger des LG G7 könnte ebenfalls im Rahmen der Messe vorgestellt werden, ob das G8 aber eine Dreifach-Kamera haben wird, ist bisher völlig offen. Das G7 lieferte eine eher enttäuschende Kamera-Leistung ab. Die nächste iPhone-Generation kommt zwar erst im Herbst, aber auch hier gehen Experten bereits jetzt davon aus, dass wenigstens das große "iPhone 11 Max" drei Linsen bekommt.

Spannend ist vor allem, wie Samsung und Apple die Dreifaltigkeit umsetzen werden, denn beide Hersteller bekommen für die Kameras ihrer Flaggschiffe regelmäßig Bestnoten. Denkbar und wünschenswert ist, dass beide dem Vorbild von Huawei und Co. folgen und als drittes Auge ein Weitwinkelobjektiv einbauen. Das würde vielen Smartphone-Fotografen entgegenkommen, und dass es einer Extra-Linse für Tiefeninformationen nicht unbedingt bedarf, beweisen etwa Googles Pixel 3 oder das iPhone XR, die beide mit nur einer Kamera Spitzenergebnisse erzielen.

Super-Sensor und Rekord-Zoom

Sony muss erst noch beweisen, dass es nicht nur gute Sensoren, sondern auch erstklassige Smartphone-Kameras bauen kann. Immerhin: Das XZ2 Premium lieferte als erstes Dual-Kamera-Smartphone der Japaner schon sehr gute Ergebnisse ab, das lässt auf ein ähnlich gelungenes Drei-Linsen-Xperia hoffen. Spannend ist auch, ob Sony beim XZ4 den Super-Sensor IMX586 mit 48 Megapixeln einbauen wird, den die Japaner im Sommer 2018 vorgestellt haben.

LG konnte mit den Aufnahmen seines letztjährigen Flaggschiffs G7 nicht überzeugen, das Gerät bekam bei DxOMark nur 83 Punkte, deutlich weniger als die Konkurrenz. Ähnlich schwach schnitt auch das Nokia 8 Sirocco ab. Dessen Nachfolger, das Nokia 9, könnte eines der Smartphone-Kamera-Highlights des Jahres werden, denn es soll gleich fünf Kameras auf der Rückseite haben. Dass die auch hervorragende Fotos machen, muss sich aber erst noch zeigen - der Start des Nokia 9 war immer wieder verschoben worden, angeblich weil Nokias Produktchef mit der Kameraqualität noch nicht zufrieden war.

Eine neue Bestmarke in Sachen Zoomfaktor könnte laut einem Bericht von "Inside Handy" das Oneplus 7 setzen. Hinweise darauf kommen vom chinesischen Hersteller Oppo, der am 16. Januar ein Smartphone mit Zehnfach-Brennweite vorstellen will. Das Teleobjektiv passt nur mit einem Trick ins flache Gehäuse - das einfallende Licht wird mit einem Spiegel seitlich umgelenkt, wodurch der nötige Abstand zwischen Sensor und den einzelnen Linsen erreicht wird. Oppo-Smartphones werden zwar in Deutschland derzeit nicht offiziell verkauft, doch weil Oppo und Oneplus zum gleichen Mutterkonzern gehören, könnte die Technik auch in kommenden Oneplus-Modellen Einzug finden, womöglich schon im Oneplus 7. Wie das Oneplus 7 aussehen könnte, zeigt "Android Police" mit aktuellen Bildern.

Bessere Bildverarbeitung dank AI

Dass die Kameras besser werden, liegt aber nicht nur an den zusätzlichen Objektiven und längeren Brennweiten. Auch die Bildverarbeitungssoftware wird immer mächtiger, und das liegt vor allem am Einsatz von Künstlicher Intelligenz (AI). Huawei und Apple haben ihre eigenen Prozessoren mit AI-Chips, die etwa dabei helfen, Szenen automatisch zu erkennen und die Aufnahmeergebnisse dadurch zu verbessern. Auch Samsungs Exynos 9820, der die europäische Version des Galaxy S10 antreiben wird, kommt mit verbesserter AI-Einheit. Er soll laut "Golem" unter anderem viel schneller rechnen und 8K-Videoaufnahmen mit 30 Bildern pro Sekunde ermöglichen.

Qualcomms Super-Chip Snapdragon 855 hat ebenfalls AI an Bord, die etwa Motiverkennung und Bokeh-Effekte verbessern soll. Zudem soll der Bildprozessor stärker sein und vor allem bei Videoaufnahmen glänzen. Der Snapdragon 855 wird unter anderem Sonys Xperia XZ4 und das Oneplus 7 antreiben. Das Nokia 9 wird dagegen voraussichtlich noch mit dem Snapdragon 845 auf den Markt kommen. Ob das ein spürbarer Nachteil bei der Bildverarbeitung ist, wird sich zeigen.

Quelle: n-tv.de

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