Technik

Schräges Kamera-Design Soll so das iPhone XI aussehen?

iPhone-XI-5K2.jpg

Es gibt erstes Bildmaterial zum iPhone XI.

(Foto: @OnLeaks/@DigitIndia)

Das nächste iPhone kommt erst im Herbst, doch im Netz kursieren schon erste Bilder. Die Computergrafiken zeigen ein eher unwahrscheinliches Design, doch in einem wichtigen Detail liegen die Urheber wahrscheinlich richtig.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz der Technik-Welt, dass kurz nach Erscheinen eines neuen Geräts schon über dessen Nachfolger spekuliert wird, vor allem bei Publikumslieblingen wie dem iPhone. Da überrascht es auch nicht, dass bereits jetzt erste Bilder des "iPhone XI" durchs Netz geistern, obwohl der Nachfolger des iPhone XS erst im Herbst Premiere feiern wird. Die Bilder sind dementsprechend auch keine Fotos, sondern nur Computer-Grafiken. Interessant sind sie trotzdem, denn sie zeigen einen möglichen Weg, den Apple einschlagen könnte.

Im Quadrat statt vertikal?

Basis der Grafiken, die der notorische Leaker Steve Hemmerstoffer alias @OnLeaks zusammen mit der indischen Website "Digit.in" veröffentlicht hat, ist die Annahme, dass Apple bei seinem nächsten iPhone auf drei Kameras an der Rückseite setzen wird. Unwahrscheinlich ist das nicht, als Gerücht kursiert diese Idee schon länger. Huawei hat mit dem P20 Pro bewiesen, dass drei Linsen einen spürbaren Mehrwert bieten können. Seit dessen Veröffentlichung im Frühjahr 2018 schaffte es kein Smartphone, in der Kamera-Wertung von DxOMark am P20 Pro vorbeizuziehen.

Beim P20 und dem P20 Pro zeigte sich Huawei noch deutlich von Apple inspiriert - beide Geräte sehen auf den ersten Blick aus wie iPhones. Beim P20 Pro ist es die dritte Linse, die den deutlichsten Unterschied macht. Mit dem Mate 20 Pro setzte Huawei dann aber auf ein anderes Design, die drei Kameralinsen und das Fotolicht sind in einem Quadrat mit abgerundeten Ecken angeordnet. Ist Apple nun so weit, dieses Design-Detail von einem seiner schärfsten Konkurrenten zu kopieren?

iPhone-XI-5K1.jpg

Schrulliges Design: So stellt sich @OnLeaks das iPhone XI vor.

(Foto: @OnLeaks/@DigitIndia)

Für solche Überlegungen ist es noch viel zu früh, betont "9to5Mac". Die Renderings basieren laut Hemmerstoffer auf Hardware aus sogenannten "Engineering Validation Tests" (EVT), einer frühen Stufe im Design- und Produktionsprozess eines iPhones. Auf die EVT folgen Design Validation Tests (DVT) und dann Production Validation Tests (PVT). Mit anderen Worten: Bis Apple das nächste iPhone bauen wird, vergeht noch viel Zeit.

Schräges Design

Bei einem genaueren Blick auf die am Rechner erstellten Bilder zeigen sich zudem ästhetisch fragwürdige Details, etwa die Platzierung der dritten Kameralinse - 9to5Mac nennt das Design dann auch "wacky", was sich mit "blöd", "verrückt" oder "schrullig" übersetzen lässt. Kaum denkbar, dass sich Apple tatsächlich für solch ein unausgewogenes Design entscheiden könnte. Interessant sind die Grafiken laut 9to5Mac dann auch eher deshalb, weil schon in der EVT-Phase allgemeine Features festgelegt werden - zum Beispiel das Hinzufügen einer dritten Kamera.

Wieder was gelernt

Falls Sie wissen möchten, warum gerade Apple und Amazon zu den beiden wertvollsten Unternehmen gehören, hören Sie rein in diese Ausgabe von "Wieder was gelernt" - dem Podcast von n-tv.de. Abonnieren Sie uns gerne auch auf iTunes, Spotify und Deezer oder per Feed in der Podcast-App Ihrer Wahl.

Drei Kameras werden 2019 in vielen Top-Smartphones zu finden sein. Gut denkbar, dass auch das nächste iPhone dazugehört. Zur möglichen Funktion der dritten Kamera gibt es verschiedene Ideen: Denkbar ist etwa, dass sie als Hilfslinse zur Tiefenmessung dient, um etwa bei Porträtfotos Vorder- und Hintergrund noch besser zu trennen.

Das gelingt Apple aber schon jetzt gut, und Google zeigt mit seinen Pixel-Smartphones, dass man dafür mit der richtigen Software nur eine Kamera braucht. Eine andere Idee ist, dass Apple eine dritte Brennweite einbaut, ähnlich wie es Huawei beim Mate 20 Pro gemacht hat - eine Normalbrennweite, eine Telelinse und ein Weitwinkelobjektiv. Das wäre aus Fotografensicht, zusammen mit weiter optimierter Kamerasoftware, wahrscheinlich die beste Lösung.

Quelle: n-tv.de, jwa

Mehr zum Thema