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Wenn die Frist verpasst wird Bisher keine Drohkulisse bei Grundsteuererklärung

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Schön, wenn die Grundsteuererklärung da ist, wo sie hingehört.

(Foto: IMAGO/Steinach)

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Noch bis zum 31. Januar haben Eigentümer Zeit, dem Finanzamt ihre Grundsteuererklärung zukommen zu lassen, was bisher jedoch erst gut die Hälfte der Betroffenen getan hat. Laut einer Befragung von Finanztip wollen die meisten Bundesländer bei säumigen Grundeigentümern aber wohl zunächst Gnade vor Recht ergehen lassen.

Die Abgabe der Grundsteuererklärung setzt so manchen Eigentümer unter Druck. In rund zehn Tagen muss die Sache erledigt und die Erklärung beim Finanzamt sein. Die Frist endet mit dem 31. Januar. Doch der leidigen Pflicht sind bisher erst rund 58 Prozent der zur Abgabe verpflichteten Bürger nachgekommen. Wird der Termin versäumt, kann es ungemütlich werden. Dann drohten Zwangsgelder, Verspätungszuschläge oder die Schätzung der Steuerlast. Es gilt, sich also zu sputen.

Das Portal Finanztip hat bei den Finanzbehörden aller 16 Bundesländer angefragt, wie sie mit säumigen Grundeigentümern umzugehen gedenken. Das Ergebnis: Die meisten Bundesländer wollen zunächst ein Erinnerungsschreiben schicken. In einigen Ländern sollen Verspätungszuschläge sogar erst nach diesen Schreiben festgesetzt werden können. Demnach wollen sich nachfolgende Bundesländer wie folgt verhalten:

  • Baden-Württemberg, Bremen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz schicken zunächst Erinnerungsschreiben. Erst danach können nach Angaben der jeweiligen Finanzbehörden Verspätungszuschläge und Zwangsgelder festgesetzt werden.
  • In Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen sollen die Steuerpflichtigen mit einem Schreiben an die Abgabe der Grundsteuererklärung erinnert werden. Allerdings ist in diesen Bundesländern laut der Befragung nicht eindeutig, wann Verspätungszuschläge oder andere Maßnahmen eintreten.
  • In Bayern können die Finanzämter in begründeten Einzelfällen - und nur auf Antrag - Fristverlängerungen gewähren. Verspätungszuschläge und andere Maßnahmen seien möglich, es werde aber die Dauer der Abgabefrist und das neue Verfahren zur Grundsteuer berücksichtigt.
  • Hamburg hat noch nicht entschieden, wie nach dem 31. Januar verfahren wird. Ein Verspätungszuschlag kann festgesetzt werden, ein Zwangsgeld werde in jedem Fall erst in einem Schreiben angekündigt.

"Auffällig ist, dass in keinem Bundesland die große Drohkulisse aufgebaut wird", sagt Steuerexperte Leine gegenüber Finanztip. "Es wird an die Einsicht appelliert und maßvolles Verhalten der Finanzämter erwähnt. Strafgelder dürften nach diesen Aussagen eher die Ausnahme als die Regel sein. Das gilt aber ausdrücklich nicht für die, die gar nicht abgeben", so Leine.

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Auf die lange Bank schieben sollte man die Angelegenheit dennoch nicht. Denn irgendwann wird das Finanzamt zum letzten Mittel greifen und den Grundsteuerwert schätzen. Und dieser Wert bestimmt die Höhe der Grundsteuer entscheidend. Eine solche Schätzung kann auf lange Sicht teuer werden.

Neben einem vorherigen Verspätungszuschlag von 25 Euro pro Monat sowie einem etwaigen Zwangsgeld von bis zu 25.000 Euro droht auch eine unnötig hohe Grundsteuer ab 2025. Deshalb empfiehlt es sich, sich doch noch zeitnah durch die Grundsteuererklärung zu quälen und diese dann so schnell wie möglich abzugeben.

Quelle: ntv.de, awi

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