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Hidden Champion 2012Otto Bock ist "Hidden Champion"

24.05.2012, 22:24 Uhr
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Bis zum 5. Februar konnten sich inhabergeführte Unternehmen mit Sitz in Deutschland um den n-tv Mittelstandspreis bewerben.

Die Otto Bock Healthcare GmbH ist der "Hidden Champion 2012". Damit hat sich der Mittelständler aus Duderstadt bei der zweiten Auflage des n-tv Mittelstandpreises gegen rund 100 andere Unternehmen durchgesetzt.

Weitere Auszeichnungen gehen an die DAW - Deutsche Amphibolin-Werke aus Ober-Ramstadt in der Kategorie "Nachhaltigkeit", an den Mobilitätspark PARAVAN aus Pfronstetten-Aichelau in der Kategorie "Gesellschaftliche Verantwortung", ebenfalls an Otto Bock in der Kategorie "Marke" sowie an ifm electronic aus Essen in der Kategorie "Generationswechsel". Der n-tv Mittelstandspreis wird in Kooperation mit der Maleki Group und UBS Deutschland vergeben.

"Die erfolgreiche Premiere im vergangenen Jahr hat uns darin bestärkt, weiter nach den Unternehmen zu suchen, die den Wirtschaftsmotor auf Hochtouren laufen lassen, ohne dass täglich in den Medien über sie berichtet wird", sagte n-tv Geschäftsführer und Jurymitglied Hans Demmel. "Der deutsche Mittelstand ist wirtschaftlich erfolgreich, innovativ und ein verlässlicher Arbeitgeber, der sich international bewährt und trotzdem klar zum Wirtschaftsstandort Deutschland bekennt." Dies treffe auch auf den neuen "Hidden Champion", die Otto Bock GmbH, zu. "Hans Georg Näder und seine Mitarbeiter schenken mit ihren Prothesen vielen Menschen wieder Normalität und Freiheit", so Demmel. "Otto Bock steht für erfolgreiches Wirtschaften, soziales Engagement, Umweltbewusstsein - und ist dabei ein Unternehmen, das sich nicht in den Vordergrund drängt. Das macht einen Hidden Champion aus."

Der n-tv Mittelstandspreis wurde bereits zum zweiten Mal verliehen. Wie 2011 wurde ein Unternehmen gesucht, das sich mit seiner Arbeit um den Erfolg der deutschen Wirtschaft in herausragender Weise verdient gemacht hat - bis dato aber nicht gebührend beachtet wurde. Neben dem Hauptpreisträger "Hidden Champion 2012" wurden Unternehmen in den Kategorien Nachhaltigkeit, gesellschaftliche Verantwortung, Marke und Generationswechsel prämiert.

Um den n-tv Mittelstandspreis konnten sich alle inhabergeführten Unternehmen mit Sitz in Deutschland bewerben, die mindestens 50 Mitarbeiter beschäftigen. Eine fachkundige Jury hatte, unterstützt durch ein hochkarätig besetztes Kuratorium, alle Einreichungen überprüft.

Alle Preisträger in der Übersicht

Hidden Champion - Gesamtpreis

Otto Bock HealthCare GmbH (Duderstadt)

Herstellung von medizinischen Prothesen für Menschen

Begründung der Jury: Das Unternehmen stellt besondere Produkte her und positioniert diese bewusst als Mobilitäts- und Sportmarke - um zu zeigen, dass es mit einer Prothese nicht bergab im Leben gehen muss, sondern man optimistisch in die Zukunft durchstarten kann. Otto Bock ist wirtschaftlich höchst erfolgreich und steht dabei mit seinen Produkten und Mitarbeitern trotzdem für Menschlichkeit, soziales Engagement und Umweltbewusstsein, beispielsweise mit einer eigenen Biogasanlage und der Förderung des Natur-Erlebniszentrums Gut Herbigshagen.

Kategorie "Nachhaltigkeit":

1. Platz: DAW - Deutsche Amphibolin-Werke von Robert Murjahn Stiftung & Co KG (Ober-Ramstadt)

Entwicklung, Produktion und Vertrieb von hochwertigen Farben, Lacken und Lasuren

Begründung der Jury: Das Unternehmen ist Marktführer für Baufarben in Deutschland, Österreich und der Türkei. Diese Erfolge werden mit einem besonderen Augenmerk auf das nachhaltige Wirtschaften erreicht. DAW setzt auf drei Säulen: nachhaltiges Unternehmen, nachhaltige Produkte und nachhaltige Gebäude. Seit 2010 besitzt das Unternehmen eine Nachhaltigkeitsmanagerin, die einen externen Nachhaltigkeitsrat und eine interne Projektgruppe verantwortet. Zahlreiche Auszeichnungen und Test-Signets wie etwa das "Sehr gut" der Zeitschrift "Öko-Test" für Innenwandfarben und der Blaue Engel für die wasserbasierten 2-in-1-Lacke von Alpina zeugen von nachhaltiger Qualität.

2. Platz: STI Group - Gustav Stabernack GmbH (Lauterbach)

Verpackungs- und Displayhersteller mit 14 Produktionsstandorten in ganz Europa

Begründung der Jury: Als Anbieter maßgeschneiderter Lösungen arbeiten die Designer der STI Group weltweit nach der Devise "So wenig Verpackung wie möglich, so viel Verpackung wie nötig". Mit einem eigenen Umweltmanagementsystem, Öko-Audit und dank FSC-Zertifizierung verfolgt das Unternehmen einen ganzheitlichen Nachhaltigkeits-Ansatz. STI hat sich ein Leitbild Nachhaltigkeit gegeben, schult Mitarbeiter, lässt Verpackungen klimaneutral bedrucken, betreibt das eigene Energiespar-Projekt Kesselhaus (Dampf- und Wärmeversorgung des Standorts Lauterbach) und bezieht Zulieferer und Vertragspartner in das Engagement für einen verantwortungsbewussten Umgang mit den Ressourcen mit ein.

3. Platz: Heller-Leder GmbH & Co. KG (Hehlen)

Gerbung feinen Leders für den exklusiven Wohnbereich, edle Büromöbel und Autos

Begründung der Jury: Das Familienunternehmen in vierter Generation hat sich auf eine umweltfreundliche und hochwertige Gerbung spezialisiert. Heller Leder war die erste Gerberei, die eine eigene Kläranlage gebaut hat, um das Abwasser zu entgiften. Heller-Leder erhielt im Juni 2010 als erste Gerberei weltweit das deutsche Umweltzeichen "Der blaue Engel". Nachhaltig wirtschaftet das Unternehmen auch in Krisenzeiten, spart nicht am Umweltschutz, sondern ändert zum Beispiel die Marketing-Strategie. Seit 2009 werden so in Asien ausschließlich hochwertige und exklusive Leder an ausgewählte Zielkunden vermarktet und damit die Arbeitsplätze in Niedersachsen gesichert.

Kategorie "Gesellschaftliche Verantwortung (CSR)":

1. Platz: Mobilitätspark PARAVAN GmbH (Pfronstetten-Aichelau)

Herstellung von behindertengerechten Fahrzeugen, Gehhilfen und Spezialsitzen

Begründung der Jury: 1996 hilft Unternehmensgründer Roland Arnold auf einem Autobahnparkplatz bei strömendem Regen einer Frau, ihren querschnittsgelähmten Mann ins Auto zu heben. Dieses Schlüsselerlebnis lässt Arnold nicht mehr los und ist zugleich die Geburtsstunde von Paravan. Das Unternehmensziel: Menschen mit Handicap Mobilität und Lebensfreude zurückzugeben. Das Firmenmotto "Paravan hilft und gibt" erstreckt sich nicht nur auf die eigenen Produkte und Technologien, sondern spiegelt sich auch in einem breiten gesellschaftlichen Engagement wider. So engagiert sich Paravan etwa als Sponsor der Special Olympics, von Behindertenvereinen, Kliniken, Forschungsinstituten und Selbsthilfegruppen. Roland Arnold hat zudem eine eigene Stiftung ins Leben gerufen, die in Not geratenen Familien mit behinderten Kindern hilft.

2. Platz: ONI-Wärmetrafo GmbH (Lindlar)

Beratung, Planung, Bau und Betrieb von Anlagen der Kühl- und Kältetechnik, Wärmerückgewinnung

Begründung der Jury: Das Unternehmen bildet junge Menschen mit Migrationshintergrund und Jugendliche aus, die ihre erste Ausbildung in anderen Betrieben abgebrochen haben oder abbrechen mussten. Überdies bevorzugt das Unternehmen seit Jahren ältere Arbeitnehmer über 50 Jahre bei der Einstellung. Bei ONI erhalten Menschen eine zweite Chance. Dabei verlässt sich der Geschäftsführer Wolfgang Oehm ganz auf sein unternehmerisches Gespür und seine Menschenkenntnis. Diese Einstellungspolitik ist außergewöhnlich, risikoreich, aber der Unternehmer ist erfolgreich. An diesem Erfolg beteiligt ONI die Mitarbeiter – mit finanziellen Prämien, Mitarbeiterdarlehen oder der Kostenübernahme für die Gesundheitsförderung.

3. Platz: AfB Arbeit für Menschen mit Behinderungen Gemeinnützige GmbH (Essen)

Ankauf, Reparatur und Wiederverkauf von gebrauchten EDV-Geräten

Begründung der Jury: Das Unternehmen bietet schwerbehinderten Menschen einen Arbeitsplatz. Die bereiten gebrauchte IT-Hardware auf. Das vermeidet Elektroschrott, schont die Umwelt und leistet damit auch einen Beitrag zur Lösung sozialer und ökologischer Probleme. AfB hat alle Unternehmensabläufe durchweg barrierefrei gestaltet und ermöglicht so die solidarische Beschäftigung von Menschen mit und ohne Behinderung.

Kategorie "Marke":

1. Platz: Otto Bock HealthCare GmbH (Duderstadt)

Herstellung von medizinischen Prothesen für Menschen

Begründung der Jury: Otto Bock engagiert sich seit über 90 Jahren für Menschen mit Handicap. Weltweit steht das Unternehmen für qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen im Bereich der technischen Orthopädie und der Rehabilitation. Diese besonderen Produkte positioniert Otto Bock bewusst als Mobilitäts- und Sportmarke - um zu zeigen, dass es mit einer Prothese nicht bergab im Leben gehen muss, sondern man optimistisch in die Zukunft durchstarten kann.

2. Platz: Burmester Audiosysteme GmbH (Berlin)

Hersteller von High End Audio Komponenten

Begründung der Jury: Wer ein unvergleichliches Klangerlebnis sucht, kommt an den Produkten von Burmester nicht vorbei. Burmester setzt Maßstäbe bei Klangqualität, Innovation und Verarbeitungsqualität. Die High End Audio Komponenten, für die Dieter Burmester und seine Mitarbeiter stehen, entstehen in Handarbeit zu 100 Prozent in Berlin, über 90 Prozent der verwendeten Bauteile werden in Deutschland hergestellt. Die vielfach ausgezeichneten Burmester-Produkte finden sich in Luxusyachten ebenso wie in Luxusautomobilen wie dem Bugatti EB 16.4 Veyron, dem Porsche Panamera oder dem Cayenne.

3. Platz: Messer Group GmbH (Bad Soden)

Herstellung und Vertrieb von Industriegasen

Begründung der Jury: Stefan Messer hat es geschafft. Er hat das Unternehmen 2004 wieder zurück in die Familie geholt. Die immense persönliche und finanzielle Anstrengung hat sich gelohnt. Die Messer Group ist wieder erfolgreich mit einem Unternehmen, mit einer Marke, in der wieder ein Familienherz schlägt. 2007 gelang die erfolgreiche Rückkehr auf den deutschen Markt, vom Verlag Deutsche Standards EDITIONEN wurde Messer zu einer "Marke des Jahrhunderts" gewählt, Umsatz und Gewinn wachsen. Konsequente und gezielte Markenführung und Kommunikation haben das Unternehmen international etabliert. Die Messer Group ist heute in über 34 Ländern mit mehr als 60 operativen Gesellschaften aktiv.

Kategorie "Generationswechsel":

ifm electronic GmbH (Essen)

Anbieter von Automatisierungstechnik

Begründung der Jury: Gekürt wird diesmal nicht allein ein Generationswechsel, sondern ein erfolgreiches Modell. Die zwei Gründer Gerd Marhofer und Robert Buck haben ihre Söhne motivieren können, ins Unternehmen einzusteigen. Beide Söhne sitzen in den Geschäftsbereichen, in denen sie wirklich Fachmänner sind. Alles andere überlassen sie gerne externen fremden Managern, denen auch schon die Väter vertraut haben. Diese Aufteilung in der Geschäftsführung entspricht einem Modell, das viel zu selten in deutschen Familien-Unternehmen gelebt wird, obwohl es erfolgreich funktioniert. ifm electronic wächst bei Umsatz, Mitarbeitern und Patentanmeldungen.

Quelle: ntv.de