20. Januar 2009: Für Barack Obama beginnt der große Tag in der Kirche.Bild 1 von 86 Es ist kurz vor neun, als er die St. John's Episcopal Church betritt, das frisch renovierte Gotteshaus gegenüber vom Weißen Haus. Dies gehört zur Tradition für angehende Präsidenten.Bild 2 von 86 In ein paar Stunden wird Obama das mächtigste Amt übernehmen, das die Welt zu vergeben hat.Bild 3 von 86 Während Obama die letzte Stunde der Ruhe erlebt, kämpft sich das Heer der Normalsterblichen zu den Örtlichkeiten der historischen Ereignisse vor.Bild 4 von 86 Lange vor dem Morgengrauen strömen die Menschen aus allen Himmelsrichtungen zum Kapitol und der National Mall.Bild 5 von 86 "Yes We Can" rufen die Menschen in den U-Bahnen und den vollen Pendlerzügen.Bild 6 von 86 Es ist bitterkalt an diesem Morgen.Bild 7 von 86 Trotzdem ist die Stimmung ausgelassen.Bild 8 von 86 Viele, die an diesem Tag die Innenstadt bevölkern, sind Schwarze. Dennoch ist es kein Fest der Schwarzen, das die USA an diesem Tag erleben.Bild 9 von 86 Bei CNN zeigen sich auch konservative Kommentatoren von dem Augenblick berührt. "It's history in the making", sagen die Amerikaner, man erlebt Geschichte hautnah.Bild 10 von 86 Derweil statten die Obamas dem scheidenden US-Präsidenten einen Besuch ab. Das Treffen hat fast privaten Charakter, gehört jedoch ebenfalls zu den zahlreichen Traditionen im Ritual der Inauguration.Bild 11 von 86 Für Obama ist es der letzte Besuch im Weißen Haus als Gast, für Bush der letzte Auftritt als Gastgeber dort: Hinter dem Weißen Haus stehen Möbelwagen; Aus- und Einzug finden parallel statt. Auch das gehört zum Tag der Inauguration.Bild 12 von 86 Zuerst verlassen Michelle Obama und Laura Bush das Weiße Haus. Sie fahren gemeinsam zum Kapitol.Bild 13 von 86 Vizepräsident Dick Cheney fährt mit Joe Biden, seinem Nachfolger. Cheney sitzt im Rollstuhl. Präsidentensprecherin Dana Perino zufolge hat der 67-Jährige sich beim Kistenpacken für den Umzug in seine neue Wohnung verhoben.Bild 14 von 86 Auch Lynn Cheney und Jill Biden fahren im selben Auto. Die Stimmung zwischen ihnen dürfte etwas besser sein als zwischen ihren Männern; Biden hatte den sehr umstrittenen Cheney im Wahlkampf mehrfach scharf angegriffen.Bild 15 von 86 Als letzte treten Barack Obama und George W. Bush aus dem Amtssitz des Präsidenten. Sie besteigen den Cadillac, der Obama als Präsidentenauto dienen wird.Bild 16 von 86 Dennoch sitzt Bush rechts - die rechte Seite ist im Washingtoner Protokoll dem Mächtigeren vorbehalten. Und das ist Bush - noch.Bild 17 von 86 Auf der Bühne vor dem Kapitol werden die noch lebenden Ex-Präsidenten eigens begrüßt:Bild 18 von 86 Jimmy Carter, ...Bild 19 von 86 ... George Bush ...Bild 20 von 86 ... und Bill Clinton.Bild 21 von 86 Wem Obamas Stabschef Rahm Emanuel hier wohl eine Nase dreht?Bild 22 von 86 Als George W. Bush bei der Zeremonie auf dem Westflügel des Kapitols vor das Volk tritt, ertönen Buh-Rufe - einer den wenigen Misstöne an diesem sonst auf Harmonie ausgerichteten Tag.Bild 23 von 86 Die Inauguration ist eine Inszenierung, doch die Stimmung auf der Tribüne ist locker.Bild 24 von 86 Obama begrüßt Senator Edward Kennedy, der ihn schon im Vorwahlkampf gegen Hillary Clinton unterstützt hatte.Bild 25 von 86 Joe Biden schaut sich Fotos an, die Malia Obama (rechts hinter ihrem Vater) gemacht hat. In der Mitte des Bildes Obamas Schwiegermutter, die ebenfalls ins Weiße Haus einzieht.Bild 26 von 86 Irgendwann zwischen dem Aufbruch am Weißen Haus und der Vereidigung des Vizepräsidenten verliert die Inszenierung ein paar Minuten.Bild 27 von 86 Aretha Franklin singt die Freiheitshymne "Let Freedom Ring".Bild 28 von 86 Viele sind gekommen: Beyoncé und Jay-Z, ...Bild 29 von 86 ... Oprah Winfrey und ihr Lebensgefährte Stedman Graham, ...Bild 30 von 86 ... Muhammad Ali, ...Bild 31 von 86 ... Dustin Hoffman, ...Bild 32 von 86 ... Zentralbank-Chef Ben Bernanke, ...Bild 33 von 86 ... Ex-Vizepräsident und Friedensnobelpreisträger Al Gore mit Frau Tipper, ...Bild 34 von 86 ... Box-Promoter Don King, ?Bild 35 von 86 ? die Schauspieler Samuel L. Jackson (l.), Angela Bassett und Denzel Washington, ...Bild 36 von 86 ... Bruce Springsteen.Bild 37 von 86 Es ist 18.05 Uhr - laut Verfassung ist er seit fünf Minuten im Amt -, als Barack Obama die Eidesformel spricht: Er stockt dabei, weil John Roberts, der Oberste Richter der USA, sich verspricht.Bild 38 von 86 "Ich, Barack Obama, schwöre feierlich, dass ich das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten getreulich verwalten ...Bild 39 von 86 ... und die Verfassung der Vereinigten Staaten nach besten Kräften erhalten, schützen und verteidigen will."Bild 40 von 86 Obama hat die Hand auf derselben Bibel, die schon Abraham Lincoln 1863 benutzt hatte - Lincoln, der Präsident, der die Sklaven befreit hat.Bild 41 von 86 Die Worte des Amtseides sind verklungen, es bleibt still. Dann kommt Jubel auf.Bild 42 von 86 Nicht wenige Zuschauer weinen.Bild 43 von 86 "Es war wie eine Explosion der Freude", schwärmt eine junge Frau in der Menge. Zwei Millionen sollen sich in Washington versammelt haben.Bild 44 von 86 Anschließend: die Inaugurationsrede. Obama hatte im Vorfeld versucht, die hohen Erwartungen zu dämpfen. Das gelang ihm nicht.Bild 45 von 86 Zumindest die Journalisten erwarten einen Satz wie "das einzige, vor dem wir Angst haben müssen, ist die Angst selbst" (Roosevelt, 1933) oder ...Bild 46 von 86 ... "Fragt nicht, was euer Land für euch tun kann; fragt, was ihr für euer Land tun könnt" (Kennedy, 1961).Bild 47 von 86 Es wird eine Rede mit vielen Höhepunkten.Bild 48 von 86 "Liebe Mitbürger, ich stehe heute hier und komme mir angesichts der Aufgabe, die vor uns liegt, klein vor."Bild 49 von 86 "Dass wir inmitten einer Krise stecken, ist mittlerweile bekannt. Unsere Nation steht im Krieg gegen ein weitreichendes Netzwerk von Gewalt und Hass. ...Bild 50 von 86 ... Unsere Wirtschaft ist massiv geschwächt als Folge der Gier und Verantwortlungslosigkeit einiger, aber auch des gemeinsamen Versagens dabei, schwere Entscheidungen zu treffen und die Nation auf ein neues Zeitalter vorzubereiten. ...Bild 51 von 86 ... Häuser sind verlorengegangen, Jobs wurden abgebaut, Unternehmen zerstört. Unser Gesundheitswesen ist zu teuer, zu viele schaffen unsere Schulen nicht, ...Bild 52 von 86 ... und jeder Tag zeigt aufs Neue, dass die Art und Weise unseres Energieverbrauchs unsere Feinde stärkt und unseren Planeten bedroht."Bild 53 von 86 "Ich sage Ihnen heute, dass die Herausforderungen, vor denen wir stehen, echte Herausforderungen sind. Sie sind ernst und zahlreich. Sie werden nicht einfach oder kurzfristig zu lösen sein. Aber Amerika, sei versichert: Sie werden gelöst."Bild 54 von 86 "An diesem Tag kommen wir zusammen, denn wir haben uns für die Hoffnung statt für die Angst entschieden, für das gemeinsame Ziel über Uneinigkeit und Zwietracht."Bild 55 von 86 Indirekt, aber sehr deutlich distanziert Obama sich von der Politik seines Amtsvorgängers. Er warnt davor, aus falscher Berechnung die Ideale der Menschenrechte aufzugeben.Bild 56 von 86 Amerikas Gründungsväter hätten "mit ihrem Blut" die Demokratie sowie Bürger- und Menschenrechte erkämpft, die es zu erhalten gelte. "Wir weisen die Wahl zwischen Sicherheit und unseren Idealen zurück."Bild 57 von 86 "Wir wissen, dass unser zusammengewürfeltes Patchwork-Erbe eine Stärke ist, keine Schwäche. Wir sind eine Nation von Christen und Muslimen, Juden und Hindus - und Nicht-Gläubigen."Bild 58 von 86 Er spricht sogar "das kleine Dorf" an, "in dem mein Vater geboren wurde".Bild 59 von 86 Auch dort wird seine Rede verfolgt.Bild 60 von 86 Und eine weitere Stelle gibt es, in der Obama von seinem Vater spricht: "Ein Mann, dessen Vater hier vor weniger als 60 Jahren nicht einmal in einem Lokal bedient worden wäre, kann nun vor Euch stehen und diesen heiligen Eid schwören."Bild 61 von 86 Trotz der deutlichen Kritik an der Bush-Regierung ist der Umgang zwischen dem alten und dem neuen Präsidenten freundschaftlich. Bush umarmt Obama nach dessen Rede.Bild 62 von 86 Dann begleiten die Obamas George W. und Laura Bush zu ihrem Hubschrauber. Sie fliegen nach einem Zwischenstopp auf dem Luftwaffenstützpunkt Andrews bei Washington weiter nach Texas.Bild 63 von 86 Die erste Nacht nach dem Ende seiner Amtszeit wollen die Bushs auf ihrer Ranch in Crawford verbringen.Bild 64 von 86 Derweil unterzeichnet Obama als erste Amtshandlung eine Proklamation für einen Nationalen Tag der Erneuerung und Versöhnung. Darin ruft er die Amerikaner auf, füreinander da zu sein.Bild 65 von 86 Anschließend findet im Festsaal des Kapitol ein Mittagessen zu Ehren des neuen Präsidenten statt.Bild 66 von 86 Während des Essens ...Bild 67 von 86 ... bricht der an Krebs erkrankte Edward Kennedy zusammen.Bild 68 von 86 Zu Beginn seiner Ansprach vor den Gästen sagt Obama: "Ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass im Moment ein Teil von mir bei ihm ist."Bild 69 von 86 Anschließend nimmt Obama eine Parade vor dem Kapitol ab, ...Bild 70 von 86 ... und macht sich dann auf den Weg zum Weißen Haus.Bild 71 von 86 Auf halbem Weg zwischen Kapitol und Weißem Haus lässt Obama seine Wagenkolonne anhalten, um den Weg zu Fuß fortzusetzen.Bild 72 von 86 Begleitet vom tosenden Applaus der Zuschauer läuft er einige Minuten Hand in Hand mit seiner Frau Michelle die Pennsylvania Avenue entlang. Später steigen sie wieder in ihre gepanzerte Limousine.Bild 73 von 86 Die frisch gebackene First Lady der USA, Michelle Obama, trägt an diesem kalten Tag übrigens ein Mantel-Kleid-Ensemble der amerikanischen Designerin Isabel Toledo.Bild 74 von 86 Knapp fünf Stunden nach seinem Amtseid betritt Obama erstmals in seiner neuen Funktion als US-Präsident das Weiße Haus.Bild 75 von 86 Hier verfolgen die Obamas von einer eigens für diesen Tag gezimmerten Tribüne das Defilee der traditionellen Inaugurationsparade.Bild 76 von 86 An der Parade nehmen mehr als zehntausend Soldaten und Zivilisten teil.Bild 77 von 86 Nach der Parade geht es weiter für das neue Präsidentenpaar.Bild 78 von 86 Während Obamas Vorgänger Bush zu dieser Zeit vor vier Jahren längst erschöpft im Bett lag, ...Bild 79 von 86 ... fahren Obama und die First Lady Michelle in der Nacht noch durch Washington.Bild 80 von 86 Zehn Bälle besuchen sie und machen auch hier eine gute Figur.Bild 81 von 86 Wer für die offiziellen Bälle keine Karte hat, ...Bild 82 von 86 ... der feiert in Kneipen, Clubs oder auf Privatpartys - in den USA genauso ...Bild 83 von 86 ... wie in Berlin, ...Bild 84 von 86 ... Jakarta - hier tanzen Schüler der Schule, die der kleine Barack einst besuchte - ...Bild 85 von 86 ... oder an der Barack Obama Nyang'oma Kogelo Grundschule in Kenia. (Bilder: rts / dpa / AP)Bild 86 von 86