Staatsmann mit Heiligenstatus: Nelson Mandela wird 90
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Sein Name steht für Frieden und Versöhnung.Bild 1 von 81 Für viele Menschen gehört er in eine Reihe mit Mahatma Gandhi ...Bild 2 von 81 ... und Martin Luther King, den großen Friedens-Stiftern des 20. Jahrhunderts.Bild 3 von 81 Einst war er die Symbolfigur der südafrikanischen Anti-Apartheid-Bewegung, der berühmteste politische Gefangene der Welt ...Bild 4 von 81 ... und schließlich der erste schwarze Staatspräsident am Kap.Bild 5 von 81 Am 18. Juli 2008 wird Nelson Mandela 90 Jahre alt.Bild 6 von 81 Was Mandela vollbrachte, wird oft als das südafrikanische Wunder gepriesen.Bild 7 von 81 Denn mit seinem unermüdlichen Einsatz für Versöhnung zwischen Schwarzen und Weißen hat er das Land vor einem Bürgerkrieg bewahrt.Bild 8 von 81 "Ich habe das Ideal einer demokratischen und freien Gesellschaft vertreten, in der alle Menschen in Harmonie und mit gleichen Möglichkeiten zusammenleben", sagte Mandela schon 1964, ...Bild 9 von 81 ... als er im sogenannten Rivonia-Prozess wegen Sabotage und Aufruhr vor Gericht stand. "Es ist ein Ideal, für das ich leben will und das ich zu erreichen hoffe. Doch wenn es sein muss, bin ich auch bereit, dafür zu sterben."Bild 10 von 81 Über 27 Jahre sitzt Mandela für seine Überzeugungen im Gefängnis, die meiste Zeit davon auf der berüchtigten Zuchthausinsel Robben Island vor Kapstadt.Bild 11 von 81 Als sich die politischen Verhältnisse unter dem damaligen südafrikanischen Staatspräsidenten Frederik Willem de Klerk ändern, geschieht das für viele Unfassbare:Bild 12 von 81 Am 11. Februar 1990 verlässt Mandela als freier Mann das Gefängnis.Bild 13 von 81 Die meisten schwarzen Südafrikaner sehen damals in ihm eine Art Messias - obwohl oder gerade weil es verboten war, während seiner Haft Fotos von ihm zu veröffentlichen oder ihn zu zitieren.Bild 14 von 81 Schon in der ersten öffentlichen Ansprache nach seiner Freilassung wendet sich Mandela aber gegen eine Überhöhung seiner Person. (Im Bild sein erster Pass nach der Freilassung)Bild 15 von 81 Er sei "ein gewöhnlicher Mensch, der unter außergewöhnlichen Umständen zu einem politischen Führer geworden ist", sagt der damals 71-Jährige der Menschenmenge auf dem Rathausplatz in Kapstadt.Bild 16 von 81 "Ich bin den langen Weg der Freiheit gelaufen. Ich habe versucht, nicht zu schwanken; entlang des Weges, habe ich Irrtümer begangen. Nachdem ich einen großen Berg bestiegen habe, habe ich aber das Geheimnis entdeckt, ...Bild 17 von 81 ... dass man noch viele andere Berge zu besteigen hat. Ich habe mich hier einen Augenblick ausgeruht, und einen Blick auf die strahlende Landschaft, die mich umgibt, und auf den Weg, den ich hinter mir gebracht habe, geworfen.Bild 18 von 81 Aber ich kann mich nur einen Augenblick ausruhen, denn mit der Freiheit kommt die Verantwortung, und ich wage es nicht, zu weilen, denn mein Lauf ist noch nicht beendet."Bild 19 von 81 Als Sohn eines Xhosa-Häuptlings wird Nelson Rolihlahla Mandela am 18. Juli 1918 in der Transkei, der heutigen Provinz Ostkap, geboren.Bild 20 von 81 Sein Vorname Rolihlahla bedeutet wörtlich "Am Ast eines Baumes ziehen" und heißt umgangssprachlich "Unruhestifter".Bild 21 von 81 Bei seiner Einschulung in eine Lehranstalt der Methodisten erhält er von seiner Dorfschullehrerin ...Bild 22 von 81 ... den englischen Vornamen Nelson.Bild 23 von 81 Er studiert Jura an der für Schwarze bestimmten Universität Fort Hare, wird dort aber 1940 als Anführer eines Studentenstreiks ausgeschlossen.Bild 24 von 81 Mandela geht nach Johannesburg, auch, um einer arrangierten Ehe zu entgehen, und macht nach einem Fernstudium 1942 sein Jura-Examen.Bild 25 von 81 Zusammen mit seinem Weggefährten Oliver Tambo gründet er die Jugendliga des African National Congress (ANC) und eröffnet Südafrikas erste Kanzlei schwarzer Anwälte.Bild 26 von 81 Zunächst agiert er an der Spitze der gewaltfreien "Ungehorsamsbewegung", die mit Boykott, Streik und zivilem Ungehorsam gegen das Apartheid-Regime agiert.Bild 27 von 81 Doch schließlich akzeptiert Mandela Gewalt als Mittel zur Beendigung der Apartheid. In seiner Verteidigungsrede im Rivonia-Prozess sagt er dazu 1964:Bild 28 von 81 "Die Weißen ließen jede Reaktion vermissen, die einen Wandel signalisiert hätte. (?) Die Kampfform, die für uns (nun) am aussichtsreichsten war und auf beiden Seiten die wenigsten Menschenleben gefährdete, war der Guerillakrieg."Bild 29 von 81 Nach dem Verbot des ANC gründet Mandela 1961 den militärischen Zweig des ANC "Umkhonto we Sizwe" (Speer der Nation, MK) und geht in den Untergrund.Bild 30 von 81 Er verlässt das Land und lässt sich in Angola militärisch ausbilden.Bild 31 von 81 Später leitet er auf der Lilliesleaf-Farm in Rivonia selbst die Ausbildung anderer MK-Mitglieder.Bild 32 von 81 Im August 1962 wird er verhaftet und zunächst zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.Bild 33 von 81 1964 fällt gegen ihn und die Führungsspitze des ANC das Urteil einer lebenslangen Zuchthausstrafe.Bild 34 von 81 Vom 13. Juni 1964 bis zum 31. März 1982 verbringt Mandela fast 18 seiner 28 Jahre Haft als Gefangener 466/64 auf Robben Island, dem schärfsten Vorposten des südafrikanischen Gefängnissystems.Bild 35 von 81 Nelson Mandela selbst schreibt in seiner Autobiographie dazu: "Mir wurde die Zelle am Ende des Ganges zugeteilt. Sie ging auf den Hof hinaus und hatte in Augenhöhe ein kleines Fenster.Bild 36 von 81 Mit drei Schritten konnte ich meine Zelle der Länge nach durchmessen. Wenn ich mich hinlegte, konnte ich mit den Füßen die Mauer fühlen, und mein Kopf streifte die Betonwand auf der anderen Seite.Bild 37 von 81 Jede Zelle war draußen mit einer weißen Karte markiert, auf der unser Name und die jeweilige Häftlingsnummer stand. Auf meiner war zu lesen: "N Mandela 466/64"; das bedeutet, dass ich als 466. Gefangener im Jahr 1964 auf die Insel gekommen war.Bild 38 von 81 Ich war 46 Jahre alt, ein zu lebenslänglicher Haft verurteilter politischer Gefangener, und dieser kleine, enge Raum sollte mein Heim sein - für wie lange, wusste ich nicht."Bild 39 von 81 Bis 1974 arbeitet er täglich acht Stunden im Steinbruch und erleidet dabei unter anderem bleibende Augenschäden.Bild 40 von 81 Er darf zunächst einmal im Jahr einen Besucher empfangen - für 30 Minuten. Alle sechs Monate darf er einen Brief schreiben und empfangen.Bild 41 von 81 Erst nach einem Hungerstreik erhalten die Gefangenen mehr Decken, mehr Essen und die Erlaubnis, im Gefängnishof Fußball und Rugby zu spielen.Bild 42 von 81 Bis 1970 dürfen die Gefangenen weder lesen noch schreiben, Mandela schreibt dennoch Notizen für seine Memoiren "Der lange Weg in die Freiheit" und versteckt sie auf dem Gefängnishof.Bild 43 von 81 Die ANC Mitglieder entwickeln ein ausgefeiltes Bildungssystem für die Mitgefangenen, in dem sie ihre politischen Grundsätze und die Geschichte des ANC lehren.Bild 44 von 81 Diese sogenannte "Mandela-Universität" wird zu einer einzigartigen Stätte des Lernens und der Erziehung, die sogar das weiße Bewachungspersonal mit einbezieht.Bild 45 von 81 Nicht zuletzt deshalb wird die Führungsgruppe des ANC Anfang April 1982 in das Hochsicherheitsgefängnis von Pollsmor verlegt.Bild 46 von 81 Während seines Aufenthaltes in Pollsmor werden Mandela einige Freilassungsangebote gemacht, die er aber alle wegen inakzeptabler Bedingungen, wie der "Abschwörung jeglicher Gewalt" in dem Abkommen mit Botha (Treffen 1996), ausschlägt.Bild 47 von 81 1988 wird Mandela noch einmal in ein anderes Gefängnis verlegt. Zwei weitere Jahre verbringt er im Victor Verster Gefängnis, in einer seltsamen Mischung aus Arrest und komfortablem Wohnsitz, in dem er seine Familie, aber auch Politiker aus aller Welt empfängt.Bild 48 von 81 Nach seiner Freilassung lässt er einen identischen Bungalow in seinem Heimatdorf errichten, um sich in seinem Heim zurecht zu finden.Bild 49 von 81 Am 11. Februar 1990 öffnen sich für Mandela die Gefängnistore, nachdem Präsident Frederik Willem de Klerk unter massivem Druck der Weltöffentlichkeit das ANC-Verbot aufgehoben und Mandelas Freilassung angeordnet hat.Bild 50 von 81 Mandela widmet sich mit ganzer Kraft dem Transformationsprozess seines Landes vom rigiden Apartheidsystem zur Demokratie.Bild 51 von 81 Als Präsident des ANC nimmt er an Mehrparteiengesprächen über die Zukunft Südafrikas teil, deren Ziel politische Reformen und die Abschaffung der Apartheid sind. Im Gegenzug verzichtet der ANC auf jegliche Gewaltanwendung.Bild 52 von 81 1993 erhält er zusammen mit De Klerk den Friedensnobelpreis.Bild 53 von 81 Ein Jahr später geht der ANC mit über 60 Prozent der Stimmen als klarer Sieger aus den Wahlen hervor, ...Bild 54 von 81 ... im Mai 1994 wird er zum ersten schwarzen Staatspräsidenten Südafrikas gewählt.Bild 55 von 81 "Die Unterdrückten und die Unterdrücker gleichermaßen zu befreien", so beschreibt er das alles überragende Ziel seiner Präsidentschaft.Bild 56 von 81 Als er im Juni 1999 das Zepter an Thabo Mbeki abgibt, ...Bild 57 von 81 ... schrieb der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan an den scheidenden Präsidenten: "Ihr Erbe ist eines der großartigsten des 20. Jahrhunderts."Bild 58 von 81 Der Wandel Südafrikas vom Apartheid-Regime hin zu einem demokratischen Staat sei nicht allein sein Verdienst, hat Mandela immer wieder betont.Bild 59 von 81 Dennoch gibt es wohl keinen lebenden Politiker, der so geliebt und verehrt wird.Bild 60 von 81 Straßen, Plätze, Gebäude tragen seinen Namen.Bild 61 von 81 Sein Konterfei schmückt eine Briefmarke und seit Neuestem auch eine Fünf-Rand-Münze.Bild 62 von 81 In Millionen von Hütten hängt das Bild des Ex-Präsidenten.Bild 63 von 81 Kritik gegenüber dem hochbetagten Polit-Star ist denn auch selten zu hören, obwohl er unglaublich lange brauchte, um beispielsweise ein "tragisches Versagen der Führung" im Nachbarland Simbabwe festzustellen.Bild 64 von 81 "Es gab Anlässe, wo man gehofft hatte, er würde etwas sagen", meint dazu sein alter Mitstreiter Desmond Tutu.Bild 65 von 81 Auch für die fremdenfeindlichen Ausschreitungen fand er eher sanfte Worte von "persönlicher Betrübnis", politische Analysten befürchten schon, dass das Land das politische Erbe Mandelas verspielt.Bild 66 von 81 Es gibt ungeklärte Vorwürfe um einen Betrug mit Bildern und Handabdrücken der "Mandela-Art".Bild 67 von 81 Auch die Trennung von seiner langjährigen Ehefrau Winnie Mandela erscheint manchen Kritikern wie die Befreiung von moralischem Ballast. Die "Mutter der Nation" soll an Entführungen, Vergewaltigungen und Folterungen beteiligt gewesen sein.Bild 68 von 81 Sie wird 1991 für schuldig befunden, vier Jugendliche entführt zu haben; die Gefängnisstrafe von sechs Jahren wird später in eine Geldstrafe umgewandelt.Bild 69 von 81 In der ersten Regierung unter Nelson Mandela ist sie stellvertretende Ministerin für Kunst, Kultur, Wissenschaft und Technologie, wird aber elf Monate später nach Korruptionsvorwürfen entlassen.Bild 70 von 81 Nach 38-jähriger Ehe trennt er sich im April 1992 von Winnie und wird im März 1996 von ihr geschieden, Mandela wirft seiner Ex-Frau "mangelhafte Urteilskraft" vor, hält aber an ihrer Unschuld fest. Bis heute gehört sie zu seinem Freundeskreis.Bild 71 von 81 An seinem 80. Geburtstag heiratet er Graca Machel, die Witwe von Samora Machel, dem ehemaligen Präsidenten Mosambiks und ANC-Unterstützer, der 15 Jahre zuvor bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen war.Bild 72 von 81 Am 6. Januar 2005 stirbt Mandelas zweiter Sohn Makgatho Mandela, Anwalt und Geschäftsmann, im Alter von 54 Jahren in Johannesburg an der Immunschwächekrankheit AIDS.Bild 73 von 81 Auch deshalb widmet Mandela einen großen Teil seines karitativen Engagements der Bekämpfung der Immunschwäche in Südafrika. Ein Tabu bricht er bereits mit der klaren Benennung der Todesursache seines Sohnes.Bild 74 von 81 Seit dem Jahr 2000 zieht sich Mandela immer weiter aus der Öffentlichkeit zurück, er installiert mehrere Stiftungen, die sich um sein Vermächtnis, aber auch seine Wohltätigkeitsprojekte kümmern.Bild 75 von 81 Er sucht die Nähe seiner Familie, ....Bild 76 von 81 ... verbringt viel Zeit in seinem Heimatort.Bild 77 von 81 Inzwischen ist Mandela ein sehr alter Mann, mit Gebrechen und schwindenden Kräften.Bild 78 von 81 Zu seinem Geburtstag kommen Glückwünsche aus aller Welt, darunter viele sehr persönliche Wünsche.Bild 79 von 81 Sein Wegbegleiter Bischof Tutu sieht in ihm noch immer einen "gewöhnlichen Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten".Bild 80 von 81 Ein sehr menschlicher Blick auf den Vater der "Regenbogennation", in dem viele längst einen Heiligen sehen. (Text: Solveig Bach)Bild 81 von 81
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