Suche
hier klicken, um den Ort für die Startseite festzulegen
Berlin
17
FR 8° / 22°
SA 9° / 23°
Alter BS-Ordner (neue Heimat suchen)

Auf Versöhnungsmission: Der Papst in Nahost

 
Benedikt XVI. hat es eilig.

Benedikt XVI. hat es eilig.

Er bringt den Ölzweig mit, aber keine Entschuldigung für die früheren "Missverständnisse".

So rasch wie möglich will der "Brückenbauer" im Dialog mit Islam und Judentum etwas von dem religionspolitischen Ballast abwerfen, ?

? mit dem seine heikle Reise ins Heilige Land belastet zu sein schien.

Kaum auf jordanischem Boden gelandet, ?

? geht das Kirchenoberhaupt aus Rom auf die Muslime zu. (Mit Jordaniens König Abdullah)

Und er lässt auch danach keine Gelegenheit aus, um Harmonie, Respekt, Verständigung und gemeinsames Handeln zu predigen.

Benedikt warb bei seinem dreitägigen Pilger-Besuch in Jordanien für einen Dialog von Christen und Muslimen und für den Abbau von Spannungen.

Arabische Medien feiern Benedikts Besuch in der Hussein-Moschee in Amman sofort als "eine neue Botschaft der Öffnung und des Dialogs".

Doch dies ist erst der Beginn der Reise. Noch ist Benedikt nicht in Israel, seiner zweiten Reise-Etappe, ?

? und schon beschwört er, den Blick vom herrlichen Berg Nebo aus auf das Gelobte Land des Moses gerichtet, ?

? dieses "unzertrennbare Band zwischen der Kirche und dem jüdischen Volk".

Solche Sätze sollen wirken, so wie der "tiefe Respekt" vor der muslimischen Religion.

Benedikts mitgebrachte Friedensbotschaft für den Nahen Osten gilt also zunächst einmal einer Öffnung zwischen seiner Kirche und den beiden großen Religionen der leidgeprüften Region.

Joseph Ratzinger hat dafür diesen weiten Weg zurückgelegt.

Vatikan-Sprecher Federico Lombardi will die neuen sanften Töne aber nicht als einen "Wandel" im Denken des deutschen Pontifex ansehen, ?

? sondern vielmehr als eine Art "Weg".

Vor drei Jahren hatte Benedikt viele Muslime empört, weil er in seiner "Regensburger Rede" mit einem kritischen Zitat den Islam in die Nähe der Gewalt zu rücken schien.

Einige Monate danach folgte sein erster "Goodwill-Besuch" in einer islamischen Kultstätte - der Blauen Moschee in Istanbul.

Nun besuchte er die die Hussein-Moschee.

Anders als in Istanbul behielt er seine Schuhe an. Dies sei jedoch kein Zeichen für den mangelnden Respekt des katholischen Kirchenoberhaupts vor dem Islam, sagte ein Vatikan-Sprecher.

Vielmehr hätten die Organisatoren der Visite die Strecke so ausgewählt, dass es dem 82-jährigen Papst erspart blieb, seine Schuhe auszuziehen.

Benedikts Vorgänger, Papst Johannes Paul II., hatte 2001 in Damaskus beim ersten Moschee-Besuch eines katholischen Kirchenoberhaupts überhaupt seine Schuhe ausgezogen.

In allem Bemühen, mehr Dynamik in den interreligiösen Dialog zu bringen, ?

? vergisst der Pontifex aber auch die winzigen christlichen Minderheiten im Heiligen Land nicht, ?

? derentwegen er doch gekommen ist.

So segnet er in Jordanien den Grundstein einer katholischen Universität und zweier Schulen.

Vor rund 50.000 Menschen im Fußballstadion von Amman rief das Kirchenoberhaupt die christliche Minderheit zum Verbleib in der Region auf.

Es bedürfe eines besonderen Muts, angesichts der ungewissen Lage im Nahen Osten seinen "christlichen Wurzeln und der christlichen Mission im Heiligen Land" treu zu bleiben, sagte der Papst.

Das könnte noch die schwierigste Aufgabe sein - in Nahost nimmt die Zahl der Christen ständig ab, ?

? den so besonders stark leidenden Christen im Irak versuchte Benedikt von Jordanien aus den Rücken zu stärken.

Kurienkardinal Paul Josef Cordes hatte es so gesagt: Das Heilige Land, in dem Jesus gelebt hat, dürfe nicht zu einem Museum werden - ohne Christen, von gläubigen Touristen besucht.

Zudem würdigte Benedikt in Amman die Rolle der Frauen als Botschafterinnen des Friedens.

Nachdrücklich bedauerte der 82-jährige Papst, dass Kirche und Gesellschaft dies nicht immer zu würdigen wüssten.

Frauen brächten "Wärme und Menschlichkeit in eine Welt, die den Wert eines Menschen allzu oft nach den kalten Kriterien von Nutzen und Profit bestimmt".

Danach segnete er rund 1200 Kinder, die während der Messe ihre Erstkommunion erhielten.

Zudem wollte der Papst die Stelle am Jordan aufsuchen, an der Johannes der Täufer Jesus getauft haben soll.

Ausgegrenzt hat der Papst bei seinen Auftritten in Jordanien nur jene eine Gruppe, die auf Gewalt und Ideologie setzt.

"Oft ist es die ideologische Manipulation der Religion, die, und das manchmal mit politischen Zielen, ?

? der wirkliche Auslöser für Spannung, Spaltung und mitunter sogar auch für Gewalt in der Gesellschaft ist", sagte der Papst.

Von Jordanien reist Benedikt nach Israel, wo die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren laufen.

Der Papst hat wohl den Wunsch, in gegenseitigem Respekt alles aus dem Weg zu räumen, was der Versöhnung zwischen Christen und Juden immer noch hinderlich sein könnte.

Es gibt Fortschritte, der Dialog ist in Gang. (Bilder: AP, dpa, Reuters)

Bilderserie versenden
Empfänger
Ihre Informationen
Persönliche Mitteilung

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.