Der Chefankläger beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, Luis Moreno-Ocampo, hat einen Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten Omar Hassan al-Baschir (im Bild) beantragt.Bild 1 von 69 Der Vorwurf: Völkermord an der schwarzafrikanischen Bevölkerung in der Region Darfur.Bild 2 von 69 Rund zweieinhalb Millionen Menschen sind hier auf der Flucht, ...Bild 3 von 69 ... 300.000 Menschen wurden nach UN-Angaben in den vergangenen fünf Jahren ermordet.Bild 4 von 69 Seit fünf Jahren, seit 2003, vertreiben zumeist arabischstämmige Reitermilizen ethnische Gruppen afrikanischer Herkunft in Darfur.Bild 5 von 69 Die so genannten Dschandschawid fallen über die Dörfer her, zünden Häuser an, ...Bild 6 von 69 ... morden und vergewaltigen.Bild 7 von 69 Unterstützung erhalten sie dabei von der zumeist arabisch-stämmigen Zentralregierung in Khartum, so der Vorwurf Moreno-Ocampos.Bild 8 von 69 UN-Generalsekretär Ban Ki Moon warnte dennoch davor, dass ein Antrag auf einen Haftbefehl gegen Al-Baschir "ernsthafte negative Auswirkungen" auf die Friedensbemühungen der UN im Sudan haben könne.Bild 9 von 69 Al-Baschir selbst hat die Anschuldigungen als Lügen zurückgewiesen und erklärt, dass er das Gericht nicht anerkenne.Bild 10 von 69 Doch seit dem Frühjahr 2006 hat sich die Lage in Darfur weiter drastisch verschlechtert, ...Bild 11 von 69 ... und der Konflikt greift zunehmend auch auf das Nachbarland Tschad über.Bild 12 von 69 Immer wieder greifen hier die Reitermilizen Dörfer an.Bild 13 von 69 Die Regierung im Tschad ruft den Notstand aus.Bild 14 von 69 Der UN-Hilfskoordinator Jan Egeland warnt damals nach einer Reise durch die Krisenregion vor einer erschreckenden Eskalation der Gewalt.Bild 15 von 69 "Übergriffe sind an der Tagesordnung", so Egeland.Bild 16 von 69 Immer mehr bewaffnete Milizen seien in den Flüchtlingslagern präsent, ...Bild 17 von 69 ... Kinder würden zum Waffendienst missbraucht.Bild 18 von 69 "Es gibt einfach keinen Schutz für unschuldige Zivilisten, ...Bild 19 von 69 .... die immer und immer wieder gewalttätig angegriffen wurden", stellt Egeland fest.Bild 20 von 69 Auch die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" zeichnet ein düsteres Bild der Lage in Darfur.Bild 21 von 69 "Die zwei Millionen Vertriebenen sind völlig von externer Hilfe abhängig.Bild 22 von 69 Die Camps, in denen sie hausen, können bis zu 100.000 Personen fassen ...Bild 23 von 69 ... und sind regelrechte Gefängnisse unter offenem Himmel", so der Projektleiter von "Ärzte ohne Grenzen" in West-Darfur, Jean-Sebastien Matte.Bild 24 von 69 "Für Frauen ist das Verlassen des Lagerbereichs, etwa um Brennholz zum Kochen zu suchen, immer noch extrem gefährlich....Bild 25 von 69 ... Auch die Männer getrauen sich kaum hinaus, ...Bild 26 von 69 ... nicht einmal, um sich in ein Regierungskrankenhaus zu begeben, denn sie haben Angst, für Anhänger der einen oder anderen Rebellengruppe gehalten und verhaftet zu werden...Bild 27 von 69 ... Die Vertriebenen in Darfur befinden sich in einer unerträglichen Lage."Bild 28 von 69 Mehr noch: Seitdem die sudanesische Regierung mit einer Fraktion einer Rebellengruppe, der Sudanesischen Befreiungsarmee unter Minni Arcua Minnawi im Frühling 2006 ein Friedensabkommen unterzeichnet hat, ....Bild 29 von 69 ... ist es zu verstärkten Unruhen gekommen.Bild 30 von 69 Die Gruppen, die nicht unterzeichnet haben, bekämpfen sich nun untereinander - ....Bild 31 von 69 ... mit katastrophalen Folgen für die Bevölkerung und die Helfer.Bild 32 von 69 "Wir werden immer mehr zum Ziel von Gewalttaten, ...Bild 33 von 69 ... sei es durch Tätlichkeiten, Diebstahl oder Überfälle", so Matte von "Ärzte ohne Grenzen".Bild 34 von 69 Verstärkt werden Mitarbeiter internationaler Hilfskonvois attackiert ...Bild 35 von 69 .... und ermordet.Bild 36 von 69 In manche Gegenden kommen die Hilfsorganisationen gar nicht mehr.Bild 37 von 69 Die Regierung und Rebellengruppen verweigern ihnen den Zutritt.Bild 38 von 69 Besonders betroffen ist die Zivilbevölkerung.Bild 39 von 69 Seit 2003 wurden Tausende sudanesischer Frauen und Mädchen vergewaltigt - ...Bild 40 von 69 ... mit traumatischen Folgen für sich und ihre Kinder.Bild 41 von 69 Eine UN-Untersuchungskommission nannte die Misshandlungen in einem Bericht 2005 "Kriegsverbrechen" ...Bild 42 von 69 ... und "Verbrechen gegen die Menschlichkeit".Bild 43 von 69 Auch die Ermittlungen des Internationalen Strafgerichtshofes ergaben eine hohe Zahl von Massenvergewaltigungen und anderer Formen schwerwiegender geschlechtsspezifischer Gewalt.Bild 44 von 69 Dennoch weigern sich die sudanesischen Behörden, ...Bild 45 von 69 ... Verdächtige zu verhaften und zu überstellen und Untersuchungen des Strafgerichtshofes in Darfur zu ermöglichen.Bild 46 von 69 Vielmehr richtete Khartum einen nationalen Gerichtshof zur Aufklärung kriegsbedingter Verbrechen ein.Bild 47 von 69 Das Rechtssystem im Sudan macht es allerdings Opfern sexueller Gewalt fast unmöglich, Gerechtigkeit zu erlangen:Bild 48 von 69 So müssen Frauen, die Anzeige wegen Vergewaltigung stellen, ...Bild 49 von 69 ... ihre Aussage von vier männlichen Zeugen bestätigen lassen.Bild 50 von 69 Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch, Amnesty International und die Gesellschaft für bedrohte Völker schlagen immer wieder Alarm.Bild 51 von 69 Der sudanesischen Regierung werden systematische Massaker gegen die Bevölkerung im Westen vorgeworfen.Bild 52 von 69 Human Rights Watch spricht sogar von systematischer Vernichtung im Sudan.Bild 53 von 69 Nach langem Hin und Her ...Bild 54 von 69 .... und viel Widerstand aus Khartum ...Bild 55 von 69 ... einigen sich schließlich die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union auf eine gemeinsame Friedensmission.Bild 56 von 69 Die Soldaten nehmen am 1. Januar 2008 ihre Arbeit auf, ...Bild 57 von 69 ... wobei von den geplanten 30.000 Mann der Truppe Ende Juni erst ein Drittel vor Ort ist.Bild 58 von 69 Und auch sie werden immer wieder Ziel von Angriffen.Bild 59 von 69 Erst am 7. Juli kommen sieben Blauhelme bei Angriffen von Milizen ums Leben.Bild 60 von 69 Die US-Schauspielerin Mia Farrow wirft dem UN-Weltsicherheitsrat Versagen im Darfur-Konflikt vor:Bild 61 von 69 "Die Geschichte wird sich daran erinnern, wie der UN-Sicherheitsrat fünf Jahre lang an der Aufgabe scheiterte, die ihm aufgetragen wurde - eine hilflose Bevölkerung zu schützen", sagte die 63-Jährige in einer geschlossenen Sitzung des 15-köpfigen Gremiums der UN.Bild 62 von 69 "Sie haben bereits bei den über 300.000 Toten versagt, die sinnloserweise in Darfur ums Leben gekommen sind.Bild 63 von 69 Sie haben bei den Millionen von Menschen versagt, die in elenden Lagern in Darfur, dem Osten des Tschads und jetzt in der Zentralafrikanischen Republik ums Überleben kämpfen."Bild 64 von 69 Farrow beschuldigt den Weltsicherheitsrat, sich dem Diktat der sudanesischen Regierung zu beugen, keine westlichen Staaten bei dem Blauhelmeinsatz in Darfur zuzulassen. "Ich frage Sie:Bild 65 von 69 "Wie lange lassen Sie es zu, dass die sudanesische Regierung dieses Gremium manipuliert? Hat Adolf Hitler sich die Truppen auswählen dürfen, die seinem Völkermord ein Ende machten?"Bild 66 von 69 Der UN-Hilfskoordinator Egeland forderte bereits vor Jahren die Vereinten Nation auf, Maßnahmen gegen das Gemetzel zu ergreifen:Bild 67 von 69 "Die Situation sei "katastrophal und kann noch sehr, sehr viel schlimmer werden."Bild 68 von 69 Der schlimmste Fall ist längst eingetreten. (Text: Gudula Hörr)Bild 69 von 69